DTM Hockenheim: Ekström vor beiden Titelrivalen

Mattias Ekström hat sich beim Saisonfinale der DTM in Hockenheim die Pole-Position gesichert. Der DTM-Champion aus Schweden, der in diesem Jahr keine Chance mehr auf den Titel besitzt, verwies die beiden Meisterschaftsaspiranten Paul Di Resta (Mercedes) und Timo Scheider auf die Plätze.


"Ich habe mich heute sehr wohl gefühlt", sagte Ekström nach seiner zweiten Trainingsbestzeit des Jahres, der achten von Audi. "Das Auto war sehr leicht zu fahren. Ich habe auch etwas weniger Druck, als wenn man um die Meisterschaft kämpft. Die Sache etwas ruhiger angehen zu lassen wäre vielleicht auch ein gutes Rezept für nächstes Jahr."

"Wenn es nötig sein sollte, in Zweikämpfe einzusteigen, werde ich es Paul viel schwerer machen als Timo", meinte Ekström weiter. Der neben ihm sitzende Schotte verzog angesichts dieser klaren Kampfansage keine Miene. "Keine Angst", lachte Ekström daraufhin. "Ich habe bloß Spaß gemacht."

Cool wie immer gab Paul di Resta Auskunft: "Ich hatte heute etwas mehr Glück als Timo", meinte der Schotte bescheiden. "Wir liegen sehr eng beieinander. Es wird ein langes Rennen morgen. Da können viele Dinge passieren. Ich muss mich hart konzentrieren. Meine Runde war nicht perfekt. Die perfekte Runde gibt es nicht. Es gibt einfach zu viele Möglichkeiten, etwas zu verbessern."

Probleme für Scheider

Für Timo Scheider verlief das Qualfying nicht ganz reibungslos: Zunächst musste er seine Zeitenjagd abbrechen, weil Markus Winkelhock eingangs des Motodroms die Kontrolle über seinen Audi A4 verloren hatte und nach zwei Drehern in die Reifenstapel gekracht war: Abbruch mit Roter Flagge.

Im nächsten Anlauf ging Scheider etwas zu wild zu Werke. In der Startkurve fuhr er derart hart über die Randsteine, dass sogar ein paar Teile im Innenraum zu Bruch gingen. "Da ist mir ein großer Fehler unterlaufen", stöhnte der Deutsche. "Danach hatte ich Druck." Doch Scheider behielt die Nerven. "Zum Glück habe ich mich dann verbessern können, obwohl ich im nächsten Versuch zunächst zu konservativ gefahren bin. Das Ziel für heute war, an Paul dranzubleiben. Das ist gelungen."

Meisterduell spitzt sich zu

Die Ausgangssituation für das Rennen ist klar: Nur noch Scheider, der 65 Punkte auf dem Konto hat, und Di Resta, der bislang 63 Zähler sammelte, können Meister werden. Wer das Rennen gewinnt, ist Champion. Di Resta würde aber auch Platz zwei genügen, sofern er vor Scheider ins Ziel kommt.

Noch einfacher ist die Ausgangslage aus Sicht von Timo Scheider: Der Deutsche muss lediglich vor dem Schotten einlaufen, um sein großes Ziel zu erreichen - egal auf welcher Position. "Ich stehe morgen beim Start auf der sauberen Seite der Strecke", machte sich Scheider Mut. "In Le Mans bin ich sogar von Startplatz fünf ganz noch vorne gefahren. Warum sollte mir morgen nichts das gleich gelingen? Paul kann sich auf ein hartes Rennen gefasst machen."

Haug will faires Rennen

Mercedes-Sportchef Norbert Haug warnte vor allzu harter Gangart beim Titel-Shootout: "Ich wünsche mir sehr, dass die Titelaspiranten die Sache unter sich ausmachen. Blockieren oder Ins-Auto-Fahren, das will niemand sehen." Ein wenig spöttisch entgegnete Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich: "Ich glaube, dass sich Mattias morgen an der Spitze erstmal aus dem Staub machen wird."


In den Sternen steht auch die Zukunft von Ralf Schumacher in den DTM: "Das Jahr in der DTM hat mir eine Menge Spaß gemacht" meinte der Ex-Formel 1-Fahrer. "Alles Weitere werden wir sehen." Im letzten Qualifying des Jahres vermochte Schumacher nicht zu überzeugen: Es reichte nur für Platz 17. Langsamer waren nur die beiden Damen, Susie Stoddart und Katherine Legge sowie Quali-Crash-Pilot Markus Winkelhock.

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Claus Mühlberger

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