Alles über Dacia Duster
SUV (Sport Utility Vehicle)
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Dacia Duster dci 110 4X4, Front, Fischerhafen 34 Bilder Zoom

Dacia Duster dci 110 4x4 im Dauertest: 50.000 Kilometer nicht ohne Fehl und Tadel

Das Angebot für den Dacia Duster dCi 110 4x4 klingt verlockend: trendiger Kompakt-SUV mit ausgereifter Renault-Technik zum Preis eines Kleinwagens. Aber wie schlägt sich der SUV im Dauertest über 50.000 Kilometer?

Als Dacia 2005 mit dem Logan auf dem deutschen Markt auftauchte, konnte sich die Konkurrenz noch damit trösten, dass die Autos der rumänischen Renault-Tochtermarke zwar zu Dumping-Tarifen angeboten wurden, aber sonst wenig Reiz versprühten. Mit dem 2010 eingeführten Dacia Duster hat Dacia jedoch erstmals ein Modell im Programm, dessen Attraktivität nicht nur auf einem extrem niedrigen Preis beruht. Der bullige Kompakt-SUV ist eine Handbreite kürzer als ein VW Tiguan, aber mit einem Grundpreis ab 11 990 Euro nur halb so teuer wie der Wolfsburger Bestseller. Das kommt an: 2011 rangierte der Duster in der Gunst der Privatkunden hinter Tiguan und Nissan Qashqai, aber noch vor BMW X1 und Skoda Yeti auf Rang drei der deutschen SUV-Zulassungsstatistik.

Für den Dauertest wählten wir allerdings nicht die Basisversion, denn zum damaligen Zeitpunkt im Herbst 2010 war das ohnehin nur optional angebotene ESP (300 Euro) ausschließlich für die stärkere Diesel-Ausführung mit 110 PS zu haben. Mit Allradantrieb (1.900 Euro), vollwertigem
Ersatzrad (50 Euro), Metallic-Lackierung (450 Euro) und Prestige-Ausstattung summierte sich der Preis für den Testwagen Dacia Duster dCi 110 4x4 damals auf nicht mehr ganz so günstige 19.390 Euro - heute würde er neu 19.600 Euro kosten.

Kompromisse bei Materialqualität und Verarbeitung

Prestige bedeutet beim Dacia Duster dCi 110 4x4 einige Annehmlichkeiten wie Klimaanlage, CD-Radio, Nebelscheinwerfer und Leder auf Lenkrad und Sitzen, wobei sich dadurch am zweckmäßig-rustikalen Cockpit-Ambiente nichts ändert. Während der kalten Wintermonate intensivierte sich stattdessen die Kritik an den wenig konturierten Sitzmöbeln, denn Dacia verzichtet auf eine bei Lederpolstern sonst übliche Sitzheizung. Außen verstärkt die Topversion hingegen mit großen Alurädern, dunkel getönten Fondscheiben sowie Unterfahrschutz, Dachreling und Seitenschwellern den Auftritt des Offroaders. So macht der Dacia Duster dCi 110 4x4 einiges her, wenngleich er im Detail Kompromisse hinsichtlich Materialqualität und Verarbeitung verlangt. Dazu zählen etwa unsauber verlegte Teppiche mit Blick aufs Bodenblech oder lose Türdichtungen sowie innen und außen wenig solide Türöffner oder eine labbrig-simple Laderaumabdeckung. Pragmatiker haben dafür nur ein Schulterzucken übrig und verweisen auf den bequemen Ein- und Ausstieg oder die gute Übersichtlichkeit der Karosserie, die Passagieren und Gepäck genügend Platz zur Verfügung stellt.

Dank ausreichend direkter Lenkung lässt sich der Dacia Duster dCi 110 4x4 prima durch den Großstadtdschungel steuern. Neulinge wundern sich aber über den kurz übersetzten ersten von sechs Gängen. Er dient als Ersatz für die fehlende Geländeuntersetzung, auf der Straße ist Anfahren ohne weiteres im zweiten Gang möglich.

Für Ausflüge abseits befestigter Pisten kann der sonst automatisch zuschaltbare Allradantrieb auf eine starre Kraftverteilung umgestellt werden. Im Alltag reicht meist der Frontantriebsmodus, zumal der Dacia Duster dCi 110 4x4 ohnehin nicht zu flotter Gangart animiert. Auch nicht auf der Autobahn: So lange dort das Tempo im Bereich der Richtgeschwindigkeit bleibt, reisen die Insassen durchaus komfortabel. Eiligeren Piloten lärmen dagegen kräftig anschwellende Windgeräusche ins Ohr. Auch der Dieselmotor ist kein Leisetreter. Besonders nach kalten Winternächten erwacht er mühsam mit heftigem Nageln, und es dauert eine ganze Weile, bis er die Betriebstemperatur erreicht und in eine erträglich grummelnde Tonart verfällt.

