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Top-Liste: Sparsame SUV

Ist der Kleine tatsächlich immer bescheidener als der Große, der Schwache genügsamer als der Starke und der Diesel sparsamer als der Benziner? Ein Klassen-Vergleich hinterfragt scheinbare Wahrheiten.

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Foto: Hummer

Obwohl Autokaufen dank zahlreicher Rabatte günstig ist wie nie, steigt die gefühlte Inflation monatlich - sie ist vor allem spritpreisgetrieben. Für viele schwingt sich deshalb der Durchschnittsverbrauch zum Kaufargument Nummer 1 hoch.

Und die Unterschiede zwischen dem Sparsamsten und dem Durstigsten einer Fahrzeugklasse betragen teils mehr als den Faktor 2.

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Schlagworte

sparsam · verbrauch · suv · sprit

Die Verbräuche bei den großen Benzinern liegen weit auseinander

In der Klasse der kompakten Diesel liegen die Verbräuche naturgemäß dicht beieinander, wogegen sie bei den großen Benzinern drastisch ausfallen. Hier kommen langsam die Neuerungen der Hybrid-Technik zum Tragen.

Als Vorreiter positioniert sich der Lexus RX 400h. Zwei Elektromotoren wirken als Booster; diese Drehstrom-Aggregate unterstützen den Sechszylinder-Ottomotor (3,3 Liter Hubraum, 211 PS) und hieven die Gesamtleistung auf 272 PS. Noch eindrucksvoller ist das zum Teil zusammenwirkende Drehmoment von 288 Nm des Verbrennungsmotors und der E-Motoren (333/130 Nm Vorder- und Hinterachse).

Hier ist Sparsamkeit (im Durchschnitt 8,1 Liter auf 100 Kilometer) also nicht gleichzusetzen mit einem Verzicht an Vortrieb (Null auf 100 km/h in 7,6 Sekunden). Eine kuriose Kombination schafft der Hummer: geringer Vortrieb bei extrem hohem Verbrauch.

Hummer H2: Mit 21, 4 Liter der größte Spritschlucker

Die Summe aus hohem Gewicht und nicht gerade fortschrittlicher amerikanischer Motorentechnik wirkt sich verheerend auf den Spritkonsum aus - im Schnitt nimmt der H2 mit dem 398 PS starken 6,2-Liter-V8 kaum vertretbare 21,4 Liter. Zum Vergleich: Der Mercedes GL 500 mit 388-PS-V8 und Platz für bis zu sieben Personen belässt es bei 13,3 Liter.

Und um seine Geländetauglichkeit muss sich keiner sorgen, vom superben Federungskomfort ganz zu schweigen. Die Reihe der kompakten Benziner führt der Jimny 1.3 AWD an - obwohl Suzuki ihn in nur leicht geänderter Form bereits seit 1998 auf dem deutschen Markt anbietet. High Tech scheidet deshalb als Grund für seine Sparsamkeit aus. Es sind stattdessen die geringen Dimensionen.

Bei 3,6 Meter Außenlänge wiegt der Zweitürer nur rund 1.200 Kilogramm und ermöglicht damit einen vorbildlich niedrigen Durchschnittsverbrauch von 7,2 Liter auf 100 Kilometer. Dennoch ist der Jimny keine vorbehaltlose Empfehlung; er bremst schlecht, und es gibt keine Fahrstabilitätskontrolle. Doch nicht nur weil er ESP serienmäßig bietet, sollte man besser den zweitplatzierten Honda CR-V in Betracht ziehen; der Viertürer hält für bis zu fünf Personen eine bequeme Unterkunft bereit, dank verschiebbarer Rücksitzbank ist die Variabilität hoch. Verglichen mit dem kurzen und kargen Jimny fährt man im CR-V um zwei Klassen höher, zumal Honda Assistenzsysteme wie einen aktiven Tempomat sowie ein Kollisions-Warnsystem in der Optionsliste führt. Allenfalls in der Geländegängigkeit liegt der Jimny vorn. Auch die Klasse der kleinen Diesel führt der Suzuki Jimny an - diesmal als Selbstzünder 1.5 DDiS mit 86 PS. Erstaunlicher als dessen Durchschnittsverbrauch von 6,1 Liter auf 100 Kilometer ist allerdings die Tatsache, dass der Ford Kuga kaum mehr Dieselkraftstoff benötigt - obwohl sein Zweiliter-Direkteinspritzer 136 PS leistet und im viertürigen Kompakt-SUV eine komplette Familie Platz findet. Auch hieran verdeutlicht sich der technische Fortschritt. Anders gesagt: Man muss nicht unbedingt verzichten, um zu sparen.

