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BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen im Interview

Entscheidungsgrundlage war Internationalität

Mario Theissen Foto: Daniel Reinhard 53 Bilder

BMW-Motorsportdirektor Dr. Mario Theissen spricht im Interview mit auto-motor-und-sport.de über die Gründe für die Entscheidung in die DTM einzusteigen, über den neuen BMW M3 und über die Zukunft von BMW in der WTCC.

15.10.2010 Bianca Leppert

Wie kam es zu diesem Zeitpunkt zu der Entscheidung, dass es klappt? Welche Fragen mussten in den letzten Tagen noch geklärt werden?
Theissen:
Das war ein ganzes Bündel von Themen, die wir abgearbeitet haben. Die wesentlichen waren das Technische Reglement: Wie sehen die Autos aus? Können wir davon ausgehen, dass es für alle ein neues Auto wird, bei dem wir auf gleicher Basis beginnen? Und das zweite war die entscheidende Frage: Können diese Autos - anders als es heute der Fall ist - nicht nur in der DTM eingesetzt werden, sondern weltweit sozusagen.

Wie sehen diese flexiblen Einsatzmöglichkeiten aus?
Theissen: Es war immer Bestandteil der BMW-Philosophie im Tourenwagensport, dass wir ein Auto entwickeln, das nicht nur im Werksengagement in einer Serie gefahren wird, sondern mit Kundenteams weltweit in möglichst vielen Serien Rennen fährt. Das ist heute so im Tourenwagensport in der WTCC beziehungsweise den nationalen Rennveranstaltungen, in denen wir viele Kundenteams haben, die das Auto für ihr eigenes Geld einsetzen. Wenn Sie die 24h am Nürburgring anschauen, dann fahren da 200 Autos, etwa 70 davon sind BMW - also ein Drittel des Feldes. Das ist Grundlage unserer Philosophie im Tourenwagensport und das war hier auch wichtig. Wir wollten nicht ein Auto entwickeln, dass nur in einer Serie funktioniert und sonst nicht zu brauchen ist. Es gab oder gibt sehr erfreuliche Gespräche mit Japan und USA. Wir gehen davon aus, dass diese Autos in Zukunft dort fahren können. Das war eigentlich die Grundlage für die Entscheidung."

Aber unterschrieben ist noch nichts?
Theissen:
Wir haben ein Handschlag-Agreement und das sollte zählen.

Gibt es denn schon Anfragen von Teams aus dem Ausland wie Japan oder USA, die am M3 interessiert sind?
Theissen:
Nein, das ist zu früh. So weit sind die Gespräche noch nicht gediehen beziehungsweise auch die Spielregeln noch nicht. Es ist noch nicht mal klar in welchem Jahr das stattfindet und wie es genau aussieht. Aber ich gehe davon aus, dass dort großes Interesse bestehen wird, weil hier einfach eine fantastische Plattform entsteht, die nicht nur spektakulären Sport bieten kann, sondern auch durchaus von den Kosten im Rahmen bleiben wird.

Wieviel muss am BMW M3 in der Rennversion geändert werden, um ihn für die DTM zu konfigurieren?
Theissen:
Es wird ein neues Auto werden.

Auch was den Motor angeht oder kann man da auf etwas Bestehendes zurückgreifen?
Theissen:
Das ist eine Definitionsfrage. Der Motor wird anders aussehen. Aber natürlich haben wir einiges Know-how aus den V8-Motoren des aktuellen M3 und auch des früheren M3 GTR. Das fließt da ein. Man kann sagen es ist eine Evolution, man kann auch sagen, es ist ein neuer Motor.

Wie sieht es nach dieser Entscheidung mit dem Engagement in der FIA WTCC aus? Bleibt es bei einem Werksengagement?
Theissen:
Diese Frage ist offen. Wir haben bewusst die Entscheidung sehr früh getroffen, einen neuen Antrieb nach dem 2011er Reglement zu entwickeln, um sicherzustellen, dass BMW in jedem Fall im nächsten Jahr in der WTCC aber auch in verschiedenen nationalen Rennserien auf Super 2000-Basis prominent vertreten ist. Wir bieten diesen neuen Antrieb zu sehr günstigen Konditionen unseren Teams an. Wir gehen davon aus, dass das bestehende Auto, der 320si mit diesem Antrieb siegfähig sein wird, so dass es ein sehr attraktives Paket darstellt. Wir haben auch sehr gute Resonanz auf das Angebot. Aber wie gesagt, die Entscheidung über ein Werksprojekt ist noch offen. Das werden wir in den nächsten Wochen diskutieren. Natürlich hatte die Entscheidung über DTM Priorität und beeinflusst sicher auch alles andere was wir tun werden.

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