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DTM Lausitz 2010 Rennanalyse

Mercedes mit überlegenem Dreifachsieg

Bruno Spengler, Mercedes DTM, Lausitzring 2010 Foto: xpb 30 Bilder

Das DTM-Rennen auf dem Eurospeedway Lausitzring wurde in zwei Situationen entschieden. Die erste Weiche stellt der Crash nach Kurve vier, die zweite wurde beim missglückten Boxenstopp von Paul di Resta gestellt.

07.06.2010 Claus Mühlberger

Was lief schief beim di Restas missglückten Boxenstopp?

Die entscheidende Szene beim Kampf um den Sieg spielt sich in der 35. Runde ab. Spitzenreiter Paul di Resta  kommt zum zweiten Pflicht-Stopp an die Box. Normalerweise dauert der Wechsel von vier Reifen samt Nachtanken von 20 Litern aus der Kanne kaum mehr als drei Sekunden. Doch diesmal steht der weiße Mercedes des Schotten mehr als doppelt so lang. Die Radmutter am linken Hinterrad klemmt. "Sieben Sekunden hat es gedauert", klagt der Schotte später.

Eine Runde später läuft Bruno Spengler die Box an. Der Kanadier wird in 4,0 Sekunden abgefertigt. Auch keine Glanzleistung der Mechaniker, aber sie genügt, um Spengler die Führung zu bescheren. Cool verwaltet der Kanadier seinen Platz an der Sonne und holt den ersten Sieg seit fast drei Jahren. Spengler ist "überglücklich". Di Resta dagegen grantelt: "Eine Riesen Enttäuschung. Ich hatte alles unter Kontrolle."

Di Restas Renningenieur Axel Randolph sprach die Mechaniker-Crew von jeder Schuld frei. "Der Sicherungsmechanismus der Radmutter ist kaputt gegangen", berichtete der Techniker. "Deswegen konnte der Mechaniker die Mutter zunächst nicht festziehen. So etwas kann vorkommen. Da sieht man wieder, dass es in der DTM wirklich auf jedes Detail ankommt."

Prémat als Auslöser einer Kettenreaktion

Alexandre Prémat war am Lausitzring bei seinem Arbeitgeber  ungefähr so beliebt wie Keuchhusten. "Eine starke Übermotivation von Alexandre", diagnostizierte Sportchef Wolfgang Ullrich. Mit seinem Rempler gegen Mattias Ekström in der ersten Runde hatte der Franzose eine Kettenreaktion ausgelöst, bei der alle vier neuen Audi A4 beschädigt wurden: Ekström musste aufgeben. Beim Versuch, dem quer stehenden Red Bull-Audi auszuweichen, gerieten Martin Tomczyk und Oliver Jarvis aneinander. Und auch Timo Scheider kam nicht unbehelligt durch das Kuddelmuddel. Nach einem Dreher reichte es für den Titelverteidiger nur noch für Rang acht. Martin Tomczyk holte als Sechster wenigstens noch drei Zähler.

Ekström vermasselt den Start

Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich war aber auch auf Ekström nicht sonderlich gut zu sprechen. Denn der Schwede hatte den Start vermasselt. "Dadurch hat sich Mattias überhaupt erst in die Lage gebracht getroffen zu werden", ärgerte sich der Österreicher. "Was in Kurve drei passiert ist, war ein Alptraum. So etwas darf nicht passieren, schon gar nicht unter Markenkollegen."

Mercedes-Sportchef Norbert Haug war froh, "dass die Merecdes-Fahrer mit dem Crash nichts zu tun hatten" und tröstete den verärgerten Ullrich. "Audi ist hier durch den Unfall sicherlich unter Wert geschlagen worden."


Jamie Greens Schlafmützenstart hat ein Nachspiel

Auch das DTM-Rennen in der Lausitz hatte ein Nachspiel bei den Sportkommissaren. Die Motorsport-Schiedsrichter wollten genau wissen, warum der Drittplatzierte Mercedes-Jahreswagenfahrer Jamie Green beim Restart nach der Safety-Car-Phase so zögerlich Gas gegeben hatte, dass eine Lücke von 1,8 Sekunden zu dem vor ihm fahrenden Spengler klaffte.

Auch wenn es keiner offen aussprach: Es hing der Verdacht im Raum, dass Green deswegen so langsam losfuhr, um den beiden erstplatzierten Mercedes mehr Luft zu verschaffen. Denn erst auf Rang vier lauerte der beste Audi. Das Regelwerk verlangt, dass beim Restart nicht mehr als fünf Wagenlängen Abstand gehalten werden darf.

Nach ausgiebigem Studium der Videoaufnahmen und nach Befragen des Fahrers kamen die Kommissare zu dem Schluß: eine Ermahnung genügt. Für Sportchef Haug eine logische Entscheidung: "Jamie hat sich ja selbst geschadet."

Der offiziell gerügte Jamie Green durfte sich so über den zweiten Podiumsbesuch des Jahres freuen. Auch zwei andere Jahreswagen-Fahrer konnten erfreuliche Akzente setzen: Mike Rockenfeller im 2008-er Audi des Phoenix-Teams wurde Vierter. Der Deutsche ist damit einer von nur fünf Piloten die es schafften, bei allen drei bisherigen Saisonrennen Punkte einzuheimsen.

Last but not least Susie Stoddart: Bei ihrem 44. DTM-Rennen holte die Schottin als Siebte ihre ersten DTM-Punkte. "Endlich", atmetet die Blondine auf. "Hat ja auch lange gedauert."

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