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Volvo V40 D3 Summum Dauertest

Durchgehend gut. Fast.

Volvo V40 D3, Heckansicht Foto: Holger Wittich 22 Bilder

Fast makellos ist die Bilanz des Volvo V40 D3 nach 100.000 Dauertest-Kilometern. Mit seiner Zuverlässigkeit, den Fahreigenschaften und dem charaktervollen Antrieb kann er glänzen, nicht jedoch mit dem zu straffen Fahrwerk.

27.01.2016 Heinrich Lingner

Einen Volvo in einem 100.000-km-Dauertest auf seine Langlebigkeit und Zuverlässigkeit zu überprüfen, das ist etwa so, als wolle man einen Ironman-Triathleten bei den Bundesjugendspielen an seine Grenzen bringen. Die Automobile der schwedischen Premium-Marke gelten ja als geradezu sprichwörtlich robust und unkaputtbar.

Dass das mehr ist als nur eine urbane Legende mit nicht überprüfbarem Wahrheitsgehalt, zeigt unter anderem die Untersuchung einer Internet-Gebrauchtwagenbörse. Sie ergab, dass unter den Top 20 der angebotenen Gebrauchtwagen mit den höchsten Laufleistungen sieben Volvo-Modelle zu finden sind. In ein paar Jahren wird der kompakte V40 der aktuellen Generation womöglich ebenfalls in dieser Hitliste vertreten sein, das ist eine Erkenntnis aus diesem Dauertest. Denn der Volvo V40 D3 mit dem 150 PS starken Zweiliter-Fünfzylinder-Diesel absolvierte die Dauertestdistanz so ungerührt, dass man ihm ohne Weiteres die dreifache Laufleistung und mehr zutraute. Das liegt nicht nur daran, dass der Antriebsstrang samt Getriebe und Antriebswellen keine merklichen Spuren des Alterns zeigt. Ebenso sind Karosserie und Inneneinrichtung von den strapaziösen Langstreckenfahrten weitestgehend unbeeindruckt.

Volvo V40 D3: Seit Sommer 2013 im Dauertest

Im Sommer 2013 tritt der titan-graue (Metallic-Lack: 700 Euro Aufpreis) Volvo V40 D3 den Dienst in der Redaktion an. Der Testwagen kostet einschließlich Metallic-Lackierung genau 45.415 Euro, mithin enthält er also Mehrausstattungen im Wert von rund 14.000 Euro, der Grundpreis des Volvo V40 D3 Summum beträgt 31.140 Euro. Die üppige Summum-Version beinhaltet Annehmlichkeiten wie elektrisch einstellbaren Fahrersitz, Licht- und Regensensor, Geschwindigkeitsregelung und Frontscheibenheizung sowie Volvo-typische Sicherheitsfeatures wie Fußgänger-Airbag oder das City-Safety-System.

Teuerste Zutat aus dem Aufpreismenü beim Volvo V40 D3 ist dann auch das 1.980 Euro teure Fahrerassistenz-Paket Pro mit aktivem Geschwindigkeitsregelsystem, Notbremsassistenten mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, BLIS (Blind Spot Information System) oder Spurhalteassistenten und Cross Traffic Alert. Fast ebenso kostspielig ist das Business-Paket für 1.970 Euro, das Navi, Telefon- und Internetanbindung sowie Sound-System umfasst. Das 1.500 Euro teure Lichtpaket mit Xenon-Scheinwerfern und die Einparkhilfe für 650 Euro komplettieren die empfohlenen Ausstattungspakete, auf den Rest der gelisteten Extras kann man verzichten, ohne mit einem ärmlich ausstaffierten Volvo V40 D3 leben zu müssen. Eine kleine Bemerkung sei dazu noch erlaubt: Dass eine sicherheitsbewusste Marke wie Volvo sich bei einem über 45.000 Euro teuren Auto die elektrische Kindersicherungen der Fondtüren mit 90 Euro bezahlen lässt, ist schon seltsam.

Volvo V40 D3, HeckansichtFoto: Holger Wittich
Übersichtlichkeit: Die Sicht nach hinten ist spärlich. Federung: Das straffe Fahrwerk erfuhr wenig Gegenliebe.

