Brems-Assistenten: Volvo setzt den Massstab

Volvo XC 60

Die automatischen Notbrems-Assistenten müssen in zwei Testsituationen ihre Verzögerungskompetenz zeigen: bei einem stehenden sowie einem mit 50 km/h fahrenden Hindernis, das plötzlich bremst.

Der Volvo XC 60 liefert mit City-Safety die beeindruckendste Einzelleistung im Notbremstest ab: Knappe 30 Zentimeter stoppt der SUV aus einer Geschwindigkeit von 25 km/h selbständig vor dem stehenden Hindernis.

Über 30 km/h klinkt sich das City-Safety aus

Der Volvo XC 60 übertrifft damit sogar das eigene Versprechen, Auffahrunfälle nur bis zu einer Tempodifferenz von 15 km/h zu vermeiden. Über 30 km/h klinkt sich City-Safety systembedingt jedoch aus. Dann bremst der Volvo XC 60 mit seinem normalen Abstandsregel-Tempomaten bei stehenden Hindernissen nur noch mit rund 0,3 g automatisch. Bei der Verzögerung auf das mit rund 15 Meter Abstand vorausfahrende Hindernis (macht eine Vollbremsung aus 50 km/h) holt er sich dann aber mit fast 0,7 g wieder den klaren Spitzenwert im Test. Das alles gepaart mit hoher Zuverlässigkeit und gut abgestuftem Warnprogramm.

Die Mercedes E-Klasse kann nicht mithalten

Mit dieser Leistung hält die E-Klasse nicht ganz mit. Sie bremst jedoch aus 50 km/h auf das stehende Hindernis am effektivsten und zeigt die versprochene mehrstufige Pre- Safe-II-Verzögerung. Das heißt: 2,6 Sekunden vor dem erwarteten Aufprall warnt sie den Fahrer akustisch und optisch, eine knappe Sekunde später zündet sie die erste Bremsstufe mit 0,4 g Verzögerung (wie schon beim bisherigen Pre-Safe I), um dann noch eine knappe Sekunde danach sogar mit voller Bremsleistung (0,6 Sekunden vor Aufprall, 1 g) deutlich Energie rauszunehmen. Die Mercedes E-Klasse reduziert so über 30 Prozent der Insassenbelastung.

Jedoch gab ihre sensible Sensorik im Test die Vollbremsung nicht in jedem Fall frei. So will Mercedes Fehlverzögerungen vermeiden. Beim vorausfahrenden Hindernis zeigte der Testwagen nur die übliche Bremswirkung von Abstandsregel-Tempomaten (zirka 0,3 g). Der Honda Accord erfüllt mit zuverlässiger automatischer Verzögerung und deutlicher Vorwarnung ebenfalls die Erwartungen. Ob stehendes oder fahrendes Hindernis - er bremst konstant im 0,3-g-Rahmen üblicher Abstandsregeltempomaten, ohne sich besondere Notbrems-Meriten zu verdienen.

Dass der BMW 7er auf das fahrende Hindernis mit mittlerer Verzögerung (0,3 g) bremst, war nach seinen Werksangaben zu erwarten. Bei stehenden Objekten aktiviert er keine selbständige Verzögerung. Ärgerlich ist jedoch, dass sein System als einziges im Test bei ausgeschaltetem Abstandsregeltempomat keine zuverlässige akustisch-optische Kollisionswarnung gibt, obwohl dies in der Bedienungsanleitung versprochen wird.

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Alexander Bloch

Autor:

auto motor und sport, Heft 12 / 2009

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