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Ford S-Max 2.0 TDCi Test

Mäßiges Gesamtbild bei kantigem Ford

Ford S-Max Foto: Hans-Dieter Seufert 26 Bilder

Der kantige Ford S-Max 2.0 TDCi begeistert auf 100.000 Kilometern mit agilem Handling, viel Platz und Variabilität. Zahlreiche Mängel und außerplanmäßige Werkstattaufenthalte führen dennoch zu einem mäßigen Gesamtbild des Ford.

10.05.2009 Dirk Gulde

"Selbst heute, zwei Jahre nach Markteinführung, bleiben Leute auf dem Parkplatz stehen und begutachten das Fahrzeug", berichtet auto motor und sport-Leser und Ford S-Max-Fahrer Oliver Trude, der laut eigener Schätzung nach dem 25. Beratungsgespräch für den Ford aufgehört hat zu zählen: "Ich habe durch den Wagen jede Menge netter Menschen kennengelernt." Andere S-Max-Fahrer loben in ihren Zuschriften das für einen Van erstaunlich dynamische Design mit den Lufteinlässen in den vorderen Kotflügeln und zeigen sich vom Platzangebot sowie der hohen Variabilität der einzeln umklappbaren Rücksitze im Ford S-Max begeistert.

Aus den selben Gründen greift man auch in der Redaktion gern zur 4,77 Meter langen Großraumlimousine, die innerhalb der Ford-Palette deutlich über dem kompakten Ford C-Max, aber nur knapp unterhalb des Ford Galaxy rangiert. Auch längere Dienstreisen lassen sich auf den bequemen und ausreichend dimensionierten Sesseln ermüdungsfrei zurücklegen. Zudem schluckt der Kofferraum je nach Anzahl der Mitreisenden bis zu zwei Kubikmeter Gepäck, das nur über eine rückenschonend niedrige Kante gehievt werden muss. Sein Fahrwerk mit den optionalen adaptiven Dämpfern wird hingegen zwiespältig bewertet: Einigen Kollegen ist es in Stellung Komfort zu schwammig, zudem haben andere S-Max- Testwagen mit ihren ausgewogen abgestimmten Seriendämpfern schon gezeigt, dass man sich den Aufpreis in Höhe von 965 Euro für die Verstellfunktion sparen kann.

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Dauertest Ford S-Max
auto motor und sport 10/2009
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Klare Empfehlung: Für fast den gleichen Betrag bekommt man die Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Abbiegelicht, die nicht nur sehr hell strahlen, sondern die Umgebung angenehm breitflächig ausleuchten. Fast nur Lob erntet auch die Kombination aus dem exakt schaltenden Sechsgang-Getriebe des Ford S-Max und dem Zweiliter-Diesel mit 140 PS, der den immerhin 1,7 Tonnen schweren Van ausreichend agil antreibt.

Viele Störungen im Dauertest

Die spürbare Anfahrschwäche des Ford will allerdings mit erhöhter Drehzahl beim Einkuppeln ausgetrickst werden. Zudem steht am Berg die nicht immer sofort lösende elektrische Handbremse geschmeidigem Rangieren entgegen. Über die komplette Distanz konsumiert der akustisch zurückhaltende Vierzylinder dafür nur 8,4 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Angesichts der Transportkapazität, die häufig ausgeschöpft wurde, ein sehr guter Wert.

Also alles eitel Sonnenschein? Nicht ganz. Denn auf den ab Januar 2007 zurückgelegten 100.000 Kilometern in der Redaktion fällt der Raumgleiter mit überdurchschnittlich vielen Störungen auf. Dass es sich meistens um kleinere Schäden handelt, bleibt dabei nur ein schwacher Trost. So verstopft bereits bei Kilometer 1.479 ein Eisklumpen den im Radkasten endenden Auspuff der Standheizung des Ford S-Max. Da sie nicht abschaltet, vernebeln ihre Abgase den kompletten Innenraum. Zudem fällt der Wärmespender durch seine geringe Heizwirkung auf, weswegen er bei 38.000 Kilometern einen neuen Auspuff bekam, bei 44.000 Kilometern ganz ausgetauscht und in der Folge mit zwei Softwareupdates versehen wurde. Doch vergebens. Bis zum Schluss wird die Standheizung ihrem Namen nicht gerecht.

