Alles über Toyota Auris
Toyota Auris Hybrid, Heckansicht 28 Bilder Zoom

Toyota Auris Hybrid im Dauertest: Der Null-Fehler-Dauerläufer

Als erster Kandidat im Dauertest beweist der Toyota Auris Hybrid: Nichts ist unmöglich. Nach 100.000 Kilometern gibt es allen Grund, das zuverlässigste Auto in der Geschichte der auto motor und sport-Dauertests zu feiern.

Am 1. März 2013 geht dem Toyota Auris Hybrid ein Licht auf. Nur eines. Denn das andere Abblendlicht hat sich nach 98.805 Kilometern nicht gerade frühzeitig verabschiedet. Im folgenden Lampentausch gipfelt die Reparaturbedürftigkeit des Toyota. Mehr war nicht! Nie zuvor meistert ein Auto den Dauertest mit so überragender Zuverlässigkeit wie der Toyota Auris Hybrid. Das beeindruckt umso mehr, weil er mit Hybridtechnik antritt – einem Antriebslayout also, an das sich viele andere Hersteller erst spät herantrauen.

Anders als beim Prius versteckt sich die Hybridtechnik beim Toyota Auris Hybrid unter einer schüchternen Karosserie. So ist der Toyota Auris Hybrid ein Auto, das nur wenige gleich begeistert, aber über die Zeit überzeugt. Natürlich gab es immer Kollegen, die erklären, dass es doch viel stilvoller sei, mit einem italienischen, britischen, deutschen oder französischen Charakterfahrzeug liegen zu bleiben, als ständig problemlos mit dem Toyota Auris Hybrid anzukommen. Doch wer in einer eisverregneten Februarnacht eine durchnässte Familie auf dem Standstreifen im Blinklicht eines Abschleppwagens sah, während die eigenen Kinder im warmen Toyota-Fond schlummerten, schätzte ihn sehr, den Toyota Auris Hybrid, den Unermüdlichen.

Toyota Auris mit solidem Interieur

Ja, im Vergleich zu seinem Interieur wirkt das eines Kia Cee‘d wie ein emotionales Aufwärmstübchen. Toyota möbliert den Kompakten mit dauersoliden Materialien. Die verloren über 100.000 km schon deswegen nichts von ihrer Anmut, weil es da nicht viel zu verlieren gibt. Auch nicht bei der reichhaltig ausstaffierten Topversion Toyota Auris Hybrid Executive, in der unser unscheinbarer Testwagen im Herbst 2011 zum ersten Mal in die Tiefgarage huscht. Von den wenigen Extras, die es für den Toyota Auris Hybrid überhaupt gibt, wählten wir Metallic-Lack und das Travel-Paket – in dem steckt das wenig überzeugende Infotainment mit verworrenem Touchscreen-Navigationssystem, schlecht koppelbarer Bluetooth-Freisprecheinrichtung und großem Rückfahrmonitor.

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Toyota Auris Hybrid mit sparsamem Temperament

Und mit dem Rückwärtsfahren beginnt die Besonderheit des Toyota Auris Hybrid, dessen Antrieb sich nach einem Druck auf die Starttaste geräuschlos bereitmeldet. Wählhebelstick auf R geschnippt, und der Viertürer rollt mit der Kraft des 60 kW starken E-Motors aus der Parklücke. Wer sacht aufs Fahrpedal drückt, erhält die Stille – und sachtes Beschleunigen. Bis Tempo 50 und 1,5 km Distanz surrt der Toyota Auris Hybrid rein elektro-mobilisiert voran. Die Akkuladung genügt meist, um kleine Ortschaften, halbe Stadtteile und den ganzen Pendlerstau zu durchstromern. Ansonsten unterstützt der E-Motor den 1,8-Liter-Benziner, boostet den Wagen Steigungen hinauf oder hilft beim Überholen.

Wirklich eilig wird es nie im Toyota Auris Hybrid, der für milde Stadtwirbeleien sowie unhektische Reisetouren gedacht ist. Da harmonieren die Antriebe, schalten sich jeweis unmerklich zu und ab, optimieren so die Effizienz. Sehr zurückhaltend gefahren, genügen 4,5 L/100 km. In einem separaten Verbrauchstest zapft sich unser Toyota Auris Hybrid in der Stadt und über Land sogar weniger Kraftstoff aus dem Tank als ein VW Golf VI 1.6 TDI Blue Motion und rechtfertigt damit den großen Finanz- und Technikaufwand.

