Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Caterham F1 Team

Caterham F1 stieg 2010 unter dem Namen Team Lotus in die Formel 1 ein. Mit dem Erfolgsteam aus den 60ern und 70ern hatte der Rennstall aber von Anfang an nicht viel gemeinsam. Das Team segelte unter malaysischer Flagge und wollte die etablierten Teams ärgern. Doch daraus wurde nichts. 2014 ging Caterham pleite.

Caterham F1 wollte die Formel 1-Welt aufmischen. Die Voraussetzungen dafür waren von Beginn an nicht schlecht. Teamchef und Besitzer war der malaysische Unternehmer Tony Fernandes, der gleichzeitig im Vorstand von Hauptsponsor Air Asia saß. Als technischer Direktor kümmerte sich Mike Gascoyne um das Design des Autos, der mit Jordan, Renault, Toyota und Force India bereits einige prominente Stationen in der Formel 1 absolviert hatte.

In den ersten beiden Jahren ging Caterham noch unter dem Namen Lotus F1 Team an den Start. Nach einem langen Gerichtsstreit mit dem gleichnamigen Autobauer verzichtete man aber seit 2012 auf die Verwendung. Nachdem sich Fernandes bei der englischen Sportwagenschmiede Caterham einkaufte, hatte man schnell Ersatz gefunden.

Erfahrenes Personal im Cockpit

Der Rennstall hatte schon vor dem Einstieg in die Formel 1 einen schweren Start. Vor der Saison 2010 war man eigentlich gar nicht für einen Platz im Feld vorgesehen. In der ersten Runde der Ausschreibungen musste sich das Team um Fernandes den Konkurrenten Campos Meta, Virgin Racing und USF1 geschlagen geben. Erst als BMW seinen Rückzug aus der Formel 1 bekanntgab, wies die FIA dem damaligen Lotus-Team als erstem Nachrücker einen Startplatz zu.

Durch die Verzögerung hatte das Team bei der Entwicklung des neuen Autos weniger Zeit als die Konkurrenz. Bei der Fahrerwahl setzte das jetzige Caterham-Team deshalb umso mehr auf den Faktor Erfahrung: Mit Jarno Trulli und Heikki Kovalainen gingen zwei gestandene Formel 1-Piloten ins Rennen, die zumeist das Maximum aus dem Auto herausholen konnten. Vor allem dank der guten Ergebnisse in der ersten Saisonhälfte konnte sich das Team Lotus den zehnten Platz in der Teamwertung sichern und die anderen beiden Neulinge hinter sich lassen.

Caterham setzt auf Renault-Motoren

In der letzten Saison unter dem Namen Team Lotus hatte Caterham einige Änderungen vorgenommen. Der Motor kam 2011 nun nicht mehr von Cosworth, sondern von Renault. Getriebe und Hydraulik gab es von Red Bull. Zwar konnten Trulli und Kovalainen immer mal wieder auf dem Niveau der hinteren Mittelfeldteams kämpfen, zu den ersten WM-Punkten reichte es aber noch nicht. Am Ende blieb wieder Rang zehn im Konstrukteurspokal.

In der Winterpause zog der Rennstall von Hingham in der Grafschaft Norfolk nach Leafield in die Nähe von Oxford um. Die ehemalige Fabrik von Arrows und TWR war das neue Basislager. Die Windkanalarbeit bei Aerolab in Bologna wurde komplett zu Williams in Grove transferiert. Unter dem neuen Namen Caterham F1 sollte 2012 endlich der Sprung ins Mittelfeld vollzogen werden. Doch trotz des erstmaligen Einsatzes von KERS wurde daraus nichts.

Selbst auf das nächstgelegene etablierte Team Toro Rosso fehlte zumeist mindestens eine Sekunde. Heikki Kovalainen und Vitaly Petrov kämpften auf verlorenem Posten. Einziger Gegner war Marussia, das ohne KERS erstaunlich gut gegenhalten konnte. Erst im allerletzten Rennen sicherte Petrov seinem Team den zehnten Platz in der Konstrukteurswertung, der zweistellige Millioneneinnahmen garantierte.

2013 wagte man einen neuen Angriff auf das Mittelfeld. Doch die beiden neuen Piloten Giedo van der Garde und Charles Pic konnte nichts ausrichten. Dem Auto fehlte es an Speed und Zuverlässigkeit. Am Ende des Jahres stand sogar Marussia in der Teamwertung vor Caterham. Teambesitzer Fernandes verlor langsam die Ungeduld.

Doch 2014 sollte alles noch schlimmer kommen. Caterham kam mit den Paydrivern Kamui Kobayashi und Marcus Ericsson auf keinen grünen Zweig. Das Auto erwies sich mit dem anfälligen Renault-Motor mal wieder als Flop. Als dann auch noch Konkurrent Marussia in Monaco die ersten WM-Punkte einfuhr, reichte es Fernandes. Er verkaufte das Team an Investoren aus dem nahen Osten, die allerdings nie öffentlich in Erscheinung traten.

Die Vertreter der neuen Besitzer behaupteten, dass Caterham die Türen schon vor der Sommerpause hätte zusperren müssen, wären die neuen Geldgeber nicht gekommen. Doch in der zweiten Saisonhälfte entbrannte zwischen den alten und neuen Eignern ein Streit über die Schulden. Am Ende musste ein Insolvenzverwalter das Kommando übernehmen.

Die Rennen in den USA und Brasilien musste Caterham wegen der finanziellen Schieflage auslassen. Nur mit einer öffentlichen Spendensammlung konnte man beim Saisonfinale in Abu Dhabi noch einmal antreten. Danach war allerdings Schluss. Alle Versuche einen neuen Käufer für den Rennstall zu finden scheiterten.

(Stand: 01/2015)

Caterham dementiert Probleme Japan-Einsatz ist gesichert
Technik-Highlights GP Belgien Großes Update-Festival in Spa
Caterham-Piloten 2014 Kobayashi und Ericsson im grünen Auto
Caterham macht mobil Eine Sekunde in der Hinterhand
Caterham F1 Van der Garde wird Kovalainen-Nachfolger
Vitaly Petrov Pirelli-Tester oder Caterham-Pilot?