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Rennanalyse DTM Hockenheim

Ekström im "Gabelstapler" auf Rang zwei

DTM Hockenheim 2011 Foto: xpb 26 Bilder

Beim Saisonauftakt der DTM in Hockenheim trumpften drei Fahrer groß auf, mit denen wohl kaum jemand gerechnet hatte. Mercedes-Mann Bruno Spengler gewann vor Mattias Ekström und Ralf Schumacher.

02.05.2011 Claus Mühlberger

Bruno Spengler rehabilitierte sich eindrucksvoll für die Pleite, die er beim Finale 2010 in Shanghai einstecken musste, als er durch einen höchst überflüssigen Mauerkuss im Training seine Meisterschaftschancen verzockte. Der Kanadier dominierte im Rennen fast nach Belieben. Erstaunlich, denn beim wichtigen Freien Training am Samstagmorgen konnte er nur sechs Runden drehen, weil sich der Unterboden an seiner C-Klasse gelockert hatte.

"Man kann daraus aber nicht ableiten, dass das Freie Training überflüssig ist", amüsierte sich Mercedes-Rennleiter Norbert Haug. "Aber ich hätte nie gedacht dass es möglich ist die Pole Position zu holen, wenn man morgens kaum gefahren ist." Leicht war die Aufgabe für Spengler allerdings nicht gerade: "Zu Beginn des Trainings hatte ich ja keine Referenz für meine Bremspunkte."

Spengler muss Bier schleppen

Spengler umschiffte aber alle Klippen mit der Abgeklärtheit eines kommenden Champions. Zittern musste der Kanadier eigentlich nur beim Restart nach einer Safety-Car-Phase. Sein Bremsmanöver hinter dem Führungsauto brachte den dichtauf folgenden Mattias Ekström zuerst in die Bredouille, dann auf die Palme: "So etwas macht man nicht", ärgerte sich der Schwede.

Spengler wies die Vorwürfe zurück: "Ich musste meine Bremsen noch etwas aufwärmen. Wenn Mattias dadurch in Schwierigkeiten kam, entschuldige ich mich dafür." Spengler bewies übrigens nicht nur auf der Piste Klasse sondern auch beim Après-Race: Noch abends um acht schleppte er Bierkästen für seine Mechaniker heran. "Das haben sie sich verdient."

Mattias Ekström hatte in der Saisonvorbereitung Pech, als er sich Ende Februar beim Volleyballspielen das Handgelenk brach. Doch beim Rennen schien es für ihn so etwas wie ausgleichende Gerechtigkeit zu geben: Denn in der letzten Runde brach bei seinem Audi ein Uniballgelenk an der Hinterachse. "Das Auto fuhr plötzlich wie ein Gabelstapler", berichtete der Schwede, nachdem er sich mit knapper Not als Zweiter ins Ziel gerettet hatte.

Schumacher mit neuen Reifen aufs Podium

Auch Ralf Schumacher strapazierte in der Schlussphase sein Glück: Nach einem kleinen Verbremser, ausgerechnet vor der Mercedes-Tribüne, witterte sein Verfolger Timo Scheider Morgenluft. Doch mit der Abgeklärtheit eines sechsmaligen GP-Siegers wehrte Schumacher diese Attacken ab und schaffte zum ersten Mal in seiner DTM-Karriere eine Podiumsplatzierung.

Für seine erfreuliche Formsteigerung nach drei DTM-Jahren mit Pleiten, Pech und Pannen hat Schumacher eine Erklärung: "Das Auto ist mit den neuen Hankook-Reifen etwas leichter zu fahren. Das scheint mir entgegen zu kommen."

Leere Ränge im Motodrom

Augenfällig war es, dass beim Saisonstart viele Tribünensitze unbesetzt blieben. Genauer gesagt, sehr viele Sitze. 58.000 Besuchern meldete der Serienpromotor ITR, versah diese höchst optimistische Angabe aber mit dem Zusatz "kumuliert". Das gesamte Wochenende war damit gemeint. Spötter meinten aber, die ITR habe die Besucherzahlen der letzten Jahre aufaddiert.

Von 30.000 Zuschauern sprach Mercedes-Sportchef Norbert Haug nach dem Rennen. "Das Ziel muss sicherlich heißen: 50.000 plus, am Renntag." Haug sinnierte über die Ursachen des schwachen Zuspruchs: "Da muss man sich zwingend Gedanken machen. Aber man muss auch sehen: Am 1. Mai haben viele Leute was anderes vor, zudem waren Schulferien. Auch nicht hilfreich, wenn viele Leute verreist sind."

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich dagegen konterte die unbequeme Frage mit einer Plattitüde: "Diejenigen, die diesmal da waren, werden sicherlich wieder kommen." Fragt sich bloß: Wo sind dann diejenigen geblieben, die früher da waren?

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