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Audi Q7 3.0 TDI Test

Ist der Allradler eine Wucht?

Audi Q7 Foto: Hans-Dieter Seufert 23 Bilder

Der Q7 war 2006 Audis erster SUV. Mit Blick auf den US-Markt geriet der Allradler wuchtig wie ein Gebirgszug, aber ist er auch eine Wucht? Die Antwort gibt der Dauertest mit dem Fünfmeter-Trumm.

07.12.2009 Christian Bangemann

"Voll krass" war noch ein harmloser Kommentar, als die ersten Q7 im Frühjahr 2006 auf deutsche Straßen kamen. In die Hochsprache lässt sich das nur unvollkommen übersetzen, doch bei allem Staunen angesichts der schieren Wucht und Größe des Audi-SUV schwingt darin meist eine gewisse Hochachtung, ja Bewunderung mit. Immerhin stellt das Dickschiff nach Größe und Gewicht selbst die hauseigene Top-Limousine Audi A8 in den Schatten und bricht mit der lange gepflegten optischen Zurückhaltung der Marke. Nicht zuletzt wegen dieses selbstbewussten Auftritts wird der sanfte Riese weltweit ein Erfolg.

Getestet wurde ein Audi Q7 mit 3-Liter-V6-TDI

Neben fünf Sternen im auto motor und sport-Einzeltest und diversen Vergleichstest-Siegen Grund genug für die Redaktion, Mitte 2007 einen Audi Q7 in den Dauertest zu nehmen. Unter der mächtigen Fronthaube steckt – wie bei den meisten Exemplaren in Deutschland – der Dreiliter-V6-TDI mit 233 PS und muskulösen 500 Nm Drehmoment, der den 2,5-Tonner (leer) kultiviert und temperamentvoll antreibt. Kraft ist also selbst beim Basismotor ausreichend vorhanden, und so erfreut sich der Q7 vom ersten Tag an großer Beliebtheit, vor allem wenn es um Langstreckentouren geht.

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Dauertest Audi Q7 3.0 TDI
auto motor und sport 25/2009
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Kilometerfressen auf der Autobahn - dafür scheint der Fünfsitzer wie geschaffen. Fahrer und Beifahrer nehmen auf sehr bequemen Sportsitzen mit Lederbezügen (Extra) Platz, die allerdings schon nach der halben Testdistanz erste Abrieberscheinungen an der Oberfläche zeigen und zum Ende hin etwas durchgesessen sind. Dies bleiben jedoch die einzigen sicht- und fühlbaren Spuren nach dem 100.000-Kilometer-Marathon. Die ebenfalls aufpreispflichtige Luftfederung sorgt für guten Komfort, und der Motor läuft zwar mit metallisch hartem Ton, aber sehr vibrationsarm und insgesamt leise.

Audi Q7 neigt zu einem hohen Bremsen- und Reifenverschleiß

Schon der allererste Eintrag in der gelben Karte - dem Fahrtenbuch - des Audi-SUV wirkt heute wie ein Konzentrat der Meinungen zu diesem mächtigen Allradler: "Gutes Reiseauto mit viel Komfort, aber angesichts der Außenabmessungen eher kleiner Kofferraum." Gleiches gilt für die geringe Zuladung von 443 Kilogramm, weil der reichhaltig, aber nicht untypisch ausgestattete Testwagen statt der vom Werk angegebenen 2.370 stramme 2.547 kg auf die Waage bringt. Ähnliche Bemerkungen finden sich immer wieder und werden zum Teil durch die zugesandten Erfahrungen der Leser ergänzt.

Der vergleichsweise bescheidene, weil niedrige Kofferraum, der wirklich sperriges Gut kaum schluckt, ist nicht das einzige Manko. Denn der überraschend dynamische Q7 kann sein Gewicht eben doch nicht ganz verleugnen, wie der überdurchschnittliche Bremsen- und Reifenverschleiß zeigt. Bereits nach nur 45.011 Kilometern müssen am Testwagen alle Bremsbeläge und die vorderen Bremsscheiben erneuert werden, heftige 1.140 Euro werden dafür fällig. Die Beläge halten wiederum keine 50.000 Kilometer und müssen ein zweites Mal ersetzt werden – für noch einmal gut 700 Euro.

Verbrauch von unter 10 L/100 km möglich

Auch die schnelle Abnutzung der Reifen macht Q7-Fahren zu einem teuren Vergnügen. Das Phänomen lässt sich mildern, wenn auf die exakte Einstellung der Vorderachse geachtet und mit eher schmalen Pneus gefahren wird. Im Dauertest nutzten sich die Reifen der Dimension 235/60 R 18 jedenfalls weniger zügig ab als die etwas breiteren 255/55 R 18-Pendants. Lesererfahrungen zeigen, dass der Verschleiß mit 20-Zoll-Optionsbereifung noch einmal kräftig ansteigt. Immerhin ist der Q7 beim Kraftstoff ein Kostverächter - wenn man ihn nicht zu sehr fordert. Verbräuche unter zehn Liter/100 km sind ohne große Klimmzüge machbar, selbst der Maximalverbrauch von 15,3 Liter/100 km erscheint angesichts der bewegten Masse erträglich.