Volvo V40 D3: Sehr gute Sitze im V40

Klagen über mangelnde Familientauglichkeit sind in den Begleitkarten dennoch nicht anzutreffen. Allenfalls das spärliche Ladevolumen und die zu kleine Kofferraumklappe des Volvo V40 D3 werden verschiedentlich bemängelt. Das Platzangebot im Interieur findet dagegen häufiger Beifall, ebenso die sehr guten und bequemen Sitze, die zudem von einer arktistauglichen Sitzheizung wohlig temperiert werden. Das findet umso mehr Beifall, als die Heizung bei sehr niedrigen Außentemperaturen eher zögerlich zur Sache kommt. Da kommt auch die heizbare Frontscheibe sehr zupass, ein Erbe der Ford-Ära bei Volvo. "Schnelle Wirkung, Heizdrähte kaum sichtbar", lobt etwa ein Fahrer im Februar 2014 die serienmäßige Heizscheibe.

Und da wir jetzt gerade beim Loben sind: Ebenso positiv äußerten sich alle Nutzer über den Antrieb des Volvo V40 D3, ein allerdings eingeschränkter Zuspruch, denn den Motor des Dauertestwagens gibt es so nicht mehr. Seit Mai 2015 ersetzt der Zweiliter-Vierzylinder aus der neuen Volvo-Motorenfamilie den Fünfzylinder. Das darf man ruhig schade finden, denn auch im Testwagen erfreut der alte Diesel mit weichem Lauf, charaktervollen Timbre und kräftigem Durchzug. Und allzu durstig ist der Motor ebenfalls nicht. Insgesamt bekommt er während des Dauertests 6.898,8 Liter Dieseltreibstoff eingefüllt, was einem Schnitt von rund 6,9 Litern je 100 Kilometer entspricht.
Das mag nicht eben sparsam erscheinen, doch der Volvo V40 D3 wurde häufig für eilige Dienstfahrten benutzt, einschließlich langer, schneller Autobahnetappen. Verbrauchswerte um die fünf Liter sind in den Begleitkarten ebenso verzeichnet wie Werte knapp unter neun Litern nach sehr zügig gefahrenen Autobahnabschnitten. Angesichts der Fahrleistungen und des Antriebskomforts des Fünfzylinders ist das sehr okay, zumal der Motor im Volvo V40 D3 über die Testdistanz nichts von seiner Spritzigkeit einbüßt.

Nur einmal wird der Volvo V40 D3 auffällig: Im Rahmen der 60.000er-Inspektion wird auf Garantie ein gebrochenes Luftrohr zum Ladeluftkühler ersetzt - ein Bagatelldefekt, der sich so diskret auswirkt, dass er keinem Nutzer vor dem Werkstattaufenthalt auffällt. Außerhalb der Garantiezeit hätte er gerade mal 138 Euro Reparaturkosten verursacht.

Volvo V40 D3, KofferraumFoto: Dino Eisele
Kleine Luke, kleiner Kofferraum: Klagen über das geringe Ladevolumen waren nicht eben selten.

Schwieriger Ölcheck

Ansonsten ist keine einzige Reparatur zu verzeichnen, nur der verschleißbedingte Austausch von Wischerblättern, Schmierstoffen und Reifen. Außerhalb der Intervalle verlangt der Motor des Volvo V40 D3 nach zwei Litern Öl, ein kaum messbarer Verbrauch also. Das ist auch gut so, denn ob der Ölstand stimmt, das lässt sich bei dem Fünfzylinder nicht so ohne Weiteres feststellen. In der buchdicken Bedienungsanleitung ist der entsprechende Hinweis zudem nur schwer zu finden: Startknopf für zwei Sekunden bei eingeschalteter Zündung drücken, dabei nicht auf die Bremse treten, dann mit Daumenkino auf der linken Lenkradspeiche ins Ölmenü blättern. Soll man da etwa selbst drauf kommen?

Überhaupt ziehen sich Beschwerden über die komplizierte Bedienung von Nebenfunktionen und Infotainment im Volvo V40 D3 als Konstante durch die Begleitkarten des Dauertesters. Telefon koppeln, Navi-Karte einnorden, neuen Radiosender einstellen, das alles sind Aufgaben, die erst nach einiger Übung auf Anhieb gelingen.

Beinahe mängelfrei

Ebenso konstant übrigens die Bemerkungen zu dem als viel zu straff empfundenen Fahrwerk und der nervösen, rückmeldungsarmen Lenkung.

