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Häkkinen

"Dieses Jahr behebe ich meine Fehler"

Foto: dpa

DTM-Star Mika Häkkinen über Teamplay, seinen Formel 1-Test und die WM-Chancen von Kimi Räikönnen.

10.04.2007 Gregor Messer

In der Formel 1 haben Sie alles erlebt: Triumphe, Niederlagen, Dramen. Was begeistert Sie an der DTM?
Häkkinen: Das Siegen. Das ist der Punkt. Das war in jeder Serie so, in der ich gefahren bin. Was motiviert mich, Rennen zu fahren? Der Beste zu sein. Und zu gewinnen.

Je mehr die vergangene Saison voranschritt, desto mehr wurde klar, dass Sie den in der Tabelle vor Ihnen liegenden Teamkollegen Schneider und SpenglerRückendeckung geben mussten. Fürchten Sie, dass dies wieder so sein wird?
 Häkkinen: Überhaupt nicht. In der vergangenen Saison war immer klar, was im Rennen ablief. Manchmal gab es keinen Grund, unnötige Risiken für irgendein Resultat einzugehen. Was das Teamwork betraf, machte unser Team einen fantastischen Job. Dieses Jahr ist ein anderes Jahr. Diesmal hoffe ich, in einer führenden Position zu sein.

"Le Mans war eine klare Sache."

Wir denken da besonders an dasRennen in Le Mans, wo Sie ganz offensichtlich schneller fahren konnten als derspätere Sieger Bruno Spengler.
 Häkkinen: Le Mans war eine klare Sache. Hätteich zu überholen versucht, wäre dies mit einem hohen Risiko verbunden gewesen. Möglicherweise auch, dass wir beide das Rennen nicht beenden. Das ist nichtSinn und Zweck der Rennerei. Wäre ich über das ganze Rennen eine Sekunde schneller als Bruno gewesen, hätte sich die Situation anders dargestellt. So aber waren es ja nur ein, zwei Zehntel. Sicher, ich habe mich nicht wohl gefühlt, Zweiter zu werden. Aber manchmal muss man vergessen, was man fühlt. Man muss nur daran denken, was das Beste für die Gesamtsituation des Teams ist.

Wieso hat es so lange gedauert, bis Ihre Weiterverpflichtung für eine dritte DTM-Saison verkündet wurde?
Häkkinen: Sagen wir mal so: Es gab nie ein Problem. Die Harmonie zwischen dem HWA-Team, Mercedes, Sportchef Norbert Haug und mir war stets sehr gut. Es ging letztlich nur um Papierkram, der geklärt werden musste. Es hatte keinen negativen Hintergrund. Das einzig Negative war, dass die Leute angefangen hatten, sich Gedanken zu machen, wieso die Vertragsverlängerung so lange auf sich warten ließ.

Wenn Sie auf die sieglose vergangene Saison zurückblicken: Was wollen Sie in der neuen DTM-Saison anders machen, um Siege einzufahren?
Häkkinen: Ich möchte dazu nur so viel sagen: Ich habe vieles analysiert und kapiert. In diesem Jahr werde ich meine Fehler beheben.

Der amtierende Meister Bernd Schneider ist 42 Jahre alt, und Klaus Ludwig hat noch im Alter von 50 Jahren DTM-Rennen gewonnen. Sie sind 38. Wie lange werden Sie noch fahren?
Häkkinen: Solange ich Spaß am Rennsport habe. Und solange die Sicherheit weiterhin Fortschritte in die richtige Richtung macht - dies sind die wichtigsten Einflüsse.

Nach Ihrer Formel 1-Karriere pausierten Sie für drei Jahre. Wünschten Sie sich heute, Sie hätten direkt danach, also 2002, mit der DTM begonnen?
Häkkinen: Die Pause war der richtige Schritt. Ich war glücklich, dass ich ihn gemacht hatte. Es war gut, ein anderes Leben zuführen. Eines, das nicht durch ständiges Reisen geprägt war. Es kommt nicht darauf an, ob ich jetzt drei, vier oder fünf Jahre pausiert hätte. Hauptsache ist, dass ich mich gut gefühlt habe, als ich wieder in den Sport zurückgekehrt bin.  

War es richtig, im letzten November den McLaren-Formel 1 zu testen? Sie waren mehrere Sekunden langsamer als die Konkurrenz, und viele haben den Glauben an Sie verloren.
Häkkinen: Es war absolut richtig. Für mich war es enorm positiv, dem Team meine Eindrücke zu schildern. McLaren- Mercedes nahm den Test extrem ernst. Es wäre aber vermessen zu behaupten, ich hätte mit meinen Aussagen allzu großen Einfluss auf die Entwicklung des neuen Autos genommen. 

Kimi ist ein großes Talent

Bestzeiten zu setzen war also nicht das Thema?
 
Häkkinen: Es ging einzig und allein um Weiterentwicklung. Natürlich wäre es nett gewesen, die Zeiten zu toppen. Aber unter den gegebenen Umständen war dies ohnehin unmöglich. Ich hatte fünf Jahre lang keinen Formel 1 gefahren, Barcelona ist nicht die einfachste Strecke, und zudem war es das erste Mal, dass McLaren mit Bridgestone-Reifen gefahren ist. Da kam vieles zusammen. Aber es war ein sehr guter Test.  

Sie haben für Kimi Räikkönen seinerzeit die Tür bei McLaren geöffnet. Was kann er im ersten Jahr bei Ferrari erreichen?
Häkkinen: Offensichtlich ist Kimi ein großes Talent. Und er legt ein großartiges Tempo vor. Aber um den Titel zu gewinnen, braucht es noch etwas mehr. Er hat in Felipe Massa einen sehr schnellen Teamkollegen, den er auf Dauer erst einmal bezwingen muss. Das Team muss über die ganze Saison funktionieren, und es sind noch 15 Rennen zu fahren. Wer weiß? Es ist eine sehr schwierige Saison, die da noch vor ihm liegt.

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