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DTM-Blog aus Shanghai

China, morgen wird´s was geben

Maro Engel Crash Foto: xpb 9 Bilder

Die DTM will am Wochenende ihr Saisonfinale in Shanghai austragen. auto motor und sport war bereits an der improvisierten Strecke und hat sich die Aufbauarbeiten aus der Nähe angeschaut. Mehr dazu im DTM-Blog aus Shanghai.

25.11.2010

Zuerst eine gute Nachricht: Der DTM-Tross ist samt Material wohlbehalten, vollzählig und pünktlich in Shanghai eingetroffen. Und auch die 240 Tonnen Material, die von den DTM-Teams via Flugzeug verfrachtet wurden, fanden zur rechten Zeit ihren Weg ins Finanzzentrum der 17-Millionen-Megastadt, wo die 450 PS starke Horde am Sonntag zur ungewohnt frühen Zeit (8.00 Uhr morgens in Deutschland; live, in HD und gewohnter Qualität im Ersten) auf dem 2,3 Kilometer langen Straßenkurs zur wilden Jagd aufbrechen wird.

Mit 431 km/h über die Schiene

Auf der Anreise waren manche DTM-ler schneller unterwegs, als sie es jemals in ihrem Leben sein werden - nimmt man mal das Düsenflugzeug aus: Wer keine Lust hat, sich von uralten VW Santana-Taxis mit fragwürdigen Stoßdämpfern und asthmatischen Motoren durch die Gegend schaukeln zu lassen, kann am Flughafen Pudong auch die so genannte "Maglev" nehmen. Mit bis 431 km/h geht es dann für gerade mal 5,50 Euro rund 30 Kilometer in Richtung Innenstadt. Endstation ist allerdings dann schon in der Vorstadt. Von dort aus sind es nochmals 20 Kilometer bis zur City - mit dem Taxi.

Der "Maglev", das ist die sagenhafte Magnetschwebebahn Made in Germany, die der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber auch gerne in seinem Beritt, zwischen München Hauptbahnhof und dem Flughafen Franz-Josef Strauß, gebaut hätte. Nachzuhören und zu sehen auf youtube.com, einfach die Stichworte "Stoiber" sowie "Transrapid" eingeben. Ein Klassiker des versprochenen Wortes, sehr lustig!

Beton-Barrieren statt Auslaufzonen

Die Strecke, die um das riesige Naturkunde-Museum herumführt, ist praktisch fertig. Daran hat Joe Franz großen Anteil. Seit dem 11. November verrücken die Streckenarbeiter unter Anleitung des robusten Strecken-Organisationschefs mit dem akkuraten Stoppelhaarschnitt die tonnenschweren Betonbarrieren. "Es sind die gleichen Betonteile wie beim ersten DTM-Gastspiel im Jahr 2004", grinst der langjährige frühere Formel 1-Starter Roland Bruynseraede, der ebenfalls an der Strecke mitwerkelt. "Seither waren die Teile auf den Parkplätzen der Grand Prix-Strecke zwischengelagert."

Der Bau einer nicht-permanenten Rennstrecke ist eine ziemliche Fleißaufgabe. 5.000 laufende Meter à 1,1 Tonnen müssen herangekarrt werden. Das sind rund 300 Lastwagen-Fuhren. Auslaufzonen gibt es übrigens praktisch keine: Jeder Fahrfehler endet in der Wand. Interessanterweise gibt es viele in der DTM, darunter sogar Teamchefs (!), die das gut finden.

"Ist doch echt übel mit diesen neumodischen Strecken mit ihren riesigen Auslaufzonen", meint ein besonders Schmerzfreier. "Es kann doch nicht sein, dass Fahrfehler nicht bestraft werden und dass sich die Fahrer dann wieder einreihen, so als wäre nichts gewesen." Hier, in Shanghai, dass sei halt eine Strecke für echte Kerle.

Supermarkt steht Boxengasse im Weg

Leibhaftig sehen werden die DTM-Boxencrews ihre Autos im Übrigen nur dann, wenn die Fahrer zu den beiden Pflichtboxenstopps heranbrausen. Die Kommandostände wurden natürlich wie üblich in der Boxengasse aufgebaut, doch, leider, leider, sind diese gut und gern 30 bis 40 Meter von der Strecke entfernt. Dazwischen, dort, wo die Boxengasse eigentlich hätte gebaut werden sollen, macht sich ein leer stehendes zweistöckiges Haus breit, in dem sich früher einmal der japanische Supermarkt namens "Window of the world" befand. Weil aber die Chinesen die Japaner offenbar nicht besonders gut leiden können, kauften sie im "Window of the world" auch nicht ein, und der Laden ging pleite.

Wäre es nach den chinesischen Rennveranstaltern gegangen, wäre die Ruine längst abgerissen. Doch der Alteigentümer legte sich quer: Er pochte auf einen Vertrag, der erst 2011 endet. Und er kam damit wohl bei den Behörden durch.

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