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Dacia Duster dCi 110 4x4 verbraucht im Testdurchschnitt 7,8 Liter

An Leistungsvermögen und Verbrauch gibt es hingegen wenig auszusetzen. Der 1,5-Liter-Vierzylinder treibt den Dacia Duster dCi 110 4x4 zügig voran und gab sich über die Testdistanz im Schnitt mit 7,8 Liter Diesel pro 100 Kilometer zufrieden.

Obwohl die Technik auf bewährten Konzern-Komponenten aufbaut, erwies sich der Allradler nicht gerade als zuverlässig. Bereits nach 23.000 Kilometern gab es Klagen über Kratzgeräusche beim Einlegen des zweiten Gangs. Die Werkstatt entdeckte beim Zerlegen Metallspäne im Inneren und tauschte das defekte Getriebe auf Garantie - und die gilt bei Dacia immerhin drei Jahre oder 100.000 Kilometer. Sonst hätte diese Aktion knapp 2.500 Euro gekostet. Wenige Tausend Kilometer später krankt der Dacia Duster dCi 110 4x4 an massivem Ölverlust. Die Ursache, eine undichte Zuleitung für den Turbolader, ist schnell gefunden. Mangels rascher Verfügbarkeit des passenden Ersatzteils hilft die Werkstatt unkonventionell und bedient sich kurzerhand aus einem Neuwagen. Einziger Trost: Typisch scheinen diese Defekte nicht zu sein. Unter den Leserzuschriften (siehe unten) finden sich keine vergleichbaren Probleme.

Während der restlichen Testdistanz war der Dacia Duster dCi 110 4x4 nur noch ein Mal zur Zwischeninspektion in der Werkstatt, wobei die Kundendienste alle 15.000 Kilometer für die allradgetriebene Dieselversion mittlerweile der Vergangenheit angehören. Sie muss nun wie alle anderen Duster nur noch alle 30.000 Kilometer zur Inspektion. Bei dieser Gelegenheit wurde das Türschloss auf der Fahrerseite nachjustiert, um Klappergeräusche abzustellen. An der häufig monierten, ungenauen Tankanzeige konnte jedoch kein Defekt festgestellt werden. Empfehlung der Werkstatt: Beim Tanken nach dem Abschalten der Zapfpistole nicht weiter bis zum Anschlag vollfüllen. Solche Kleinigkeiten verzeiht man dem günstigen Dacia Duster gern. Aber zuverlässig sollte er schon sein.

Und wir fahren weiter: 62.000 Kilometer

Seit dem Ärger mit dem Getriebe und dem Ölverlust dieselt der Dacia Duster ohne Störungen durch die Welt – völlig Premium-frei, woraus der kleine Allradler wiederum seinen Reiz bezieht. An den Materialien lässt sich zumindest nicht die zurückgelegte Distanz von rund 62 000 Kilometern ablesen, sie wirkten schon am ersten Tag irgendwie gebraucht und abwaschbar. Ja und? Bislang fiel nichts ab, und auch die beim Duster geradezu dekadent wirkende Lederpolsterung ist nach wie vor straff und wirft keine Falten. Einzige Verschleißerscheinungen: zunehmende Windgeräusche im Bereich der Fahrertür sowie ein wackelnder Fahrersitz. Da die übrigen Sitze kein Spiel aufweisen, kann dieser Mangel nicht vom rumpeligen 1,5-Liter-Triebwerk herrühren.

Lesermeinungen zum Dacia Duster

Bisher fuhr ich Kia und Honda, allesamt problemlose Autos, und der Dacia Duster reiht sich nahtlos ein - nur Tanken, Luft und Ölstand prüfen, das war’s! So muss ein Familienauto sein - praktisch, robust, pannenfrei, ohne elektronischen Firlefanz, ehrlich und bezahlbar. Ich bereute die Kaufentscheidung an bisher keinem Tag. Übrigens: Viele Duster-Fahrer grüßen sich unterwegs - das finde ich sehr sympathisch. René Kaiser

Selten habe ich Geld für ein Auto so gut angelegt. Auf über 16.000 mängelfreien Kilometern genieße ich das Gefühl, mein bestes Auto der letzten 24 Jahre zu besitzen. Ob vollgepackt auf großer Urlaubsfahrt oder im Alltagsgebrauch, der Dacia Duster überzeugt als Renault 4 der Neuzeit rundum. Die wenigen Kritikpunkte - starke Innenraum-Aufheizung, schwache Lüftung, kratzempfindliche Verkleidungen - nehme ich aufgrund des geringen Kaufpreises und der bisherigen Zuverlässigkeit gerne in Kauf. Thomas Petersen

Mein Dacia Duster dCi 110 4x4 verbraucht im Durchschnitt 6,5 Liter pro 100 km, inklusive Urlaubsfahrten mit Alpenüberquerung und Autobahnetappen mit Tempo 130 bis 150. Defekte oder Mängel? Bislang keine. Ich bin sehr zufrieden. Peter Behrenbeck

Jens Dralle

Autor

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Datum

5. Juni 2012
Dieser Artikel stammt aus Heft auto motor und sport 12/2012.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
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