Dass es sich keinesfalls um einen Einzelfall handelt, zeigt sich daran, dass Ford schon seit Februar 2007 komplett überarbeitete Module einbaut. Mehrmals für Ärger sorgte auch der Diesel-Partikelfilter, der immer wieder verstopft, was zu Leistungsverlusten und unrundem Motorlauf führt. Zwei Mal musste der S-Max deshalb in die Werkstatt, wo der Filter im Stand über ein spezielles Programm am Diagnosegerät regeneriert wurde. Trotz aller Bemühungen nervten mehrfach Motoraussetzer über die gesamte Distanz. Einen wahren Schreckensmoment erlebte hingegen Kollege Blumenstock, der mit dem gewichtigen Ford wegen fehlender Bremswirkung beinahe einen Auffahrunfall gebaut hätte. Nach einem Kaltstart streikte der Bremskraftverstärker, erst drei Neustarts konnten ihn zum Leben erwecken. Beim folgenden Werkstattbesuch wurde die zugehörige Unterdruck-Pumpe ausgetauscht, die eigentliche Ursache - ein Ventil an der Unterdruckleitung - konnte jedoch erst im Rahmen einer Rückrufaktion behoben werden.

Nur Platz 5 von sieben getesteten Vans

Dass die Kontrollleuchte der Feststellbremse nach dem Lösen öfters nicht erlosch, liest sich dagegen wie eine Lappalie. Dennoch musste deshalb zwei Mal die Werkstatt angesteuert werden, um den Fehlerspeicher des Ford S-Max zu löschen bzw. das Steuermodul neu zu programmieren. Neben den bereits erwähnten Funktionsmängeln ein weiterer Grund, sich die rund 200 Euro Aufpreis zu sparen und lieber die serienmäßige mechanische Handbremse zu wählen. Zwischen den ohnehin nicht allzu weiten Inspektionsintervallen (20.000 Kilometer) wurden in zusätzlichen Werkstattaufenthalten aber auch die knarzende Getriebeschaltung gefettet, der ausgeschlagene Dämpfer an der Heckklappe ersetzt, klappernde Türverkleidungen ruhiggestellt, lose Zierleisten an der Windschutzscheibe erneuert, die wirkungslose Klimaanlage mit frischem Kühlmittel gefüllt und eine gerissene Schaltmanschette getauscht.

Dass Kabel an Kurbelwellensensor und Umwälzpumpe den Appetit von Mardern anregten, kann man dem S-Max hingegen nicht anlasten. Dennoch bedeuten acht außerplanmäßige Werkstattbesuche und Mängelindex 17 nur Platz fünf im auto motor und sport- Ranking - bei gerade mal sieben gelisteten Vans. Dass der Ford nach 100.000 Kilometern laut abschließendem Dekra- Gutachten 58 Prozent an Wert verlor, überrascht hingegen angesichts des noch wie neu strahlenden Lacks und des bis auf leichte Kratzspuren gut erhaltenen Innenraums.

Geringe Inspektionskosten

Extras für über 15.000 Euro machen sich bei stark auf Nutzwert ausgelegten Fahrzeugen wie dem S-Max in puncto Wiederverkauf offensichtlich nicht bezahlt. Immerhin hielten sich die Werkstätten mit reinen Inspektionspreisen zwischen knapp 200 und 340 Euro angenehm zurück. Angesichts des hohen Fahrzeuggewichts gingen auch Bremsen- und Reifenverschleiß mehr als in Ordnung. So sind es also die vielen Defekte, die ein positives Fazit verhindern.

Dass es sich beim Testwagen um keine Ausnahme handelt, lässt sich zahlreichen Leserzuschriften entnehmen, die häufig nach ähnlichem Muster aufgebaut sind: Zunächst werden Platzangebot, Fahreigenschaften und Gesamtkonzept gelobt, um dann anschließend von vielen Problemen zu berichten. S-Max-Besitzer Björn Steffens bringt es so auf den Punkt: "Jeder Mangel ist für sich eine Kleinigkeit. Ich habe aber das Gefühl, ein noch nicht ausgereiftes Auto gekauft zu haben."

Technische Daten
Ford S-MAX 2.0 TDCi
Grundpreis35.650 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4772 x 1884 x 1660 mm
KofferraumvolumenVDA854 bis 2100 L
Hubraum / Motor1997 cm³ / 4-Zylinder
Leistung120 kW / 163 PS (340 Nm)
Höchstgeschwindigkeit205 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,5 s
Verbrauch5,3 L/100 km
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