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DTM-Analyse Shanghai 2010

War der Stadtkurs von Pudong sicher genug?

DTM 2010 Shanghai Foto: xpb 18 Bilder

Das DTM-Finale von Shanghai hat viele offene Fragen hinterlassen. Vor allem die rutschige Strecke auf den öffentlichen Straßen von Pudong gab Anlass zur Kritik. Wir sagen Ihnen, ob die Verantwortlichen richtig gehandelt haben.

29.11.2010

Warum wurde hinter dem Safety-Car gestartet?

Vor dem Start war die Nervosität der Verantwortlichen förmlich spürbar. Nach vier Unfällen im Qualikationstraining, darunter der äußerst heftige Mauerkuss von Timo Scheider, sowie den ziemlich ernsten Crash von Mercedes-Fahrer Maro Engel im Freitagstraining lagen die Nerven bei den Herren des DMSB und der ITR ziemlich blank. Denn der enge, keine Fehler verzeihende Stadtkurs von Pudong erfüllte so ziemlich alle Voraussetzungen für ein Chaos-Rennen.

Also ergriff man allerlei Maßnahmen, um die Situation zu entschärfen. Den Fahrern wurde sehr eindringlich ins Gewissen geredet, doch etwas behutsamer als sonst zu Werke zu gehen. Und weil der DTM-übliche stehende Start Gefahren birgt, entschloss man sich für eine andere Variante, den fliegenden Start. Allerdings nicht so, wie es in der Tourenwagen-WM und bis 1996 auch in der DTM üblich war, dergestalt, dass sich die Autos paarweise sortieren. Vielmehr fuhr man in Single-File-Formation los, also im Gänsemarsch. Und zudem herrschte für die ersten drei Kurven striktes Überholverbot.

Die Maßnahmen griffen: Im Rennen blieben Unfälle aus. Nicht nur die Kostenstellenverantwortlichen der Hersteller freute dies, sondern auch die leidgeprüften Mechaniker. Speziell die Schrauber der Teams Mücke-Mercedes und Abt-Audi hatten nach den Trainingsunfällen jeweils eine Nachtschicht einlegen müssen.

Dass das Rennen nach dem harmlosen Tête-à-tête zwischen Susie Stoddart und Mike Rockenfeller vorzeitig, nach 49 von 60 geplanten Runden, abgebrochen wurden, kann man niemandem verübeln. Denn auf einem Stadtkurs wie Pudong muss der Rennleiter innerhalb von wenigen Sekunden entscheiden, ob abzubrechen ist oder ob es auch ein Safety-Car-Einsatz täte.

Wichtiges Detail: In China hatte die Rennleitung erstmals direkten Funkkontakt zu den Fahrern. So konnten die Piloten vor Gefahrenstellen viel schneller gewarnt werden als bislang.

War die Strecke sicher genug?

Die Antwort auf diese Frage lautet: Ja, und zwar uneingeschränkt. Die Chinesen sowie die Streckenbaumeister aus Deutschland haben ganze Arbeit geleistet. FIA-Mann Roland Bruynseraede freute sich, nachdem er Scheiders Unfallstelle besichtigt hatte: "Prima, die Mauer hat gehalten." Sie war lediglich einen halben Meter nach hinten verschoben worden.

Scheiders Crash in der Qualifikation war einer der heftigsten Unfälle in der DTM-Geschichte. Der Audi entgleiste bei 220 km/h, drehte sich um 180 Grad, schlug mit dem Heck voran in der äußeren Mauer ein und kam erst nach weiteren 110 Metern zum Stehen.

Der entthronte Titelverteidiger blieb völlig unversehrt, und es dauerte nicht lange, bis er wieder Witze machte. In der Startaufstellung ging er nochmals zur Unfallstelle und posierte für die Fotografen fröhlich mit den Schrammen und Reifenspuren, die sein Auto in der Mauer hinterlassen hatte. Die Frage, ob er in den Blechautos der WTCC genauso glimpflich davongekommen wäre, bleibt natürlich hypothetisch.

Die Unfallursache für Scheiders Ausrutscher war eine Fahrbahnmarkierung. Die Chinesen reagierten: In der Nacht vor dem Rennen wurden die glitschigen weißen Streifen abgefräst.

Warum kam Paul di Resta nur auf Platz zwei?

"Paul ist mein Freund", sagt Shanghai-Sieger Gary Paffett. Wenn es um den Sieg geht, kennt der Brite dennoch kein Pardon. Oder doch? Paffett machte in der frühen Phase des Rennens keinerlei Druck auf seinen Formel 1-Reisegefährten aus Schottland. (Beide waren 2010 als Testfahrer tätig, der eine für Force India, der andere für McLaren.)

Es war wieder einmal ein schlafmütziger Boxenstopp, der di Resta den Sieg kostete. Der Schotte stand fast drei Sekunden länger an der Box als Paffett. Der zog mühelos vorbei. So ergab sich optimale Ergebnis für die beiden Spezies aus Großbritannien. Der eine holte den Titel, der andere den Sieg und den zweiten Platz in der Meisterschaft. Gerade mal einen Zähler Vorsprung hatte Paffett auf den als Tabellenführer nach Shanghai gereisten Kanadier Bruno Spengler. Für den Kandier blieb nur Platz drei im Endklassement.

Gut denkbar, dass di Resta und Paffett ohnehin diskret die Positionen getauscht hätten. Denn beide haben nicht gerade ein übermäßig herzliches Verhältnis zu dem Kanadier. Spengler hatte das Titelrennen schon am Samstag verloren, als er nach einem Mauerkuss nicht über den 17. Startplatz hinauskam.

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