Lediglich alle 48 Monate oder 30.000 Kilometer muss der Audi zur Inspektion. Dabei werden zwischen 380 und 540 Euro inklusive Material fällig, was im Rahmen des Klassenüblichen liegt. Zwei zusätzliche unerwartete Werkstattaufenthalte sind nötig, um den Q7 am Laufen zu halten. Bei Kilometer 25.399 muss die häufig nicht zu öffnende Tankklappe repariert werden. Eine erlahmte Rückholfeder an der Feststellbremse wird im Rahmen einer ohnehin anstehenden Inspektion bei Kilometer 77.761 erneuert.

Audi Q7 schafft es auf den 2. Platz der Mängelstatistik

Der nächste Mangel kündigt sich bei Kilometerstand 97.502 durch eine gelegentlich aufleuchtende Motorkontrolllampe an. Deshalb rollt der Audi kurz vor Testende bei Kilometer 98.444 ein zweites Mal außerplanmäßig in die Werkstatt, denn ein ausgeschlagenes Gestänge macht den Austausch der Drosselklappeneinheit nötig. Das bringt zwar einerseits die Warnleuchte zum Erlöschen, kostet aber im Regelfall knapp 770 Euro, die beim Dauertest-Auto jedoch auf Kulanz übernommen werden.

Seine geringe Mängelquote und der Umstand, dass der Audi Q7 jedes Ziel aus eigener Kraft erreichte, beschert ihm einen zweiten Platz in der Mängelstatistik nur knapp hinter dem Mercedes ML 320 CDI. Die Sorge, dass die komplexe Elektronik den Audi anfällig für Macken machen würde, erwies sich als unbegründet. Tatsächlich wurde die Options-Phalanx überwiegend als hilfreich und angenehm empfunden. Die Xenon-Scheinwerfer schlagen helle Schneisen in die Dunkelheit und überstehen den Test ohne jede Beanstandung - genau wie das große Glasdach, das weder knarzt noch Undichtigkeiten zeigt. Das Soundsystem hat seinen Namen verdient und integriert einen daran angeschlossenen MP3-Spieler nahezu optimal. Auch das Navigationsgerät bekommt überwiegend gute Noten. Eine gern genutzte Unterstützung bietet zudem der Abstandsregel-Tempomat (ACC): Er funktioniert überzeugend und bremst bei Bedarf – ganz so, wie es ein guter Chauffeur tun würde.

Schlechte Übersichtlichkeit der Karosserie stört

Für ein wenig Hilfe sind Q7-Fahrer aber besonders beim Manövrieren dankbar, denn so groß und zugebaut wie der Audi ist kein anderer europäischer SUV. Der gleich lange Mercedes GL fällt etwas schmaler aus und bietet trotzdem das großzügigere Raumgefühl sowie eine übersichtlichere Karosserie. Parkhausbesuche und Fahrten durch enge Gassen verschaffen jedenfalls sogar versierten Fahrern bisweilen einen unfreiwilligen Adrenalinschub. Nach schräg vorne sind stets die dicken A-Säulen und die riesigen Spiegel im Weg, zur Seite und nach hinten mindern besonders die niedrigen Scheiben den Ausblick.

Die optionale Rückfahrkamera kann dabei die akustische Einparkhilfe nicht ersetzen, weil sie schnell verschmutzt und dann unbrauchbar ist. Kein Wunder, dass der massige Q7 trotz gutem Komfort, hoher Zuverlässigkeit und maßvollem Verbrauch nicht nur bei Zeitgenossen aneckt, die ihn sich nicht leisten können. Seine extreme Unübersichtlichkeit war maßgeblich dafür verantwortlich, dass sein Blechkleid viele kleine Blessuren davontrug - nicht vom harten Offroad-Einsatz wohlgemerkt, sondern vom ganz normalen Großstadt-Dschungel.

Vor- und Nachteile

  • großzügiges Platzangebot für fünf Personen
  • langstreckentaugliche Sitze
  • kultivierter, ausreichend kräftiger Motor
  • angenehmer Fahrkomfort
  • präzise und zielgenaue Lenkung
  • sehr hochwertige Verarbeitung
  • angemessener Verbrauch, große Reichweite
  • harmonisch abgestimmtes Automatikgetriebe
  • wirksame Fahrerassistenz-Systeme
  • enorm unübersichtliche, sperrige Karosserie
  • für die Abmessungen kleiner Kofferraum
  • erhöhter Reifenverschleiß
  • Rückspiegel verschmutzen schnell
Technische Daten
Audi Q7 3.0 TDI Quattro Luftfederung
Grundpreis53.375 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe5086 x 1983 x 1697 mm
KofferraumvolumenVDA775 bis 2035 L
Hubraum / Motor2967 cm³ / 6-Zylinder
Leistung171 kW / 233 PS (500 Nm)
Höchstgeschwindigkeit216 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,1 s
Verbrauch10,6 L/100 km
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