Wenig Gefallen finden vor allem größer gewachsene Tester am beengten Einstieg und der etwas zu hohen Sitzposition. Zu den häufig angeführten Kritikpunkten zählen des Weiteren die schlechte Übersichtlichkeit und der große Wendekreis, dazu der deckellose und kleckerfreudige Tankverschluss, der vielfach für Ärger sorgt. Was jedoch nichts daran ändert, dass der Volvo V40 D3 mit Bravour aus dem Dauertest entlassen wird. Im Mängelindex belegt er Platz drei, ohne das Luftrohr läge er gleichauf mit den Null-Mängel-Helden Ford Focus und Toyota Auris Hybrid.

Volvo V40 D3, HeckansichtFoto: Carsten Rose
Die schlechte Übersichtlichkeit wurde oft bemängelt, das Heckfenster ist viel zu klein.

Wir haben unsere Leser gefragt:

Seit einem Jahr und rund 28.000 km bereitet mir mein Volvo V40 D2 viel Freude. Der Volvo-Urwert Sicherheit ist gut und konsequent umgesetzt. Totwinkel-Warner, Cross Traffic Alert, Verkehrszeichenerkennung, Spurhalteassistenz und Auffahrwarner überzeugen auch bei schlechten Wetterverhältnissen. Die Qualitätsanmutung ist auf Premium-Niveau und überzeugt sicherlich auch noch in ein paar Jahren. Last but not least ist der individuelle Auftritt auf Deutschlands Straßen zu erwähnen: Der V40 ist ein Augenschmeichler.

Egbert Schmidt 81671 München

Seit 2013 bereichert ein V40 D4 Geartronic unseren Fuhrpark. Es ist der dritte Volvo in Folge, der Kilometerzähler zeigt inzwischen 37.500 km an. Die vielfach als zu straff beschriebene Federung war nach dem Umstieg vom C70 eine kleine Herausforderung. Inzwischen wird sie als angenehm empfunden. Der Verbrauch liegt bei 5,5 Litern Diesel auf 100 km. Für einen fast 180 PS starken Wagen geht das in Ordnung. Das Platzangebot ist ausreichend. Wir würden das Auto jederzeit wieder nehmen. Schade nur, dass es mit den Fünfzylindern bei Volvo nichts mehr wird.

Markus Sobottka 27404 Zeven

Der V40 begeistert mich jeden Tag aufs Neue. Am meisten erfreut der Fünfzylinder-Diesel mit seinem unvergleichlichen Sound, seiner Kraftentfaltung, aber auch seinen Fähigkeiten beim gemütlichen Mitschwimmen im dichten Verkehr. Der Durchschnittsverbrauch geht mit 6,3 Litern/100 km in Ordnung. Das Fahrwerk wirkt manchmal etwas hölzern, hier mag es bessere Lösungen geben, im normalen Alltagsbetrieb stört aber auch das nur minimalst.

Michael Lauterbach 90592 Schwarzenbruck

Bislang habe ich 31.000 km mit meinem Volvo V40 D3 zurückgelegt, der Verbrauch liegt bei 5,9 Litern. Ich benutze den Wagen überwiegend für die tägliche Fahrt zur Arbeit und muss sagen, dass ich es nicht bereut habe, von deutschen Fahrzeugen auf den V40 umgestiegen zu sein. Ausfälle oder andere Mängel hatte ich bislang nicht, der Wagen brilliert mit dem, was er soll: unaufgeregt fahren und mich dabei komfortabel und zügig von A nach B zu bringen. Der Fünfzylindermotor trägt ebenfalls dazu bei. Auf der Haben-Seite stehen der tolle Komfort, die hervorragenden Sitze und die ansprechende Unaufgeregtheit des gesamten Wagens.

Heiko Aland 96049 Bamberg

Technische Daten
Volvo V40 D3
Grundpreis31.680 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4369 x 1783 x 1420 mm
KofferraumvolumenVDA335 bis 1032 L
Hubraum / Motor1984 cm³ / 5-Zylinder
Leistung110 kW / 150 PS (350 Nm)
Höchstgeschwindigkeit210 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,6 s
Verbrauch4,3 L/100 km
Testverbrauch6,9 L/100 km
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