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BMW 740d

Aus der neuen Welt

Foto: Achim Hartmann, Michael Heinz, Otto Hofmayer, Beate Jeske, Hans-Dieter Seufert, Hermann-Josef Stappen 13 Bilder

Mit dem aktuellen BMW Siebener brach eine neue Epoche im Automobil-Bau an. Eine i-Drive-Bedienführung hat es so noch nie gegeben. Wie man mit der neuen Technik im Alltag lebt, musste der Elektronik-Bomber 740d über 100.000 Kilometer zeigen.

26.01.2006

Wie im siebten Himmel fühlte sich im neuen Siebener auf Anhieb niemand. Im Gegenteil. Die schöne neue Autowelt erschien selbst Testprofis zunächst wie ein Buch mit sieben Siegeln. Vor allem i-Drive geriet mit seiner undurchsichtigen Menüführung zum Zankapfel der Autonation.

Viel Spannung lag also nicht nur an der Batterie des mit Elektronik vollgestopften Dauertestwagens 740d an, als er am 13. Dezember 2003 antrat, sondern auch in der Redaktion. Schließlich hatte mancher Kollege mit den ersten Testwagen auch in puncto Zuverlässigkeit schlechte Erfahrungen gemacht.

Einige Leser haben den Kupferwurm gesichtet

Schnee von gestern? Ja. Der Dauertestwagen erwies sich als so pflegeleicht, dass er es im auto motor und sport-Mängelindex in der zahlenmäßig kleinen Luxusklasse auf Rang eins schafft. Doch die Leserbriefe beweisen: Nicht jeder kam so glimpflich davon. Unnötig aufleuchtende Kontrolllampen, entladene Batterien, ein Kofferraumdeckel, der mal während der Fahrt öffnet und später nicht mehr entriegelt, ein Automatikwählhebel, der in zwei Teile bricht oder ein Kombiinstrument, das komplett den Geist aufgibt - auch in der Luxusklasse sind Nehmerqualitäten gefragt. Besonders, wenn abgerechnet wird. 110.460 Euro kostete der Dauertestwagen am Anfang seiner Laufbahn. Zwei Jahre später waren es nur noch 46.925 Euro. Dabei fällt der Abschied durchaus schwer. Denn eine bessere Reiselimousine hat der Fuhrpark derzeit nicht zu bieten.

Bedienfehler werden provoziert

Gas geben - und abheben. Mit seinem gewaltigen Drehmoment von 600 Newtonmetern rauscht der Siebener trotz des hohen Eigengewichtes von über 2,2 Tonnen wie ein Raumschiff durch die Auto-Galaxie. Nur im Winter zeigt das Kraftpaket Schwächen. Auf schneeglatter Fahrbahn wollen die 258 PS sorgsam dosiert werden, sonst mangelt es an Traktion.

Dabei geht die hohe Leistung mit einem moderatem Verbrauch einher: Knapp elf Liter benötigte der Dauertestwagen im Mittel. Sparfüchse schafften Werte unter neun Liter. Auf der Autobahn läuft der Koloss wie auf Schienen. Aber auf kurvenreichen Strecken wirkt er schwerfällig und unhandlich. Allzu schweres Gepäck sollten vier Passagiere jedoch nicht mitführen. Die Zuladung reduziert sich bei einem gut ausgestatteten Siebener extrem, im Fall des Testwagens auf lächerliche 383 Kilogramm.

Doch das sind nicht die einzigen Schwächen. Wer die Automatik bedienen wollte, aktivierte bisweilen den Scheibenwischhebel und umgekehrt. Praktisch ist hingegen das Kühlfach in der Mittelkonsole. Die Tasten für CD-Wechsler und das viel zu kleine Handschuhfach erschließen sich nicht auf Anhieb. Beim Öffnen des CD-Fachs sollte der Co-Pilot in Deckung gehen, denn das Magazin wird dann mit voller Wucht herauskatapultiert. 

Teure Teile, günstige Wartungskosten

Außerdem zieht sich die Kritik an der Sitzverstellung wie ein roter Faden durch die Bord-Protokolle. Schon nach 26.000 Kilometern gab am Fahrersitz die Verstellung der Oberschenkelauflage ihren Geist auf, nach 56.000 km passierte das Gleiche mit dem oberen Lehnenteil. Ein Reparaturversuch verschaffte keine dauerhafte Abhilfe, so dass Kabelstrang, Steuergerät und Schalter der Sitzverstellung erneuert wurden - für unglaubliche 1.173 Euro. Auch der Austausch des defekten Radarsensors des Abstandsregeltempomaten ging ins Geld: 1.852 Euro hätte die Werkstatt für die Reparatur außerhalb der Garantie verlangt - gerade einmal 200 Euro weniger als für das gesamte System.

Mehr Augenmaß beweist BMW bei der Kalkulation der Wartungspreise. Mit rund 250 Euro für eine Inspektion mit Ölwechsel liegt der Siebener auf dem Niveau eines Kompaktwagens wie dem Renault Mégane .

Vor- und Nachteile

  • sehr guter Federungskomfort
  • laufruhiger Diesel
  • gutes Ansprechverhalten
  • angemessener Verbrauch
  • große Reichweite
  • bequeme Sitze
  • großer Kofferraum
  • exakte Lenkung
  • wirksame Standheizung
  • gutes Fern- und Abblendlicht
  • gewöhnungsbedürftige Bedienung
  • Lenkstockhebel leicht zu verwechseln
  • umständliche Sitzverstellung
  • Fondtüren öffnen zu schmal
  • geringe Zuladung
  • unübersichtliche Karosserie
  • unhandliche Fahreigenschaften
  • zu kleines Handschuhfach
  • billig wirkende Holzblenden
Technische Daten
BMW 740d
Grundpreis77.200 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe5029 x 1902 x 1492 mm
KofferraumvolumenVDA500 L
Hubraum / Motor3901 cm³ / 8-Zylinder
Leistung190 kW / 258 PS (600 Nm)
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h7,4 s
Verbrauch9,8 L/100 km
Testverbrauch10,5 L/100 km
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