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DTM Le Mans

Schneider ist Meister

Foto: DTM

Mercedes-Mann Bernd Schneider hat dank einer fulminanten Aufholjagd vorzeitig sein Meisterstück im Deutschen Tourenwagen Masters abgeliefert. Der Saarländer sicherte sich durch einen fünften Platz bei der DTM-Premiere in Le Mans am Sonntag (15.10.) zum fünften Mal den Titel.

16.10.2006

"Bombastisch! Unglaublich!", jubelte Schneider nach seiner Maßarbeit. "Ich bin als Neunter losgefahren, im Kiesbett gelandet und dann noch so weit vorgekommen." Im Überschwang seiner Gefühle und nach der ersten Champagnerdusche kündigte der sonst eher ruhige und zurückhaltende Schneider eine "Bussi-Tour" für sein Team an: "Jeder kriegt einen Kuss von mir - auch wenn ich keine Männerküsse mag."

Mercedes-Kollege Bruno Spengler, der vor dem vorletzten Saisonlauf nur noch minimale Meisterchancen hatte, vervollständigte als Sieger den Mercedes-Triumph. Der Kanadier setzte sich vor seinem finnischen Markenkollegen Mika Häkkinen und dem Dänen Tom Kristensen als bestem Audi-Vertreter durch. "Gratulation an alle. Das war ein grandioses Jahr", sagte Mercedes-Motorsportdirektor Norbert Haug.

Tom Kristensen: "Titel schon früher verspielt"

Vor dem Saisonfinale in zwei Wochen auf dem Hockenheimring hat Schneider mit 66 Punkten den Titel in der Tasche. Zwischen seinem Markenkollegen Spengler (53 Punkte) und Kristensen (50) geht es nur noch um den zweiten Platz.

Dabei hatte es in Nordfrankreich lange nach einer Titelvertagung ausgesehen. Schneider sorgte durch einen völlig verkorksten Start selbst unfreiwillig für zusätzliche Spannung. Der 42 Jahre alte Rennfahrer, der schon im Qualifikationstraining als enttäuschender Neunter gepatzt hatte, fiel nach einem Ausritt ins Kiesbett zunächst bis auf Platz 16 zurück. Aber auch Kristensen kam nicht optimal weg und rutschte vom zweiten auf den vierten Rang zurück. Der Däne, der hier sieben Mal den Langstreckenklassiker 24 Stunden von Le Mans gewann, hatte ohnehin nur noch minimale Meisterschaftschancen. "Wir haben den Titel schon früher verspielt", sagte Kristensen.

Bernd Schneider: "Quäntchen Glück gehabt"

Bruno Spengler fuhr auf dem 4,180 Kilometer langen Circuit Bugatti vor 34.000 Zuschauern einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg heraus. Die 23 Jahre alte Nachwuchshoffnung setzte sich nach 39 Runden in 1:03:09,292 Stunden vor Häkkinen durch. Der frühere zweimalige Formel-1-Weltmeister lag am Schluss nur 0,398 Sekunden zurück. Schneider, für den die Zeit keine Rolle spielte, wies 24,044 Sekunden Abstand auf. "Ich wusste, dass der fünfte Platz reicht. Deshalb habe ich nichts mehr riskiert", sagte der gelernte Stahlbetonbauer nach seinem Meisterstück.

Stolz war Schneider auch darauf, dass er seinen fünften Titel nach 1995, 2000, 2001 und 2003 ohne Schützenhilfe perfekt gemacht hat. "Es gibt die berühmte Stallorder", sagte der frühere Formel-1-Fahrer, "und die habe ich nicht gebraucht". Zugleich räumte er ein, in diesem Jahr "das notwendige Quäntchen Glück" gehabt zu haben.

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