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DTM Analyse Oschersleben 2011

Vorentscheidung im Titelkampf?

Bruno Spengler DTM Oschersleben 2011 Foto: Wolfgang Wilhelm 30 Bilder

Mit solch einem Ergebnis hat in Oschersleben nun wirklich niemand gerechnet: Der 14. in der Startaufstellung kam als hervorragender Zweiter ins Ziel. Und der Zweite des Qualifikationstrainings schied drei Runden vor Schluss mit mechanischen Gebrechen an seinem Mercedes aus.

19.09.2011 Claus Mühlberger

Martin Tomczyk schaffte im Regen von Oschersleben mit seinem 2008er Audi A4 das schier Unmögliche und eroberte acht Meisterschaftspunkte. Bruno Spengler hingegen schrieb zum ersten Mal in  diesem Jahr eine Nullrunde.

Vor den letzten beiden Rennen der Saison in Valencia und Hockenheim hat DTM-Veteran Tomczyk nun neun Zähler Vorsprung auf seinen Kontrahenten aus Kanada. Bei maximal 20 noch zu vergebenden Punkten ein bequemes Polster? "Nein", sagt Tomczyk. "Ich schiele auch nicht auf Bruno, sondern ich versuche, mein Ding durchzuziehen. In der DTM kann alles passieren und es kann sehr schnell in die falsche Richtung gehen."

Trainingsergebnis wird auf den Kopf gestellt

Der Trainings-Samstag von Oscherleben kann als treffliches Beispiel dafür dienen, wie blitzartig sich die Hackordnung innerhalb der 18 DTM-Fahrer manchmal ändert. Der erste Abschnitt des Trainings gilt für die Platzhirsche als harmlos. Er dient nur dazu, die langsamten vier auszusieben. Normalerweise keine Hürde, bei der die Favoriten ins straucheln kommen. Doch eine allzu gewagte Fahrwerksabstimmung riss Tomczyk in den Abgrund: Er hatte früh Feierabend.

Anschließend gab es ausreichend Gelegenheit, das Setup temperamentvoll mit den leitenden Herren seines Phoenix-Teams zu erörtern. "Es war teils meine Schuld", räsonierte der enttäuschte Bayer am Vorabend des Rennens. "Ich nehme aber auch das Team mit in die Verantwortung. Solche Sturzwerte wie heute sind wir noch nie gefahren."

Platz 14 am Start, da blieb nur das Prinzip Hoffnung. "Regen wäre ein Gottesgeschenk", sagte Tomczyk. Wenige Tage vor der Deutschland-Visite des Papstes wurde die Bitte des aus dem überwiegend katholischen Rosenheim stammenden Tomczyk offenbar erhört. Praktisch im Blindflug brauste er durch die Gischt. In der Startrunde gewann er nicht weniger als acht Positionen.

Konkurrenz bremst sich selbst aus

Dass im Verlauf der weiteren 44 Runden aus diesem sechsten Platz noch Rang zwei wurde, lag daran, dass viele Konkurrenten patzten (so wie Timo Scheider und Ralf Schumacher, der sich jeweils zweimal drehten), trödelten (so wie der im Rennen arg langsame Polesitter Miguel Molina) oder schlicht und einfach Pech hatten (so wie Bruno Spengler).

Der Tabellenzweite war vom Unglück verfolgt. Sein sonst so zuverlässiger Mercedes zickte plötzlich. An der Vorderradaufhängung war ein Stoßdämpfer gebrochen. Der Kanadier hatte nichts falsch gemacht. Ungefährdet war er zu diesem Zeitpunkt auf Platz zwei gelegen. "So über den Randstein zu fahren, das muss unser Auto aushalten", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Aufgrund der demolierten Radaufhängung dauerte Spenglers zweiter Pflicht-Boxenstopp mehr als 30 Sekunden. Somit fiel er aus den Punkterängen.

Ekström dominiert in Oschersleben

Viele der aktuellen DTM-Fahrer wären sicherlich gut beraten, das Video vom Oschersleben aufmerksam zu studieren und dabei ganz besonders auf Mattias Ekström zu achten. Die Damen und Herren DTM-Fahrer, die sich im Trockenen normalerweise in einem Zeitkorridor von wenigen Zehntelsekunden drängeln, könnten viel lernen, wie man schnell, beherrscht und fehlerfrei 75 Minuten lang fährt.

Ekström degradierte seine Verfolger zu Fahrschülern - ohne Ausnahme. Im Ziel hatte der Schwede einen Vorsprung von 42,2 Sekunden. Man muss in den Geschichtsbüchern der DTM bis 1985 zurückblättern, um eine noch größere Distanz zwischen den Plätzen eins und zwei zu finden. 1985 gewann Winfried Vogt mit seinem BW 325i in Mainz-Finthen vor dem Volvo-Piloten Per Stureson mit fast 52 Sekunden Vorsprung.

"Eigentlich war es ziemlich langweilig heute", fasste der zweimalige Ex-Champion Ekström nach seiner Lehrstunde zusammen. Dann lüftete der frühere Hobby-Rallyefahrer sein Erfolgsgeheimnis. Es liegt in der Gnade seiner schwedischen Geburt. "Es war sehr rutschig heute. Aber das bin ich von den schwedischen Wintern gewohnt."

In unserer Fotogalerie haben wir noch einmal die besten (Crash-)Bilder aus Oschersleben.

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