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DTM

Paffet gewinnt auf dem Nürburgring

Foto: dpa 24 Bilder

Gary Paffett hat sich mit seinem kühl herausgefahrenen Sieg beim sechsten Lauf zum Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) erneut eindrucksvoll für einen Aufstieg in die Formel 1 empfohlen.

02.08.2004

Der britische Mercedes-Pilot setzte sich bei der Hitzeschlacht in der Sauna Nürburgring vor Audi-Konkurrent Mattias Ekström und seinem Markenkollegen Bernd Schneider (St. Ingbert) durch. Der Schwede löste durch seinen zweiten Platz Christijan Albers, der am Sonntag ausfiel, als Spitzenreiter in der Gesamtwertung ab.

Paffett wahrte durch seinen dritten Sieg in Serie einschließlich des Einladungsrennens in Schanghai seine Titelchancen und verkürzte den Abstand auf das Führungsduo Ekström/Albers. "Ich muss jetzt noch möglichst viele Rennen gewinnen, dann hab ich noch Titelchancen", sagte der 23-Jährige. "Auf Christijan hab ich heute ja ein paar Punkte gut gemacht." Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug lobte das Talent: "Die Ehre gebührt Gary. Jetzt haben wir zwei heiße Eisen im Feuer im Rennen um die Meisterschaft."

Frentzen weiter erfolglos

Für den mit vielen Vorschusslorbeeren in seine erste DTM-Saison gestarteten Heinz-Harald Frentzen endete auch der sechste Versuch mit einer bitteren Pleite: Der ehemalige Formel-1-Fahrer musste nach zwei frühen Karambolagen mit Konkurrenten bereits in der 26. von 41 Runden seinen beschädigten Opel an der Box abstellen. "Das ist ärgerlich, aber man muss das wegstecken", sagte der 37 Jahre alte Mönchengladbacher. "Der Speed hat auch nicht gestimmt. Das müssen wir teamintern klären." Frentzen wartet damit weiter auf seinen ersten Punkt und ist die bislang größte Enttäuschung der Saison. Marcel Fässler (Schweiz) war als Vierter bester Opel-Mann.

Paffett, der als heißer Kandidat für ein Formel-1-Cockpit beim Schweizer Sauber-Team in der kommenden Saison gilt, gewann bei über 30 Grad im Schatten auf dem 3,629 km langen Eifelkurs nach 148,789 km in 59:10,664 Minuten. Ekström wies 2,190 Sekunden Rückstand auf. Der Schwede hat nun nach sechs von zehn Saisonrennen 47 Punkte und damit 5 Zähler Vorsprung vor dem Niederländer Albers (42). Paffett bleibt Gesamtdritter (35).

Der Brite nutzte seine erste Pole Position, um sich gleich an die Spitze zu setzen. Bis zu seinem ersten Boxenstopp verteidigte Paffett den ersten Platz vor Ekström und Albers. Weil ihn anschließend der nun führende Audi-Vertreter Emanuele Pirro (Italien) etwas einbremste, um so seinem Markenkollegen Ekström bei dessen Verfolgungsjagd zu helfen, steuerte Paffett als Erster der Sieganwärter schon in der 20. Runde erneut die Box an. Der Coup zahlte sich aus, da er wieder vorne weg fuhr, als alle ihren zweiten Stopp absolviert hatten. "Die Audi-Taktik hat nicht funktioniert", sagte Haug. Albers verlor seinen scheinbar sicheren dritten Platz nach einem harten Gerangel in der 36. Runde, wobei er seinen Mercedes stark beschädigte und abstellen musste.

Nach dem Rennen wurde bekannt, dass die ARD im nächsten Jahr alle DTM-Läufe überträgt. In dieser Saison wechseln sich ARD und ZDF ab.

Ergebnisse: DTM Nürburgring

6. Lauf auf dem Nürburgring (41 Runden = 148,789 km):
1. Garry Paffett (Großbritannien) Mercedes C-Klasse 59:10,664 Min.
2. Mattias Ekström (Schweden) Audi A4 2,190 Sek. zurück
3. Bernd Schneider (St. Ingbert) Mercedes C-Klasse 22,891
4. Marcel Fässler (Schweiz) Opel Vectra GTS 23,997
5. Tom Kristensen (Dänemark) Audi A4 24,722
6. Timo Scheider (Brauweiler) Opel Vectra GTS 25,654
7. Jean Alesi (Frankreich) Mercedes C-Klasse 26,039
8. Peter Dumbreck (Großbritannien) Opel Vectra GTS 27,980
9. Laurent Aiello (Frankreich) Opel Vectra GTS 33,427
10. Stefan Mücke (Berlin) Mercedes CLK 39,724

Gesamtstand nach 6 von 10 Rennen:
1. Mattias Ekström (Schweden) 47 Punkte
2. Cristijan Albers (Niederlande) 42 Punkte
3. Garry Paffett (Großbritannien) 35 Punkte
4. Bernd Schneider (St. Ingbert) 22 Punkte
5. Tom Kristensen (Dänemark) 17 Punkte
6. Martin Tomczyk (Rosenheim) 15 Punkte
7. Jean Alesi (Frankreich) 14 Punkte
8. Timo Scheider (Braubach) 11 Punkte
9. Laurent Aiello (Frankreich) 9 Punkte
10. Marcel Fässler (Schweiz) 7 Punkte

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