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DTM Analyse

Kommt Audi wieder aus dem Tal heraus?

DTM Nürburgring Foto: xpb 18 Bilder

Beim DTM-Rennen auf dem Nürburgring bekam Audi mit dem Dreifachsieg von Mercedes eine deutliche Klatsche. Nun gingen die Ingolstädter in Klausur und betrieben Fehleranalyse. Mattias Ekström bleibt einziger Hoffnungsträger.

18.08.2010 Bianca Leppert

Die Zahlen sind deutlich. DTM-Meisterschaftsführender Bruno Spengler hat 42 Punkte auf dem Konto und Audi-Speerspitze Mattias Ekström nur 23. Der Rückstand beträgt 19 Punkte. Bei noch sechzig Punkten, die zu holen sind, eine nicht ganz optimale Situation - aber machbar. Wären da nicht die Reifenprobleme, die Audi schon die ganze Saison über quälen und am Nürburgring neuerlich wieder für heruntergezogene Mundwinkel sorgten.

Gefühl für Reifen fehlt

"Das Spüren des Reifens ist die größte Problematik für mich persönlich", erklärt Timo Scheider die Gegebenheiten aus Sicht des Fahrers. "Wenn du raus fährst - speziell im Qualifying, und du hast das Gefühl für den Peak nicht, dann ist es schwierig." Das Problem: Bei Audi ist man ob dieser Problematik selbst etwas ratlos. "Wir haben die Daten des Wochenendes ausgewertet und bringen das in eine bereits mit sehr vielen Daten gefüllte Matrix", sagt Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich. "Über Quervergleiche versuchen wir Dinge, die unserer Meinung nach aus den bisherigen Strecken für Zandvoort relevant sind, zu nutzen. Ich bin aber nach wie vor überzeugt, dass wir die wichtigsten Daten erst am Freitag und Samstag in Zandvoort sammeln können."
 
Hat man die Probleme vom Nürburgring dann wirklich gelöst, wartet schon die nächste Schwierigkeit in Sachen Reifen. Denn der Dunlop-Pneu wird auf dem Dünenkurs besonders hart rangenommen. "In Zandvoort ist die Rauigkeit des Asphalts sehr hoch, wir haben dort einen wesentlich höheren Verschleiß", erklärt Michael Bellmann von Dunlop. Auch das Überfahren der Kerbs und die hohe Belastung in den sehr schnellen und langgezogenen Kurven, beanspruchen den Reifen stark.

Audi aus dem Rhythmus

"Mit dieser Problematik muss man sich natürlich beschäftigen", meint Ullrich. "Deshalb ist es ganz wichtig, dass wir bei der Streckenbegehung auf diese Dinge aufpassen. Zandvoort ist generell eine Strecke, die viel Seitenkraft-Energie vom Reifen abverlangt. Seitdem wir in Hockenheim sehr unangenehm überrascht wurden, haben wir auch immer einen Reifenspezialist dabei, der uns verstärkt und der aufpasst, dass sich das Risiko von dieser Seite her abschätzen lässt."
 
Irgendwie scheint Audi aus dem Rhythmus gekommen zu sein. Das einzige Highlight blieb bisher der Sieg von Mattias Ekström in Valencia."Wir haben gesehen, dass es nicht nur die Problematik des Reifens war, sondern dass auch von verschiedensten in der Kette sehr aktiven und wichtigen Personen immer wieder kleine Fehler gemacht wurden", erklärt Ullrich. Martin Tomczyk wurde am Nürburgring nach dem Qualifying zum Beispiel mal wieder ein Formfehler zum Verhängnis, weil die Reifen noch im Parc fermé abmontiert wurden.
 
Audi hat im Gegensatz zu Mercedes außerdem nur noch einen Einzelkämpfer. Gleich vier Mercedes-Piloten führen die Meisterschaft an, dahinter folgt Ekström und etwas abgeschlagen Scheider. Der sucht nach Lösungsansätzen. "Wir müssen in der zweiten Saisonhälfte nun alle Kleinigkeiten nutzen die Performance auf den Punkt zu bringen und wieder eine Einheit als Team zu werden, um wieder eine geschlossene Performance abzuliefern", sagt der Wahl-Österreicher. "Das war in den letzten Jahren die Stärke von Audi und der Grund dafür, dass wir drei Titel gewonnen haben. Das scheint momentan etwas besser bei Mercedes zu funktionieren."
 
Aus Audi-Sicht müsste man nun eigentlich alle Karten auf Ekström setzen, der sich erst kürzlich wieder mit einem Nascar-Test bei Laune hielt. Doch Stallregie ist ein heikles Thema - gerade in Zandvoort. Im vergangenen Jahr wurde Ekström wegen des Verdachts auf Stallregie vom zweiten auf den dritten Platz versetzt. Könnte so etwas nochmal passieren? "Wir wissen, dass wenn ein Rennfahrer nicht selbst die Performance bringen kann, dass man ihm dann auch nicht helfen kann. Außer indem man ihm über Boxenstoppstrategie vielleicht einige Zweikämpfe erspart, dadurch dass man ihn im richtigen Moment an einem Konkurrent vorbei bringt, der ihn sonst nicht vorbei lassen würde", formuliert Dr. Ullrich dimplomatisch.

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