Das gilt vor allem auch für die großen Diesel-SUV. Schon beim Klassenprimus Hyundai Santa Fe gibt es viel Raum für geringe Kosten (7,3 Liter auf 100 Kilometer). Doch auf Platz drei des Rankings gesellt sich zum Platz auch noch der Luxus in Form des BMW X5. Rumort im Hyundai noch ein Vierzylinder, so schnurrt im BMW bereits ein Reihensechser - der sich trotz deutlich höherer Leistung (235 statt 155 PS) und besseren Antriebskomforts nicht einmal einen Liter mehr auf 100 Kilometer gönnt. Erst wenn Zylinderzahl und Hubraumgröße deutlich steigen, werden auch die Abstände größer: Der VW Touareg V10 TDI verwöhnt mit 313 PS und fordert dafür im Schnitt aber auch 12,6 Liter.

Wie lässt sich die Verbrauchs-Betrachtung auf einen Punkt bringen? Schon dass kleine, schwache Autos deutlich genügsamer fahren als große, starke, ist nur ein Vorurteil. So wie die scheinbar gesicherte Erkenntnis, dass vergleichbare Diesel immer viel sparsamer sind als Benziner. Fortschrittliche Technik kann den Abstand zusammenschmelzen lassen: Der Hybrid-Benziner Lexus RX 400h verbraucht kaum mehr als die Diesel-Version des Hyundai Santa Fe.

Autor: Marcus Peters
Wie sparen Sie Sprit?


Tachy | 20.12.2008, 19:00 Uhr

\"Sparsam\" und \"SUV\", diese beiden Dinge schließen sich kategorisch aus.

Der physikalische Energiebedarf am Rad ist abhängig von Aerodynamik, Gewicht und Rollwiderstand, in allen drei Kategorien patzen die SUVs.

Dazu kommt der naturgemäß schlechte Wirkungsgrad des Verbrennungsmotors. Und da diese SUVs meistens von irgendwelchen Spinnern in der Stadt bewegt werden, pendelt dieser sich im Bereich von unter 10% ein.

EarthGrom | 18.12.2008, 14:57 Uhr

hallo, also ich definiere durchschnitsverbrauch bei normaler fahrweise bei allen meinen fahrzeugen die ich hatte so, innenstadt +30% landstrasse -15%, abgesehen von den V6 und V8 motoren, da ist der innenstadtverbrauch insbesondere bei benziner wohl bekannt, mind. +50% innenstadt.

Uwe Neumann | 09.12.2008, 13:22 Uhr

Da wurde Daimler erst vor wenigen Tagen wegen falscher Verbrauchsangaben verurteilt und jetzt druckt AMS die Fortsetzung dieser Märchenstunde ab.
Der Santa Fe, der mit den von Ihnen angegeben Verbrauchswerten auskommt, muss erst noch gebaut werden. (ich fahre selber seit knapp 3 Jahren einen - reden wir von 11l und wir kommen der Sache schon näher) Z. B. ein Subaru Tribeca wird in anderen Berichten ob seines Verbrauchs von bis zu 16 Litern gerügt.
Vielleicht sollten Sie den Begriff \"Durchschnitt\" definieren, dann kann man erahnen, wie viel man dazu addieren muss, um beim tatsächlichen Alltagsverbrauch zu landen.
Märchen wurden uns in den vergangenen Jahren von den Banken und Automobilherstellern genug erzählt. Ein eindeutiges Urteil und eine weltweite Rezession sind das Ergebnis. Es wird Zeit, auch den Gott \"Auto\" von seinem Thron zu heben und einzugestehen, dass man wichtige Entwicklungen bezüglich tatsächlicher Sparsamkeit dem PS-Wahn und dem Geltungsbedürfnis geopfert hat.

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