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DTM

Paffet wird Meister

Foto: dpa

Mercedes-Pilot Gary Paffett hat seine glänzende Saison mit dem erstmaligen Titelgewinn beim Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) gekrönt. Der 24 Jahre alte Brite unterstrich am Sonntag (23.10.) bei den Mercedes-Festspielen auf dem Hockenheimring mit einem dritten Platz seine Top-Qualitäten.

24.10.2005

Zugleich glückte Paffett beim Saisonfinale die Revanche für die schmerzhafte Vorjahresniederlage. "Unglaublich! Das war ein Superjahr", jubelte der neue Mercedes-Star. Jubilar Bernd Schneider feierte bei seinem 200. DTM-Rennen seinen 39. Sieg vor Markenkollege Jamie Green und sorgte damit für das Tüpfelchen auf dem "i" beim Dreifacherfolg des Stuttgarter Automobilkonzerns, der auch die Markenwertung gewann.

Auch ein verblüffender Trick beim Boxenstopp nützte Audi-Konkurrent Mattias Ekström nichts, um den Titel doch noch verteidigen zu können. Der Schwede büßte als Siebter sogar weitere Punkte auf Paffett ein. Die Rennleitung hatte Ekström zunächst aus der Wertung genommen, weil das Audi-Team die beiden obligatorischen Reifenwechsel auf ein Mal vorgenommen hatte. Später korrigierten die Kommissare ohne Begründung ihre Entscheidung und veröffentlichten eine neue Ergebnisliste. "Glückwunsch an Gary, auch wenn er ein Brite ist", gratulierte Ekström mit einem Augenzwinkern trotz aller Enttäuschung seinem Rivalen. Hinter Paffett (84 Punkte) musste sich der 27 Jahre alte Skandinavier (71) mit deutlichem Abstand mit Platz zwei in der Gesamtwertung begnügen.

"Gary war der Mann des Jahres", lobte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug seinen Schützling. Als Dank erhält Paffett nächste Woche einen Formel-1-Test im Silberpfeil. "Ich würde gerne den DTM-Titel verteidigen, aber die Formel 1 ist das, wovon man träumt", deutete der neue Champion an, dass er bei einem´entsprechenden Angebot gerne in den Grand-Prix-Sport aufsteigen würde. Als nächster Höhepunkt steht jedoch erst einmal die Hochzeit mit seiner Lebensgefährtin am 17. Dezember an.

Schneider siegt, Frentzen fliegt ab

Der viermalige DTM-Champion Schneider gewann nach 164,664 Kilometern in 1:02:12,480 Stunden mit 8,076 Sekunden Vorsprung vor Green. Schneider erwischte auf der nassen Piste einen Blitzstart und katapultierte sich vom dritten auf den ersten Platz. Der 41 Jahre alte Saarländer verteidigte die Spitzenposition bis zu seinem ersten Boxenstopp in der 17. von 36 Runden. Auch Ekström ging glänzend ins Saisonfinale: Er kämpfte sich innerhalb weniger Umläufe vom 15. auf den achten Rang vor, hing dann aber lange hinter dem zweimaligen Formel-1-Weltmeister Mika Häkkinen (Finnland) im Mercedes C-Klasse fest.

Paffett vermied klug und abgeklärt fahrend jedes Risiko, verzichtete auf Attacken und hielt als zunächst Fünfter Ekström sicher auf Distanz. "Das war kein Zuckerschlecken heute", sagte der fünfmalige Saisonsieger. "Ich hatte früh Probleme mit den Reifen. Das letzte Rennen auf dem Podium zu beenden, war mehr als erhofft." Haug freute sich über den Dreifachsieg zum Abschluss: "Etwas Besseres kann man sich nicht wünschen."

Für Heinz-Harald Frentzen (Mönchengladbach) endete die Saison mit einem schweren Unfall. Er blieb aber unverletzt. Der Mönchengladbacher Opel-Pilot krachte in der 31. Runde mit voller Wucht seitlich in die Reifenstapel und musste vom Rettungsteam geborgen werden. Sicherheitshalber wurde Frentzen zur eingehenden Untersuchung in eine Heidelberger Klinik geflogen. "Heinz-Harald ist ansprechbar", konnte Opel-Rennleiter Volker Strycek kurz nach dem Crash Entwarnung geben. Bester Vertreter der Rüsselsheimer bei ihrem letzten Werkseinsatz war der Schweizer Marcel Fässler als Sechster.

Die DTM-Präsentation 2006 findet am 25. und 26. März erstmals in Düsseldorf auf der Königsallee statt. Nach dem Rückzug von Opel steht momentan nur der Einsatz von Mercedes und Audi in der kommenden Saison fest.

Ergebnisse DTM, 11. Lauf in Hockenheim (37 Runden à 4,574 km):

1. B. Schneider (St. Ingbert) - AMG-Mercedes 1:02:12,480 Std.
2. Jamie Green (GB) - AMG-Mercedes C-Klasse + 8,076 Sek.
3. Gary Paffett (GB) - AMG-Mercedes C-Klasse + 15,986 Sek.
4. Tom Kristensen (DK) - Audi A4 + 16,593 Sek.
5. Frank Stippler (Bad Münstereifel) - Audi A4 +26,818 Sek.
6. Marcel Fässler (Schweiz) - Opel Vectra GTS + 42,911 Sek.
7. Bruno Spengler (Kanada) - AMG-Mercedes C-Klasse + 45,756 Sek.
8. Laurent Aiello (Frankreich) - Opel Vectra GTS + 48,300 Sek
9. Pierre Kaffer (Bad Neuenahr) - Audi A4 + 50,028 Sek.
10. S. Mücke (Berlin) - AMG-Mercedes C-Klasse + 52,599 Sek.
11. Manuel Reuter (Mainz) - Opel Vectra GTS + 59,043 Sek.
...
13. Christian Abt (Kempten) - Audi A4 + 1:02,629 Min.
...
17. H.-H. Frentzen (M'gladbach) - Opel Vectra GTS + 7 Runden

Fahrer-Wertung, Endstand nach 11 Läufen:

1. Gary Paffett (GB) - AMG-Mercedes C-Klasse 84 Pkt.
2. Mattias Ekström (Schweden) - Audi A4 69 Pkt.
3. Tom Kristensen (Dänemark) - Audi A4 56 Pkt.
4. B. Schneider (St. Ingbert) - AMG-Mercedes C-Klasse 32 Pkt.
5. Mika Häkkinen (Finnland) - AMG-Mercedes C-Klasse 30 Pkt.
6. Jamie Green (GB) - AMG-Mercedes C-Klasse 29 Pkt.
7. Jean Alesi (Frankreich) - AMG-Mercedes C-Klasse 22 Pkt.
8. H.-H. Frentzen (M'gladbach) - Opel Vectra GTS 17 Pkt.
9. Christian Abt (Kempten) - Audi A4 16 Pkt.
...
13. Martin Tomczyk (Rosenheim) - Audi A4 10 Pkt.
14. Frank Stippler (Bad Münstereifel) - Audi A4 8 Pkt.
...
16. Pierre Kaffer (Bad Neuenahr) - Audi A4 5 Pkt.
17. Manuel Reuter (Mainz) - Opel Vectra GTS 4 Pkt.
18. Stefan Mücke (Berlin) - AMG-Mercedes C-Klasse 3 Pkt.

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