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Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4 im Dauertest

100.000 km im Tschechen-SUV

Skoda Yeti Greenline Foto: Arturo Rivas 25 Bilder

Kann der kompakte Skoda-SUV über 100.000 Kilometer halten, was seine Farbe verspricht, oder befleckt er seine Weste mit technischen Malaisen?

23.04.2013 Jörn Thomas

Äh, da stimmt doch was nicht – beim Blick auf die Dauertest-Unterlagen des Skoda Yeti keimen massive Zweifel: 100.000 Kilometer schonungsloser Alltagsbetrieb und eine so kurze Mängelliste? Da muss ein Blatt fehlen. Ein Anruf beim Fuhrpark-Verantwortlichen klärt auf. Da fehlt nix, weder dem Skoda Yeti noch dem Ordner, unser Yeti ist halt so. Zuverlässig, unproblematisch und kein Freund unnützer Werkstattbesuche. Nur ein Mal zwang ihn ein defektes Ventil an der Abgasrückführung außerplanmäßig zum Service.

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Dauertest Skoda Yeti 2.0 TDI Weiße Weste?
auto motor und sport 08/2013
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Doch dazu kommen wir später – irgendwie müssen wir dem Abschlussbericht unseres weißen Muster-Kraxlers noch einen Spannungsbogen verpassen. Starten wir also brav am Anfang, als der Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4 in der Topversion Experience Ende Oktober 2010 mit einem Kilometerstand von 2.085 in die Redaktionsgarage rollt. 170 PS und 350 Newtonmeter stark, handgeschaltet, allradgetrieben sowie generös ausgestattet – unter anderem mit Polstern in Leder und Alcantara, Navigationssystem, Parkhilfe mit Lenkassistent, Panoramaschiebedach, Standheizung, Anhängerkupplung sowie elektrisch verstellbarem Fahrersitz.

Letzterer bekommt später auch noch seinen Auftritt, doch kommen wir erst mal zum Kaufpreis. Der beträgt zu Testbeginn gut 39.000 Euro, von denen am Testende noch ein Schätzwert von 18.725 Euro übrig bleibt. Hoher Wertverlust? Schon, aber die happigen 52,1 Prozent gehen zu einem großen Teil aufs Konto der Extras, die uns das Leben an Bord des kompakten SUV überaus angenehm gestalten.

Einsteigen und wohlfühlen

Nehmen wir allein mal die Standheizung. Klingt zunächst so sexy wie Stützstrümpfe und Treppenlift, doch begeistert spätestens dann, wenn die Nachbarn beim Kaltstart am eisigen Wintermorgen kratzen, bibbern und fluchen, wir dagegen in unsere wohlig vorgewärmte Kabine steigen. Die ist ohnehin gemütlich und geräumig eingerichtet, verbindet wie der ganze Skoda Yeti kompakte Abmessungen mit kumpelhaftem Offroad-Charme bei hohem Alltagsnutzen. Das bestätigen sowohl die Einträge in das testbegleitende Fahrtenbuch als auch die Zuschriften von Yeti-Fahrern.

Reinsetzen und wohlfühlen, so charakterisieren es die meisten. Schon das Cockpit des Skoda Yeti mit den übersichtlichen Instrumenten und eindeutig beschrifteten Tasten und Reglern erfordert kaum Eingewöhnung und überzeugt auf Dauer. Das liegt auch am wohltuenden Verzicht auf modische Effekthascherei, der unter anderem der Rundumsicht zugute kommt. Etwas, für das viele SUV ja gekauft werden, da sich die Besitzer von der erhöhten Sitzposition und den vermeintlich großen Glasflächen Vorteile erhoffen. Beim Skoda Yeti erfüllen sich diese Erwartungen – im Gegensatz zu manch durchgestyltem Mitbewerber, dem man noch etwas Coupéhaftes ins Blech stempelt und damit von der A- bis zur C-Säule unübersichtlich macht. Nur das große Glasdach gefällt wegen der starken Aufheizung des Innenraums nicht jedem, obwohl laut Skoda nur zwölf Prozent des Lichts und 0,03 Prozent der UV-Strahlung durchkommen.

Ansonsten lässt sich der geradlinig geformte Skoda Yeti beim Rangieren leicht abschätzen, seine Dachpfosten stören kaum, und beim Testwagen helfen Parkpiepser plus Bildschirmanzeige. Wer mag, kann sich sogar automatisch in die Lücke kurbeln lassen – nur Gas und Bremse müssen selbst bedient werden. Wie gut der Skoda Yeti das hinbekommt, durfte ein anderer Testwagen im großen Einparkvergleich zeigen, wo er auf Rang zwei landete und teurere Mitbewerber hinter sich ließ.

Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4 mit Platz 1 beim Dauertest-Mängelindex

Apropos hinter sich lassen: Beim klassenbezogenen Dauertest-Mängelindex von auto motor und sport zeigt der Skoda Yeti mit nur einem Defekt der kompletten Konkurrenz inklusive seiner Konzernrivalen, wie man es macht – vor allem dem VW Tiguan, der nur Platz zehn belegt. Der Grund für den außerplanmäßigen Werkstattbesuch des Skoda Yeti bei Kilometerstand 64.227: Nachdem der Motor mehrmals ins Notlaufprogramm ging, diagnostiziert die Werkstatt einen Defekt am Ventil der Abgasrückführung. Wegen der dazu notwendigen Montagearbeiten kostet die Reparatur fast 1.100 Euro, fällt allerdings noch unter die Gewährleistung. Kurz danach müssen die defekten Lampen von Nebelscheinwerfer und Standlicht ersetzt werden, das war’s. Für einen Marderbiss kurz vor Abschluss des Tests, der einen Temperaturfühler lahmlegte, kann unser DA-X 5413 nun wirklich nichts.

Wohl aber für die gewöhnungsbedürftige Memoryfunktion, die über den Schlüssel bei jedem Neustart den Fahrersitz in die abgespeicherte Position fährt. Ein Modus, der speziell im Dauertest mit seinen ständig wechselnden Nutzern stört, nach Handbuchstudium jedoch abgestellt werden kann. Grundsätzlich logiert im Skoda Yeti man vorn bequem auf straffen, körpergerechten Sitzen mit ausreichend großem Verstellbereich. Und selbst die Mitfahrer im Fond fühlen sich nie als Hinterbänkler, was unter anderem an den verschiebbaren Rücksitzen mit einstellbarer Lehnenneigung liegt. Deren mittlerer Platz ist umleg- oder herausnehmbar, worauf sich die äußeren Pendants für mehr Schulterfreiheit versetzen lassen.

Skoda Yeti-Diesel mit zwei Gesichtern

Da drängt sich der Titel des kompakten, kompetenten Reisewagens geradezu auf. Präzise Lenkung und agiles, sicheres Handling bereiten allen Nutzern Freude, selbst Sportsfreunde und/oder SUV-Phobiker haben nichts zu mäkeln. Wohl auch, weil sich die Federung einer ausgewogenen Straffheit verpflichtet sieht und unter der Haube ein muskulöser Diesel nagelt.

Einmal in Schwung, fällt die etwas unharmonische Leistungsentfaltung des 170 PS starken TDI im Skoda Yeti nicht weiter auf. Beim Losfahren oder bei ganz niedrigen Drehzahlen wirkt er etwas träge, Nachlässige schaffen es sogar, ihn abzuwürgen – oder legen einen kleinen Kavalierstart hin, sobald sämtliche 350 Newtonmeter über die vier angetriebenen Räder herfallen.

Schlupf? Nix davon, beim 4x4 mit seinem elektronisch geregelten Allradantrieb (Haldex-Viscokupplung) geht es einfach nur voran. Die Handschaltung arbeitete knackig und präzise vom ersten bis zum letzten Tag – so wie der gesamte Skoda Yeti. Außenlackierung, Sitzpolstern und Kunststoffoberflächen sieht man die 100.000 Kilometer kaum an, was für das hohe Qualitätsniveau spricht.

Die Laufkultur des starken TDI begeistert nicht ganz so sehr, der je nach Lastzustand mehr oder weniger präsente Dieselklang sowie dabei spürbare Vibrationen missfallen einigen Fahrern. Die Fahrleistungen von der Beschleunigung über den Durchzug bis zur Höchstgeschwindigkeit von rund 200 km/h gefallen dagegen, zumal der Zweiliter über die Distanz leicht zulegte.

Angesichts der üppigen Stirnfläche, des Allradantriebs sowie teils zügigem Autobahnbetrieb gehen die 7,9 Liter Testverbrauch des Skoda Yeti in Ordnung. Bei defensiver Fahrweise kommt der Zweiliter-TDI mit weniger als sechs L/100 km klar. Wäre ja auch noch schöner, wenn übermäßiger Dieseldurst die vorbildlich weiße Weste des in ebensolcher Farbe lackierten Skoda Yeti beflecken würde.

Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4 als Zugfahrzeug

Zwei Tonnen darf der Yeti ziehen, doch mit dem drehmomentstarken Diesel, dem schnell reagierenden Allradantrieb und dem gut abgestuften Getriebe samt belastbarer Kupplung ist er für Zugaufgaben gerüstet. Auf abgesperrter Strecke hält er den vorsätzlich miserabel beladenen Test-Caravan bis 105 km/h sicher auf Kurs – ein sehr guter Wert. Beginnt der Anhänger zu pendeln, fängt ihn das serienmäßige Anhänger-Stabilitätsprogramm binnen kürzester Zeit wieder ein.

