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Renault Clio 1.6 16V

Das Dauertest-Finale

Renault Clio 1.6 16V Foto: Rainer Hermann 14 Bilder

Ja sicher, Kleinwagen können schon lange viel mehr als nur in der Stadt herumfahren.
Aber kaum einen drängte es so auf große Reise wie den Renault Clio im 100.000-Kilometer-Dauertest. Kam er immer gesund wieder?

16.01.2009 Sebastian Renz

Der Fortschritt, dem ja oft vorgeworfen wird, er sei eine lahme Ente, kommt im Januar 2006 mit dem amtlichen Kennzeichen K-PR 4769 in die Redaktion gewatschelt - zu einem Zeitpunkt also, als der Begriff Downsizing nur im Zusammenhang mit Motorenkonstruktionen fällt und noch nicht mit gesamtgesellschaftlichen Zukunftserwartungen. 100.000 Kilometer wird der Clio bleiben und vom ersten Tag an zeigen, dass ein kleines Auto fast immer genügen kann - nicht nur dann, wenn es eben genügen muss. Sicher keine neue Erkenntnis, aber eine zeitgemäße.

Richtig klein ist der Clio übrigens nicht, sondern so lang wie ein Golf II. Der stand vor 20 Jahren als Erst-, Einzig- und Familienwagen unter den Carports der Nation, aber nie im Ruf, kein vollwertiges Automobil zu sein. Das mag man in den letzten, PS-fetten Jahren etwas verdrängt haben. Wobei der Clio nicht spart, weder an Leistung - mit 112 hat er so viel PS wie einst der Golf II GTI - noch an Ausstattung. Die umfasst bei der Variante Privilège schon serienmäßig sechs Airbags, Klima, Radio/CD und ESP. Ein paar Extras - vier Türen, Navi, Aluräder, Glasdach, Xenon- und Kurvenlicht - heben den Testwagenpreis auf 20.590 Euro. Für den Gegenwert in D-Mark gab es 1989 einen nackten Mercedes 200. Doch die größten Qualitäten des Clio sind aufpreisfrei: erfreulicher Fahrkomfort und gute Langstreckentauglichkeit auf Mittelklasse-Niveau. Renault ist nicht dem Irrglauben verfallen, dass ein Kleinwagen das Handling eines Sportwagens aufweisen und daher federn muss wie ein leerer Güterwaggon.

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Dauertest Renault Clio 1.6 16V
auto motor und sport 02/2009
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Renault Clio RS 1:20 Min.

Renault Clio mit unharmonischer Servolenkung

So darf der Renault Clio oft auf große Reise, erkundet Europa vom britischen Winchester bis Catania auf Sizilien. Alle Fahrer loben das sichere Fahrverhalten, das Raumangebot und die beflissene Federung. Doch die Sitzposition missfällt: Selbst die tiefste Stellung ist zu hoch, das nur höhenjustierbare Lenkrad in der obersten Position zu niedrig. Zudem stört einige die geringe Rückenabstützung der Vordersitze.

Einigkeit herrscht bei der Meinung über die elektrische Servolenkung: Sie ist indiskutabel, spricht unharmonisch an und baut in langgezogenen Kurven hohe Haltekräfte auf, die bei stärkerem Einlenken plötzlich zusammenbrechen. So etwas wie Präzision oder Feedback bietet sie gar nicht. Autor Marcus Peters stört das dermaßen, dass er ins Bordbuch notiert: "Den Clio würde ich allein wegen der Lenkung niemandem empfehlen." Wer mehrere Tage ausschließlich mit dem Renault unterwegs ist, kann sich zumindest etwas daran gewöhnen. Es bleibt der größte Kritikpunkt an einem Auto, das viel erwachsener wirkt, als es aussieht. 

Kein Komplettausfall

Sein kräftiger 1,6-Liter-Motor sorgt für souveräne Fahrleistungen. Wegen der kurzen Übersetzung des gegen Testende hakeligen Fünfganggetriebes dreht der Vierventiler bei Tempo 130 mit 4.000 Touren. Das mindert den Geräuschkomfort und steigert den Verbrauch, der mit 8,5 Liter ohnehin hoch ausfällt. Bei umsichtiger Fahrweise reichen sieben Liter aber auch für noch immer flotte 100 Kilometer, minimal sogar 5,8 Liter. Seit Mai 2007 ersetzt den 1.6 16V - außer bei der Automatik-Version - ein 100 PS starker 1,2-Liter-Turbo, der trotz weniger Kraft und Verbrauch ähnliche Fahrleistungen schafft. Der Dauertest-Clio verzichtet darauf zu nerven, bleibt im besten Sinne unauffällig. Komplettausfälle erleidet er keine, doch fünf Mängel zwingen ihn ungeplant in die Werkstatt.

