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Kia Sportage 2.0 CRDi 4WD im Dauertest

Der-Null-Fehler-SUV

Kia Sportage, AMS1316, Dauertest Foto: Hans-Dieter Seufert 18 Bilder

So gut wie der Kia Sportage hat noch kein SUV einen Dauertest in auto motor und sport absolviert. Doch der Allradler hat auch andere Qualitäten, aber lesen Sie selbst!

07.07.2016 Heinrich Lingner 1 Kommentar

Bestimmt ist es nicht mehr als ein Zufall, dass Fotograf Hans-Dieter Seufert den weißen Kia Sportage neben der Dornier Do 31 E1 vor dem Dornier-Museum in Friedrichshafen am Bodensee ablichtet. Doch der kompakte Kia-SUV ist genau wie der Flugzeug-Prototyp ein Senkrechtstarter. Er macht die südkoreanische Marke in Deutschland bekannt, ab 1994 ist der Sportage einer der Ersten in der Klasse der kompakten SUV, und er ist heute in Deutschland das am besten verkaufte Auto der Marke, vor dem Cee’d. Und anders als die Do 31, die seit 1970 nicht mehr abgehoben ist, verkauft sich der Kia seit dem Modellwechsel zu Beginn des Jahres weiterhin gut.

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Dauertest Kia Sportage 2.0 CRDi 4WD
auto motor und sport 13/2016
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Kia Sportage, AMS1316, Dauertest Foto: Markus Stier
Für lange Reisen und größere Einkäufe war der Sportage ein begehrter Begleiter, wegen des großzügigen Nutzwerks und der guten Nutzbarkeit.

Dass so was nicht von ungefähr kommt, zeigt unser Dauertest, in dem der weiße Kia mit dem Kennzeichen F-PR 5003 genau 100.107 Kilometer zurücklegt und dabei 9.438,5 Liter Dieseltreibstoff und fünf Liter Motoröl verfeuert. Und sonst? Sonst nichts. Okay, fast nichts, denn einen Satz Wischerblätter verrubbelt er über die Distanz, und dazu je einen Satz Sommer- und Winterreifen. Die Erstausrüstung mit Hankook Optimo im Format 235/55-18 bleibt rund 51.000 Kilometer am Auto, weist dann noch eine Restprofiltiefe von 30 Prozent auf. Ähnlich sieht es bei den Winterreifen aus, die Goodyear Ultra- Grip überstehen zwei Winter und fast 50.000 km auf dem Sportage und sind mit 25 Prozent Restprofil erneuerungsbedürftig.

Zügiger Bremsenverschleiß

Womit wir bei einem Thema wären, das unserem Sportage etwas Kummer bereitete: der vergleichsweise zügige Bremsenverschleiß. Bei jeder der drei Wartungsaufenthalte in der Werkstatt (alle 30.000 km) müssen zumindest die Bremsbeläge vorn erneuert werden, einmal sogar die vorderen Scheiben. Nicht so praktisch auch, dass eine Verschleißanzeige fehlt, sodass eine regelmäßige Sichtprüfung der vorderen Bremsanlage angeraten erscheint.

Da übrigens einmal die erforderlichen Beläge nicht sofort verfügbar sind, wird der Belagwechsel 1.900 Kilometer später nachgeholt, daher der zusätzliche Werkstattaufenthalt bei knapp 64.000 km. An der Bremsanlage gibt es ansonsten wenig auszusetzen, sie verzögert sehr ordentlich, und auch gelegentlich mitgeführte Anhänger werden locker mitgestoppt.

Kia Sportage, AMS1316, Dauertest Foto: Dino Eisele
"Der leise Diesel und die Automatik zählen zu den besten Seiten des Sportage." Redakteur - Heinrich Lingner

Kia Sportage mit Null-Mängel-Bilanz

Defekte treten an dem weißen Kia nicht auf, weshalb er am Ende mit einem Mängelindex von null auf Platz eins in seiner Klasse zu finden ist, noch vor Skoda Yeti und Audi Q5. Überhaupt finden die vielen Nutzer wenig Ansätze, um über die technische Hardware des Sportage zu klagen. Der Motor wird gelobt, die meisten Fahrer empfinden ihn als leise und kultiviert, nur beim Kaltstart gibt er sich etwas vorlaut, wie unter anderem Redakteur Jens Dralle anmerkt: „Bei niedrigen Außentemperaturen macht der Zweiliter-Diesel beim Kaltstart ordentlich Radau.“

Sebastian Renz hingegen beschreibt den Antrieb als „sehr angenehm und erfreulich unaufgeregt“. Was jedoch vielen Anmerkungen zum Motor gemeinsam ist: Das etwas zurückhaltende Temperament wird bemängelt. An den objektiven Fahrleistungen liegt das nicht, der Sportage beschleunigt zum Dauertest-Ende in 9,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und ist 195 km/h schnell. Doch der Motor reagiert wenig spontan auf Gasbefehle, die weich und souverän schaltende Automatik verstärkt diesen Eindruck zudem. Viele Fahrer sehen im unaufgeregten Auftritt der Antriebseinheit jedoch vor allem einen Vorzug des Kia, er ist ein Auto, das zu einer ruhigen, gleichmäßigen Fahrweise anregt.

Vergleichsweise hoher Verbrauch

Was jedoch nicht so gut dazu passt, ist der vergleichsweise hohe Verbrauch. Mit 9,4 Litern im Schnitt ist der Zweiliter-Selbstzünder mäßig sparsam, und selbst bei betont ökonomischer Fahrt bleibt er meist über der Sieben-Liter-Grenze. Bei schnellen Autobahnetappen laufen auch schon mal über zwölf Liter je 100 km durch, da sind die 58 Liter im Vorratsbehälter zügig weggeschlürft. Unverständlich dabei: Die Reichweitenanzeige springt bei weniger als 50 km Restreichweite sofort auf null.

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Fazit

Durch Defekt fiel der Kia Sportage 2.0 CRDi 4WD also nicht auf, doch wie wird er uns in Erinnerung bleiben? Als zuverlässiger Weggefährte, der einen nie im Stich lässt und der darüber hinaus nie nervt. Die einfache Bedienung, das übersichtliche Interieur und die umfangreiche Ausstattung lernt man vor allem im Alltag zu schätzen, ebenso den großen Kofferraum und das sehr ordentliche Platzangebot für Passagiere.

Technische Daten
Kia Sportage 2.0 CRDi 4WD
Grundpreis37.630 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4440 x 1855 x 1645 mm
KofferraumvolumenVDA465 bis 1353 L
Hubraum / Motor1995 cm³ / 4-Zylinder
Leistung135 kW / 184 PS (392 Nm)
Höchstgeschwindigkeit195 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h9,8 s
Verbrauch7,2 L/100 km
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    Neuester Kommentar

    Tia, offenbar stimmt die Qualität im Hause KIA / HYUNDAI.
    Bravo KIA, ein verdienter Sieg, dazu kann man nichts mehr sagen.

    Nur der nette Hinweis an die Deutschen Hersteller, die Zeiten in denen Kunden ein Auto
    gut finden nur weil es deutsch ist sind bald vorbei... die Asiaten sind auf der Überholspur
    und haben es offenbar inzwischen geschafft des deutschen heilige Kuh einzuholen.

    Varajan 8. Juli 2016, 13:49 Uhr
    Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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