Mit kurzzeitiger Anhebung des Ladedrucks (Overboost) steigt das maximale Drehmoment dort auf 260 Newtonmeter, die dann zwischen 1.700 und 4.500/min bereitstehen. Beide Motoren spritzen den Kraftstoff direkt ein, laufen aber homogen (Lambda=1). Dank der inneren Gemischaufbereitung und der damit verbundenen Verdampfungskühlung liegt das Verdichtungsverhältnis mit 10,5:1 für einen Turbomotor sehr hoch, was sowohl Wirkungsgrad wie Ansprechverhalten verbessert.
Gasdynamik belebt die Turbine
Doch der eigentliche Grund für das gute Ansprechverhalten ist der spontane Ladedruckaufbau, dessen Maximum etwa 500 Umdrehungen früher stattfindet als bei normalen Turboladern. Im Twin- Scroll-Lader werden die Abgasströme in zwei schneckenähnlichen Windungen bis ans Turbinenrad geführt. Die pulsierenden Gassäulen treffen mit hoher Geschwindigkeit aufs Turbinenrad, beschleunigt noch durch die konische Form der getrennten Kanäle. Die Gasdynamik belebt die Turbine spürbar, der Abgasgegendruck sinkt.
Vorteil: zehn Prozent
Voraussetzung ist eine gezielte Aufteilung der Zylinder. Noch etwas fördert das Ansprechverhalten: Dank der Zylindertrennung und der Direkteinspritzung lassen sich die Ventilsteuerzeiten besser abstimmen, wodurch das Basisdrehmoment steigt.
Damit eröffnet die Twin-Scroll-Technik gute Voraussetzungen für effizientes Downsizing bei vertretbarem Aufwand. Kleine Vierzylinder bieten Leistung und Drehmoment großer Sechszylinder. Diese wiederum stoßen mit Twin-Scroll-Turbos ohne Abstriche in die Leistungsbereiche von V8-Motoren vor. Die dabei mögliche Verbrauchs- und CO2-Reduzierung beträgt etwa zehn Prozent. Gute Chancen also für den Twin-Scroll-Turbo.