Schnelle Reisen zählen dagegen trotz des guten Platzangebots nicht zu den Stärken des Toyota Auris Hybrid. Da mangelt es dem Antrieb an Kraft, der Planetenradsatz drängt dem 1.800er hohe Drehzahlen auf, dass er jault und dröhnt. Zudem kann dann der Verbrauch auf gut neun Liter/100 km steigen. Über die ganzen 100.000 km liegt er wegen des hohen Autobahnanteils zwar bei 6,8 L/100 km, doch damit unterbietet der Toyota Auris Hybrid im Testmittel den 122 PS starken VW Golf VI 1.4 TSI mit Doppelkupplungsgetriebe (Dauertest Heft 1/2012) noch immer um 1,9 L/100 km. Und wenn die Tester sich etwas auf den effizienzbetonten Hybrid-Charakter einlassen, sich mit maximal Tempo 130 begnügen, reichen oft 5,5 L/100 km.

So kühlt der Antrieb des Toyota Auris Hybrid das Temperament des Fahrers ebenso wie das des Autos. Flotte Landpartien liegen dem Viertürer ohnehin nicht, schon wegen seiner rückmeldungsarmen Lenkung und der schwer dosierbaren Bremse. Zuerst verzögert der Toyota Auris Hybrid nämlich nur per Rekuperation – über die Motorbremse des Elektro-Triebwerks also, das dabei Energie wieder in die Batterie einspeist. Erst bei stärkerem Pedaldruck verzögert tatsächlich die Bremsanlage. Auch die etwas herbe Federung, die nach Meinung vieler Toyota Auris Hybrid-Fahrer haltschwachen Vordersitze sowie der durch die sperrigen Batterie zerklüftete Kofferraum und das schwache Halogenlicht zählen zu den Kritikpunkten am Testwagen. Beim Nachfolger, der Anfang des Jahres startete, gelang es Toyota, den Akku ohne Einschränkung des Ladevolumens zu integrieren.
Den kleinen Schwächen unseres Testwagens aus der ersten Serie steht seine makellose Zuverlässigkeit gegenüber. Die wird auch durch knappe Wartungsintervalle abgesichert: Alle 15.000 km empfiehlt das Serviceheft für den Toyota Auris Hybrid eine Inspektion mit Ölwechsel. Mit insgesamt 1.739 Euro liegen die Kosten dafür fast doppelt so hoch wie beim Opel Astra Sports Tourer 2.0 CDTi (Heft 12/2013). Etwas früh – weil es so viel Tempo eigentlich nicht wegzubremsen gibt – müssen am Toyota Auris Hybrid Bremsscheiben und -beläge rundum gewechselt werden, was zudem teuer ist: Bei Kilometerstand 58.465 kostet es 828 Euro. Deshalb und trotz niedrigem Verbrauch sowie geringem Reifenverschleiß summieren sich die Spesen, außer denen beim Auris Hybrid nichts gewesen ist, auf 14,1 Cent/km.

Es ist der Preis der Treue. Und als der – nicht immer geliebte, aber stets geschätzte – Toyota Auris Hybrid  zum letzten Mal aus der Tiefgarage huscht, hat er Glanzlichter gesetzt.

Praxiserfahrungen der auto motor und sport-Leser mit dem Toyota Auris Hybrid

Mit meinem Toyota Auris Hybrid bin ich sehr zufrieden, die Verarbeitung ist gut, nichts klappert. Was stört, ist das Motorengeräusch beim Beschleunigen und der kleine Kofferraum. Die Ausstattung des Executive ist gut, der Verbrauch liegt zwischen 4,8 und 5,2 L/100 km. Hans-Jürgen Kimpel, 68219 Mannheim
 
Unseren Auris 2.2 D-CAT (Verbrauch 8,1 L/100 km) sind wir seit Juni 2008 rund 49.000 km gefahren. Folgende Mängel traten auf: Bei 15.802 km waren die Bremsen fest, Scheiben und Beläge hinten mussten erneuert werden. Nach 28.430 km wurde der linke Xenonscheinwerfer erneuert. Bei 29.605 km gab es den Rückruf wegen hängen bleibender Gaspedale. Bei 34.900 km wurde der rechte Scheinwerfer ersetzt, bei 36.339 km die Scheinwerferwaschanlage. Hoffentlich ist vor Ende der Garantie alles kaputt gegangen, was kaputt gehen kann. Wolfgang Fenninger, 57648 Unnau
 
Seit 2008 fahre ich einen Auris 2.0 D-4D. Dessen Zuverlässigkeit begeistert mich. Der Motor ist kraftvoll, konsumiert 6,5 L/100 km. Das Fahrwerk ist nicht so sportlich ausgelegt wie bei Audi oder BMW, dennoch ist eine zügige Fahrweise möglich. Das Auto ist leise, Materialien und Verarbeitung sind jedoch nicht so perfekt wie bei deutschen Premium-Marken. Die hohe Qualität der Werkstätten-Leistung rundet das Bild ab. Alexander Ebner, 33609 Bielefeld

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