"Wir drücken nicht auf die Tränendrüse und jammern nicht, wie schlecht es uns geht", sagte der Vorstandschef der DTM-Dachorganisation ITR, Hans Werner Aufrecht, am Sonntag (19.4.) in Düsseldorf bei der offiziellen Saisonpräsentation der von elf auf zehn Läufe verschlankten Tourenwagen-Serie.
Sportlich will sich Audi den ersten Hattrick der 22 Jahre langen DTM-Geschichte auch von einem in einen Neuwagen beförderten Mercedes-Star Ralf Schumacher nicht nehmen lassen. "Zum dritten Mal hintereinander die DTM zu gewinnen ist ein Traum, auf den wir gerne hinarbeiten", sagte Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich. Die größte Audi-Hoffnung ist Vorjahres-Champion Timo Scheider (Braubach), der wie Mattias Ekström (Schweden), Tom Kristensen (Dänemark) und Martin Tomczyk (Rosenheim) einen aktuellen Audi A4 DTM fährt. Den stärksten Gegenwind hat die Vier-Ringe-Flotte vom Vorjahres-Zweiten Paul di Resta (Großbritannien), dem 2005er-Champion Gary Paffett (Großbritannien) und Bruno Spengler (Kanada) in der aktuellen C-Klasse zu erwarten.
Ralf Schumacher: Bin noch kein Titelkandidat
Der 180-malige Grand-Prix-Fahrer Schumacher sieht sich hingegen auch im Neuwagen nicht als Titelkandidat. "Meine Voraussetzungen sind besser, aber dadurch werde ich nicht über Nacht zum perfekten DTM-Fahrer", betonte der 33-Jährige. "Ich will Punkte sammeln, und wenn ein Podium herausspringt, wäre ich glücklich."
In Düsseldorf machten Demonstrationsrunden, Autogrammstunden der insgesamt 19 Fahrer (elf Audi/acht Mercedes) sowie ein Konzert der Rockgruppe Reamonn den 210.000 Zuschauern an der noblen Königsallee Lust auf mehr, zur Zukunftssicherung muss die DTM aber weiter sparen. "Es könnte auch sein, dass es solch eine Serie mal nicht mehr gibt", mahnte der vom Grand Prix in Shanghai live zugeschaltete Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, lobte aber den Sparkurs der Serie. "Alle halten zusammen."
Ähnlich wie Konkurrent Mercedes hat Audi seine Ausgaben schon jetzt um etwa 30 Prozent reduziert. Auch bei der Weiterentwicklung des Autos habe man aufs Portemonnaie geschaut. Bei der Mechanik gibt es fast keine Veränderungen, sagte Ullrich.
Ohne Senna in die neue Saison
Geplatzt war zwei Tage zuvor das Vorhaben von Mercedes, in Bruno Senna den nächsten klangvollen Motorsport-Namen in die DTM zu holen. Doch der Neffe des 1994 tödlich verunglückten dreimaligen Formel-1-Weltmeisters Ayrton Senna ließ den in DTM-Kreisen bereits als perfekt geltenden Deal mit der Begründung platzen, sich voll auf seine Chance in der Formel 1 zu konzentrieren. "Er muss mit Herz und Seele in der DTM sein", sagte Haug.
Saisonstart am 17. Mai in Hockenheim
Der Brasilianer war vor der Saison als Nachfolger seines Landsmannes Rubens Barrichello bei BrawnGP im Gespräch und gilt zudem als Kandidat bei Renault. Das Auftaktrennen der DTM 2009 startet am 17. Mai traditionell in Hockenheim, wo am 25. Oktober auch der letzte der insgesamt zehn in fünf europäischen Ländern gefahrenen Läufe ausgetragen wird.
Das Deutsche Tourenwagen Masters (DTM) startet in die zehnte Saison seit seiner Wiederbelebung im Jahr 2000. Auf dem Programm stehen zehn Läufe in fünf europäischen Ländern, wobei der Schwerpunkt mit sechs Rennen klar in Deutschland liegt.
Erstmals im Kalender ist Dijon, das das 24-Stunden-Mekka Le Mans als französischen Rennort ablöst. Gestrichen wurde im Vergleich zum Vorjahr der Lauf im italienischen Mugello.
Die DTM-Termine 2009:
17. Mai Hockenheim
31. Mai EuroSpeedway Lausitz
28. Juni Nürnberg
19. Juli Zandvoort (Niederlande)
02. August Oschersleben
16. August Nürburgring
06. September Brands Hatch (Großbritannien)
20. September Barcelona (Spanien)
11. Oktober Dijon (Frankreich)
25. Oktober Hockenheim





