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DTM Valencia 2012 (Rennen)

Keine Punkte für Spitzenreiter Paffett

DTM 2012 Valencia, Rennen, Augusto Farfus, Adrien Tambay, Mattias Eckström Foto: xpb 19 Bilder

Farfus gewinnt als erster Brasilianer ein DTM-Rennen, aber in Valencia schauten alle nur auf Spengler: Wie viele Punkte würde er auf Paffett gut machen können? Nun trennen die beiden nur noch drei Zähler - ein spannendes Finale in Hockenheim ist garantiert.

30.09.2012 dpa

Audi sauer, Mercedes enttäuscht, BMW glücklich: Die starke Aufholjagd von Bruno Spengler in Valencia hat bei den Teams des Deutschen Tourenwagen Masters für völlig unterschiedliche Reaktionen gesorgt. Von Startplatz zwölf aus kämpfte sich der kanadische BMW-Pilot trotz einer Durchfahrtsstrafe bis auf Rang sechs vor. Drei Wochen vor dem Finale in Hockenheim liegt Spengler nur noch drei Zähler hinter dem gesamtführenden Gary Paffett im Mercedes.

Der Brite fuhr beim ersten DTM-Sieg von Spenglers Markenkollege Augusto Farfus abgeschlagen in die Box und hat weiter 127 Punkte. Audi krönte ein starkes Wochenende mit zwei Fahrern auf dem Podest: Zweiter nach 184,23 Kilometern wurde Adrien Tambay vor Mattias Ekström.

Andy Priaulx hilft Spengler

Ausgerechnet der Hersteller ohne Chancen auf den Fahrertitel regte sich über das Zustandekommen von Spenglers Resultat am meisten auf: "Die BMW-Jungs haben hier wirklich die unterste Schublade aufgemacht", echauffierte sich Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich noch während des Rennens am Sonntag. Ihm hatte nicht gefallen, dass Andy Priaulx im BMW die Audi-Pilotin Rahel Frey in der 40. Runde in einen harten Zweikampf verwickelt hatte, um Spengler von Rang acht auf sechs zu verhelfen. Die Schweizerin sammelte als Siebte am Ende aber trotzdem ihre ersten Zähler der Rennserie und kommentierte die Situation trocken: "Das ist Racing."

Spengler, Paffett und der Gesamtdritte, Jamie Green, hatten sich in der Qualifikation schon früh verabschiedet und waren nur von den Positionen 12, 16 und 18 in das vorletzte Rennen der Saison gestartet. Wie befürchtet, blieben Berührungen in der Mitte des Feldes nicht aus. Paffett rammte Joey Hand (BMW), beschädigte seinen Mercedes und bekam eine Zwei-Sekunden-Strafe in der Box aufgebrummt. Da aber Spengler zu früh gestartet war und auch Green wegen eines Regelverstoßes mit einer Durchfahrtsstrafe belegt wurde, verloren alle drei verbliebenen Meisterschafts-Kandidaten Zeit.

"Das Auto war einfach geil zu fahren"

Spengler war mit der Strafe gar nicht einverstanden und schrie über Funk: "Ich habe keinen Frühstart gemacht. Ich komme nicht rein!" Nachdem ihn sein Team aber mehrfach deutlich zur Durchfahrt aufgefordert hatte, ergab sich der 29-Jährige seinem Schicksal. "Gut, dass ich auf mein Team gehört habe. Zum Glück habe ich trotzdem Punkte gekriegt. Das Auto war einfach geil zu fahren", sagte er und bedankte sich im Ziel.

Paffett bedient, Farfus überglücklich

Paffett dagegen war bedient. In der Mitte des Rennens gab er auf, fuhr sein Auto in die Garage und versuchte sich in Zweckoptimismus. "Wir sind immer noch vorne und gut drauf. Das Auto sollte super sein in Hockenheim", sagte er kurz nach dem Rennen. Wenig später twitterte er: "Ein Alptraumwochenende!!!!! Jetzt schauen wir nach Hockenheim und blasen sie alle weg!!!"

Im Trubel um die Meisterschaft ging der erste Erfolg eines brasilianischen DTM-Piloten fast unter. Mit brüchiger Stimme hatte sich Farfus nach seinem Erfolg in 1:08:22,522 Stunden über Funk bei seinem Team bedankt. "Es ist ein Privileg in der DTM zu gewinnen. Das habe ich nicht erwartet. Das ist unfassbar, ich bin so glücklich."

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