DTM Norisring: Kanaldeckel sorgt für Trainingspause

Ein lockerer Kanaldeckel sorgte beim Freien Training zum DTM-Lauf am Norisring dafür, dass der Zeitplan total aus den Fugen geriet. Die Sitzung wurde nach einem spektakulären Unfall von Markus Winkelhock sofort gestoppt. Die Unterbrechung dauerte exakt zwei Stunden.

Um 8.35 Uhr, 20 Minuten nach Beginn des Trainings, war Markus Winkelhock mit seinem Audi A4 auf der Start- und Zielgeraden über einen Gullydeckel gefahren, der offenbar nicht ordnungsgemäß befestigt war. Das mehrere Kilo schwere Trumm aus Gusseisen war von einem anderen Auto aus seinem Sitz förmlich herausgelutscht worden. Ähnlich wie Formel 1-Autos erzeugt der Unterboden von DTM-Autos eine starke Saugwirkung.

"Markus hat den Deckel mit 244 km/h gerammt", berichtete Arno Zensen, der Teammanager des Rosberg-Audi-Teams. "Das Auto wurde von vorne bis hinten aufgeschlitzt." Das Eisenteil flog in hohem Bogen durch die Luft und verfehlte nur knapp den A4 von Rosbergs Teamkollege Mike Rockenfeller, der gerade aus der Boxengasse fuhr. Sehr viel Glück hatte auch ein Streckenposten, der hinter der Leitplanke stand: Der Mann konnte sich im letzten Moment wegducken, als der Deckel über die Leitplanke flog.

Aufwendige Reparaturarbeiten

"Wir versuchen alles, das Auto von Markus bis morgen früh im Warmup wieder startklar zu bekommen", versichert Teammanager Zensen. Bei Audi-Sport in Ingolstadt wurden deswegen bereits einige Mitarbeiter aus dem freien Wochenende zurückbeordert, um die entsprechenden Teile zu präparieren.

An der Strecke in Nürnberg wurde anschließend fieberhaft gearbeitet: An vielen Stellen des Kurses wurden Kanaldeckel erneut verschweisst. An der Unfallstelle selbst war es nicht möglich zu schweissen, da in unmittelbarer Nähe eine Gasleitung verläuft. Daher füllten die Streckenarbeiter das Loch mit Beton auf.

Nicht der erste Problem-Gully

2004 gab es beim DTM-Einladungsrennen in Shanghai bereits einen ähnlichen Vorfall: Damals rammte Bernd Mayländer mit seinem Mercedes einen nicht verschweissten Kanaldeckel gerammt. "Auch ein Rosberg-Auto", stöhnte Zensen. "Wir sind offenbar Spezialisten für solche Stunts."

Den wohl schlimmsten Zwischenfall mit einem Kanaldeckel verbuchte der Spanier Jesus Pareja bei einem Gruppe C-Sportwagenrennen in Montreal. Das Eisenteil flog durch die Windschutzscheibe des Porsche 962 und schlitzte den Tank auf. Der Porsche ging sofort in Flammen auf. Pareja hatte enormes Glück und konnte den Wrack fast unverletzt entsteigen.

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Claus Mühlberger

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