Leser-Erfahrungen mit dem Skoda Yeti

Bis auf die etwas kratzempfindlichen Kunststoffe im Innenraum m+acht uns unser Yeti 2.0 TDI uneingeschränkt Freude. Ein unerklärlicher Kühlwasserverlust bei Kilometer 11.000 blieb ein Eintzelfall. Dem 170-PS-TDI genügen zwischen 6,5 und acht L/100km, die Verarbeitung ist ebenso gut wie die Traktion dank Allradantrieb.
Ulrich Spanuth, 64832 Babenhausen

Ich fahre den Yeti 2.0 TDI 4x4 Ambition Plus Edition mit 103 kW, da ich auf der Suche nach einem Allradler war. Es sollte ein Diesel sein, nicht zu groß, nicht zu klein, mit Platz für zwei Hunde und Besuche im Baumarkt sowie hohem Sitzkomfort. Unser Yeti lässt keine Wünsche offen, schnürt selbst bei Schnee oder Eis zuverlässig über Feldwege und Autobahn, selbst 2.500-Kilometer-Fahrten sind trotz Rückenproblemen schmerzfrei möglich. Doch der Skoda ist nicht nur eine geniale „Reiselimousine“, sondern lässt sich wegen seiner kompakten Abmessungen und der guten Übersichtlichkeit auch problemlos einparken. Vor allem, was man noch übersehen könnte, warnt der Einparkassistent. Hinzu kommen die einfache Bedienung, seine hohe Variabilität und der kräftige Motor. Bis auf die etwas hohe Ladekante ist er damit nahezu perfekt.
Ulrike Feifar, 56858 Peterswald-Löffelscheid

Ich habe meinen Yeti mit 140-PS-Diesel, DSG und Allradantrieb im März 2011 übernommen. Selbst bei Kilometerstand 12.000 gibt es nichts zu bemängeln, er ist wendig und schnell, die Traktion ist top. Im Anhängerbetrieb ist das Zusammenspiel von DSG und Tempomat ein Traum, der Verbrauch bleibt mit einem Schnitt von sechs L/100 km moderat.
Hans Heino Sievers, 25585 Lütjenwestedt

Seit März 2010 bin ich Besitzer eines Yeti 1.8 TSI mit 160 PS. Besonders gefällt mir der kultivierte, durchzugsstarke und drehfreudige Motor. Im Schnitt genügen acht Liter pro 100 km. Auch das agile Fahrverhalten und die Variabilität des tadellos verarbeiteten Innenraums überzeugen. Etwas störend empfinde ich nur das laute Abrollgeräusch. Zudem streikte bei Kilometerstand 19.000 das Laufwerk des Navigationsgerätes „Amundsen“, worauf das gesamte Gerät auf Garantie getauscht wurde – ebenso wie das verfärbte Skoda-Emblem auf der Kofferraumklappe. Bis auf die gelegentlich grundlos leuchtende Öldruck-Warnung bereitete der Yeti keine Probleme, ich war noch mit keinem anderen Auto so zufrieden.
Dr. Klaus Peter Diemert, A-3180 Lilienfeld

Vor- und Nachteile

  • gutes Platzangebot
  • befriedigender Kofferraum
  • bequeme Sitze vorn
  • variables Fondsitzkonzept
  • einfache Bedienung
  • hochwertige Verarbeitung
  • gute Übersichtlichkeit
  • agiles, sicheres Handling
  • sehr gute Traktion
  • helles Xenonlicht
  • kräftiger Motor
  • angemessener Verbrauch
  • sehr hohe Zuverlässigkeit
  • günstige Gesamtkosten
  • kerniges Motorgeräusch
  • straffe Fahrwerksabstimmung
  • starke Innenraumaufheizung durch Panoramadach
  • schwere Motorhaube ohne Hydraulikaufsteller

Fazit

Glückwunsch nach Mlada Boleslav: Der Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4 ist nicht nur immer noch einer der coolsten Typen im Skoda-Programm, sondern zeigt auf 100.000 harten Kilometern, dass er einen langen Atem hat. Bis auf das defekte Ventil der Abgasrückführung kommt er ohne Mängel über die Distanz. Auch seine Verarbeitung beweist Kondition – der Yeti wirkt zwar bewohnt, jedoch nicht verwohnt. Alltagsgewusel liegt ihm ebenso wie die große Reise, er ist komfortabel und variabel, kommt dank 170 PS und Allradantrieb unter allen Bedingungen zügig voran.

Technische Daten
Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4
Grundpreis31.290 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4223 x 1793 x 1691 mm
KofferraumvolumenVDA405 bis 1580 L
Hubraum / Motor1968 cm³ / 4-Zylinder
Leistung125 kW / 170 PS (350 Nm)
Höchstgeschwindigkeit201 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,4 s
Verbrauch6,1 L/100 km
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