Audi A8 3.0 TDI Quattro Dauertest-Notizen

Ein bisschen zu sehr auf Agilität getrimmt

Audi A8 3.0 TDI Quattro, Seitenansicht

Nach noch nicht einmal einem Fünftel der Dauertest-Distanz hat Marcus Peters die Schwachstelle des Audi A8 3.0 TDI Quattro ausgemacht: die übersensible Lenkung.

Dass sich bei einer Oberklasse-Limousine wie dem Audi A8 3.0 TDI Quattro im Logbuch vor allem positive Einträge finden, sollte selbstredend sein. Bei einem 105.230 Euro teuren Luxus-Gut darf man Zufriedenheit beim Nutzer erwarten. Der häufigste Vermerk betrifft allerdings die Lenkung: "Übersensibel", "rückmeldungsfrei", "gewöhnungsbedürftig" - das ist nur ein Auszug aus den Kommentaren, welche die Kollegen nach der Rückkehr von Dienstfahrten festgehalten haben.

Kein einziger lobte dagegen die Handlichkeit, auf die Audi so stolz ist. Im Gegenteil: Der Audi A8 3.0 TDI Quattro sei zu sehr auf Agilität getrimmt, und mit der zu leichtgängigen Lenkung könne man keine saubere Linie fahren, ist zu lesen. Zwar lässt sich die Intensität der Servo-Unterstützung als Teil von Audi Drive Select im Menü einstellen - ähnliches gilt auch für Stoßdämpfer, Getriebeabstimmung sowie Gaspedal-Kennlinie. Doch dann nehmen lediglich die Lenkkräfte zu; zusätzliche Rückmeldung im Sinne von Gefühl für die Straße gibt es nicht. Audi hat das Problem erkannt und will mit dem Modellwechsel eine elektromechanische Lenkung einführen.

Audi A8 3.0 TDI Quattro federt unbeholfen

Ohnehin scheint der Agilitäts-Wunsch bei den Nutzern des Oberklassewagens nicht sehr ausgeprägt zu sein; die meisten Kilometer spulte der Audi A8 3.0 TDI Quattro bislang in der softesten Dämpfer-Kennung ab. Doch selbst dann mischt sich unter Lob für den Langstrecken-Komfort folgende Anmerkung: "federt zwischen 140 und 160 km/h unbeholfen an".

Grund für geäußerten Ärger gibt auch der modern anmutende Getriebe-Wählhebel in Form eines Schubreglers in Flugzeugen. Um von P zu wechseln, muss der Entriegelungsknopf relativ fest gedrückt werden, dann allerdings der Hebel mit viel Gefühl zurückgezogen werden, sonst landet man in N oder gar D. Das Ganze kann im Audi A8 3.0 TDI Quattro zu einem fröhlichen Hin und Her werden.

Dreiliter-Diesel wird unisono gelobt

Grund zur Freude gibt der Antrieb selbst. Der Dreiliter-Diesel des Audi A8 wird unisono gelobt, sein Klang gar mit einem tiefgründigen Katzen-Schnurren verglichen. Und: Keiner vermisst den stärkeren Selbstzünder, den Audi im Programm hat.

Wären da noch Selbstverständlichkeiten wie hervorragende Sitze, der liebevoll gestaltete Innenraum sowie ein Top-Multimediasystem samt iPod-Anbindung. Die Sound-Abteilung von Bose im Audi A8 3.0 TDI Quattro erhält gar eine besondere Auszeichnung: "Warum das viele Geld für die Bang&Olufsen-Anlage ausgeben?", fragt ein Kollege. Recht hat er - den guten Ton sollte man bei einem Auto der 100.000-Euro-Klasse erwarten dürfen.

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Marcus Peters

Autor:

auto motor und sport, Heft 12 / 2012

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