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DTM-Pilot Ralf Schumacher exklusiv im Interview

"Das erste Ziel ist das Podium"

DTM 2010 Ralf Schumacher Foto: Mercedes 42 Bilder

Ralf Schumacher hat sich für die Saison 2010 viel vorgenommen. Im exklusiven Interview mit auto-motor-und-sport.de verrät er, wie er sich in dieser Saison weiter steigern will. Das erste Etappenziel lautet für den ehemaligen Formel-1-Piloten Podium.

12.04.2010 Bianca Leppert

Was hat den Ausschlag gegeben, den Vertrag für 2010 zu verlängern? Die letzte Saison war nicht gerade leicht für Sie.
 
Ralf Schumacher: "Die letzte Saison war sicher nicht leicht für mich, das stimmt schon. Aber im Laufe der Saison ging der Trend in die richtige Richtung. Da ich nicht ganz so zufrieden war und das sicher noch besser geht, will ich mich weiter steigern. Die Aufgabe und das Ziel was ich hatte sind ja noch nicht erfüllt. Daher setze ich alles daran, dieses Jahr besser abzuschneiden."

Hat letztlich nur der Ehrgeiz den Ausschlag gegeben?
Schumacher: "Zum einen ist die Herausforderung und der Ehrgeiz ein wichtiger Punkt für die Entscheidung. Aber natürlich auch, dass ich mich bei Mercedes sehr wohl fühle. Die DTM mit meinem Team HWA macht mir sehr viel Spaß."
 
Was wollen Sie 2010 besser machen als in den vergangenen Jahren?
Schumacher: "Weiter vorne ankommen (lacht laut, Anm. der Redaktion)."
 
Und wie wollen Sie das umsetzen?
Schumacher: "Schneller fahren (lacht wieder laut, Anm. der Redaktion). Spaß beiseite. Grundsätzlich war es letztes Jahr zum Ende hin nicht mehr vom Speed her bei mir problematisch. Ich will nun die Erfahrung umsetzen. Das erste Ziel ist das Podium. Dann schauen wir mal, wie überhaupt das Kräfteverhältnis dieses Jahr aussieht. Ich habe einiges gelernt im letzten Jahr. Jetzt hatten wir auch noch einmal den viertägigen Test in Valencia, der nicht so schlecht lief. Von daher bin ich optimistisch, dass es ein ganzes Stück besser sein sollte."
 
Haben Sie sich konkrete Ziele gesetzt oder gehen Sie das locker an?

Schumacher: "Das gehe ich relativ locker an. Man kann ja nichts Genaues planen im Sport. Am liebsten wäre es mir natürlich, wenn es gleich beim ersten Rennen klappt. Wir werden sehen."
 
Sie haben die Testfahrten angesprochen. Was haben Sie getestet und welche Erkenntnisse haben Sie daraus gewonnen?
Schumacher: "Wir machen momentan extreme Detailarbeit, die Technik ist ja grundsätzlich weitestgehend eingefroren, um so Kosten zu sparen. Wenn man ein neues Auto baut, hat man relativ viel damit zu tun, es auszutesten und in den Grundzügen kennenzulernen oder eventuell kleine Haltbarkeitsprobleme auszusortieren. Dieses Jahr ist es so, dass man aufgrund des eingefrorenen Reglements ins Detail gehen konnte und man schaut, wo die Stärken und Schwächen des Fahrers und des Autos waren. Das zu optimieren, nimmt extrem viel Zeit in Anspruch. Das haben wir nun gemacht. Wir haben auch verschiedene Set-up-Optionen durchprobiert. Kleine Änderungen sind ja nach wie vor möglich. Die bringen in der DTM mehr als man glaubt, aber nehmen auch viel Zeit in Anspruch."
 
Denken Sie, man kann nach diesen Testfahrten etwas über das Kräfteverhältnis aussagen oder wurden die Karten noch nicht aufgedeckt?
Schumacher: "Das ist natürlich bei den aktuellen beziehungsweise Vorjahres-Autos immer ein bisschen schwieriger, weil man nie genau weiß, was welches Team gerade testet. Aber bei einem viertägigen Test ist immer eine gewisse Standortbestimmung nötig. Daher glaube ich, dass jeder auf eine bestimmte Art und Weise versucht, hier und da mal eine Zeit zu setzen."
 
Sie bekommen mit David Coulthard einen neuen Teamkollegen. Sie sind selbst Formel 1 gefahren und vielen fällt die Umstellung auf das DTM-Auto schwer. Was kann er erreichen?
Schumacher: "Bei David bin ich recht optimistisch, weil er von Anfang an sehr gut mit dem DTM-Auto klargekommen ist. Er ist ja auch nicht direkt aus der Formel 1 gekommen und hatte ein Jahr Pause. Er hat sich relativ schnell wohlgefühlt und das 2008er Modell ist ein Fahrzeug, das ihm scheinbar liegt. Man hat letztes Jahr gesehen, dass man mit dem Auto Rennen gewinnen konnte. Ich sehe ihn von Anfang gern dabei."
 
Denken Sie, dass der Druck auf Sie nun steigt oder abnimmt und man seine Leistungen mit ihren Anfängen in der DTM vergleicht?
Schumacher: "Ich weiß nicht, ob man da etwas vergleichen kann. Das ist nicht meine Priorität. Meine Priorität ist, auf mich selbst zu schauen. Dass meine Ergebnisse im letzten Jahr unterm Strich nicht besonders aussahen, ist klar. Das gilt es zu verbessern."
 
Sie machen sich wegen David Coulthard also nicht mehr Druck?

Schumacher: "Nein. Ganz im Gegenteil. Ich freue mich, dass David da ist, was sicherlich positiv für die DTM und Mercedes ist. Ein weiterer guter Fahrer, der dabei ist."
 
Kommt es Ihnen entgegen, dass Sie mit dem selben Auto wie 2009 starten und sich nicht umgewöhnen müssen?
Schumacher: "Ich hatte Anfang 2009 ziemliche Schwierigkeiten, deshalb kommt es mir sicherlich entgegen. Auch diese vier Testtage in Valencia waren jetzt sehr wichtig. Dass man zum Beispiel einige Sachen an seinem Fahrstil noch mal ändert. Das ist mir gut gelungen. Es kommt mir entgegen, dass ich mich nicht noch mal auf eine neue Situation einstellen muss."
 
Es gab Gerüchte, dass Sie wieder mit der Formel 1 liebäugeln. Sind Sie froh, dass Sie diesen Schritt nicht gemacht haben, wenn Sie sehen, welchen Erwartungen sich Ihr Bruder Michael stellen muss?
Schumacher: "Das sehe ich ganz anders. Ich würde den Schritt nach wie vor gehen, wenn sich eine gute Möglichkeit ergeben würde. Was Michael angeht, weiß ich nicht, was die Außenwelt erwartet hat. Er sieht das sehr relaxt und ich würde das genauso relaxt sehen wie er. Der Wiedereinstieg war in erster Linie für ihn selbst und weil er Spaß an der Formel 1 hat und die Herausforderung sucht."

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