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DTM Analyse Hockenheim

Di Resta zeigt Qualitäten als Reifenflüsterer

Paul di Resta Foto: xpb 20 Bilder

Wie konnte Paul di Resta in Hockenheim von Platz fünf zum Sieg fahren? Wer war schuld am Massencrash in der ersten Runde? Und wer hat im DTM-Saisonfinale die besten Chancen? Unsere Analyse gibt Antworten auf die offenen Fragen von Hockenheim.

18.10.2010 Claus Mühlberger

Wie kam Paul di Resta von Startplatz fünf aus ganz an die Spitze?

Paul di Resta stand in Hockenheim vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe: Wie kommt man von Startplatz fünf ganz nach vorne, und zwar auf einer Strecke, auf der das Überholen schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit ist? Der Schotte und sein tüchtiger Renningenieur Axel Randolph wussten: Der Weg zum Sieg führt nur über die Boxenstopp-Strategie. Denn dem Kurs in Hockenheim war wegen des Wegfalls der Spitzkehre leichtfertig die beste Überholmöglichkeit des Jahres geraubt worden.

Also knobelten der die beiden an der Rennarithmetik. Sie ahnten: Die vorne liegenden Audi von Timo Scheider und Mike Rockenfeller und auch Stallgefährte Gary Paffett würden eine eher konservative Strategie mit einem frühem ersten Stopp währen. Und genauso kam es: Das Spitzentrio bog in den Runden 12, 13 und 16 zum obligatorischen Reifenwechsel an die Box ab. Di Resta ließ sich damit bis zur 27. von 47 Runden Zeit. Den zweiten Stopp zögerte er bis zur 34. Runde hinaus.

Unabdingbar bei einer solchen Risiko-Strategie ist ein Fahrer, der auf seine Reifen achtet. Di Resta fuhr schnell und reifenschonend zugleich - der Schlüssel zum Erfolg. "Paul hat sehr gut auf seine Reifen aufgepasst", lobt Sportchef Norbert Haug. "Das Auto war heute unschlagbar", meinte er nach seinem dritten Sieg in Folge bescheiden. Mike Rockenfeller, der Dritte, meinte verblüfft: "Ich habe nicht damit gerechnet, dass heute noch ein Mercedes an uns vorbeifährt."

Warum kam es zum Massencrash nach zwei Kilometern?

Wer später bremst ist länger schnell. Dieses Motto schien Bruno Spengler in der Startrunde zu bevorzugen. Der Kanadier und auch Ralf Schumacher wählten vor dem 120-Grad-Rechtsabzweig höchst optimistische Bremspunkte. Spengler schoss geradeaus in die asphaltierte Auslaufzone, was erhebliche Unordnung ins Feld und manche Kontrahenten in große Not brachte.

Die Ausweichmanöver missglückten zu einem großen Teil. Schumacher, Katherine Legge, Miguel Molina, Markus Winkelhock, CongFu Cheng und David Coulthard rumpelten so derb aneinander, dass an flottes Weiterkommen nicht mehr zu denken war.

Sündenbock Spengler meinte nur: "Die anderen waren so langsam." Er kam ungestraft davon, im wahrsten Sinne des Wortes. Doch wenig später kam doch noch das überraschende Aus. Die Radaufhängung hinten kollabierte. "Das Auto springt und es ist sehr schwer zu kontrollieren", klagte Spengler über Funk. Das Team beorderte ihn daraufhin sicherheitshalber in die Box.

Wer hat im Finale die besten Karten?

Nach Spenglers erster Nullrundes des Jahres und di Restas drittem Sieg in Folge hat sich das Blatt im Kampf um die Meisterschaft drastisch gewendet. Aus sieben Punkten Rückstand machte di Resta in Hockenheim eine Drei-Punkte-Führung. Noch sind zwei Rennen zu fahren, es werden also noch 20 Punkte vergeben. Für Sportchef Haug ist das Titelrennen offen: "Bruno hat nach wie vor alle Möglichkeiten und auch Gary ist noch dabei."

Gary Paffett erwischte in Hockenheim nicht gerade einen Glanztag. Aus Startplatz drei wurde am Ende nur Rang vier. Darüber war der Brite alles anderes als froh. "Ein mieses Rennen." Aber wer Paffett kennt, der weiß, dass er sich durch solche Rückschläge nicht beirren lässt. Doch sein Rückstand von 14 Zählern auf di Resta scheint fast aussichtslos.

Während Spengler nach dem Rückschlag von Hockenheim ein wenig verunsichert wirkte und sich in Durchhalteparolen flüchtete ("Bange machen gilt nicht. In den letzten beiden Rennen ist noch alles drin."), ist di Resta bestens in Schwung. Nach drei Siegen in Folge strotzt der Schotte vor Selbstbewusstsein. Doch drei Punkte sind ein mageres Polster. Sportfans wissen: Jede Serie geht einmal zu Ende. In Adria? In Shanghai? Oder erst 2011? Es darf gerätselt werden.

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