Einer ist ein Fehlalarm, weil das Instrumentendisplay einen Defekt der Abgasanlage meldet. Da bereist der Renault gerade Österreich. Die Werkstatt in Spital kann keinen Fehler finden, löscht den Speicher, und damit hat sich die Sache. Zwei Ausfälle verursacht das 800 Euro teure Xenonlicht. Nach 18.581 Kilometern muss der Sensor der automatischen Leuchtweitenregulierung an der Hinterachse ersetzt werden, knapp 58.000 Kilometer später verendet der Xenon-Brenner des rechten Scheinwerfers. Außerhalb der Garantie hätten die Reparaturen knapp 760 Euro gekostet. Seit Dezember 2008 gibt es Xenon nur noch für den Renault Clio Sport - eine seltsame Entscheidung einer Firma, die keine Gelegenheit auslässt, sich als Sicherheitsapostel zu beweihräuchern. Selbst wenn nur wenige Kunden das teure Extra geordert haben, stünde es Renault gut an, es weiterhin für alle Versionen anzubieten.

Günstige Unterhaltskosten für Renault Clio

Das gilt auch für die Reifendruckkontrolle. Leichter verschmerzen lässt sich der Wegfall des fest eingebauten Navigationssystems namens Carminat 1. In der Zeit, die es braucht, um den Weg von Unter- nach Obertürkheim zu berechnen, lassen sich ganze Kontinente kartografieren. Bei Kilometer 38.204 stellt es seine steten Bemühungen ganz ein und wird auf Garantie ausgetauscht. Nach 71.795 Kilometern sind die Bremsbeläge dran. Weil Renault die paar Euro für einen Verschleißsensor gespart hat, wird der Fahrer erst durch das Kratzen der heruntergeschliffenen Beläge darauf aufmerksam gemacht. Obwohl der Clio sofort in die Werkstatt kommt, haben die Bremsscheiben schon so sehr gelitten, dass auch sie - vorzeitig - erneuert werden müssen. 

Im Vergleich zum Dauertest des Renault Mégane, der bei neun ungeplanten Boxenstopps 22 Punkte im Mängelindex anhäufte, zeigt der Clio aber eine klar verbesserte Langzeitqualität - mit kleinen Einschränkungen: Zwei Türscharniere knacken, der Rahmen des Glasdaches knarzt, der helle Innenraum ist angeschmuddelt, an einigen Stellen blättert Softlack ab, und die Schalter der Sitzheizung lösen sich aus der miserabel positionierten Halterung an der Sitzkante. Ansonsten hat der Clio kaum an Verarbeitungsgüte verloren. An Wert schon, fast 55 Prozent. Das liegt vor allem an den vielen einst teuren, aber gebraucht kaum gefragten Extras. Generell geht der Clio sparsam mit Finanzen um. Zwar liegen die Inspektions-Preise durchschnittlich bei 308 Euro, doch wegen der 30.000-Kilometer-Intervalle sind nur drei nötig. Über die halbe Distanz rollt der Renault auf dem ersten Satz Reifen, schont auch die beiden anderen Garnituren. Mit einem Cent/km ist er günstig zu unterhalten, und die 12,8 Cent/km einschließlich Öl-, Reifen und Spritkosten gehen vor allem auf das Konto der stark gestiegenen Treibstoffpreise. Nach knapp drei Jahren verlässt uns K-PR 4769. Und es passt zu ihm, dass sich auch die Lücke, die er hinterlässt, viel größer als nur 3,986 Meter anfühlt.

Technische Daten
Renault Clio 1.6 16V
Grundpreis16.850 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3986 x 1719 x 1495 mm
KofferraumvolumenVDA288 bis 1028 L
Hubraum / Motor1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung82 kW / 112 PS (151 Nm)
Höchstgeschwindigkeit186 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h12,2 s
Verbrauch7,5 L/100 km
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