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Vorschau DTM Lausitzring 2010

Der Eurospeedway ist Mercedes-Land

Gary Paffett am Lausitzring 2009 Foto: xpb 32 Bilder

Die Statistik ist eindeutig: Acht von zehn Rennen konnte Mercedes seit 2000 auf dem Lausitzring für sich entscheiden. Audi will sich aber nicht geschlagen geben und hofft nach dem Sieg von Mattias Ekström in Valencia auch in der Lausitz auf Revanche.

02.06.2010 Bianca Leppert

Nach Siegen steht es in der DTM Saison 2010 nach zwei Rennen 1:1. Nachdem Mercedes in Hockenheim einen fulminanten Vierfach-Sieg feierte, schlug Audi mit dem Triumph von Mattias Ekström im spanischen Valencia zurück. Beinahe wäre es sogar ein Doppelsieg geworden, doch Martin Tomczyk war wieder einmal der Pechvogel des Rennens und wurde wegen einer falsch gemeldeten Reifennummer disqualifiziert.

"Motivieren kann ich mich immer", sagt Tomczyk nach seinen zwei unverschuldeten Pleiten zu Saisonbeginn. "Das ist kein Problem. Wie manchmal Glück dazu gehört, gehört eben manchmal auch Pech dazu. Aber ich hoffe, dass ich nun auch endlich Punkte sammeln kann."

Noch hält Mercedes in der Gesamtwertung die Führung. Bruno Spengler liegt mit drei Punkten Vorsprung vor Ekström. Trotz der Überlegenheit von Mercedes am Eurospeedway ist Mercedes-Sportchef Norbert Haug aber noch lange nicht gelassen, was das Rennen angeht. "Am letzten DTM-Sonntag in Valencia hatten wir im Rennen - im Gegensatz zu Qualifying und Warm-Up - keineswegs den gewünschten Speed und alle im Team werden hart arbeiten, um am Lausitzring eine bessere Vorstellung abzuliefern."

Die Strecke:

Der Eurospeedway Lausitz wurde im Jahr 2000 aus dem Boden gestampft und ist rund 60 Kilometer von Dresden entfernt. Charakteristisch für die rund 367 Hektar große Anlage ist das 3,2 km lange Trioval aus. Im Jahr 2001 verlor Alex Zanardi bei einem Champ Car Rennen dort beide Beine. Die DTM trägt ihr Rennen allerdings nicht auf dem Oval, sondern auf der 3,478 Kilometer Rundstrecke aus. 2007 wurde die Kurve 1 umgebaut, um mehr Überholmöglichkeiten zu schaffen. "Insbesondere in der ersten Kehre bietet sich eine gute Überholmöglichkeit wenn wir von 250 km/h innerhalb weniger Sekunden auf 70 km/h abbremsen", erklärt Mercedes-Pilot Gary Paffett. "Dass auf dem Eurospeedway durchaus überholt werden kann, hat mein Sieg vom siebten Startplatz im letzten Jahr gezeigt."

Das Gripniveau ist auf dem Lausitzring eher niedrig. "In Valencia bietet die Fahrbahn nur wenig Haftung", analysiert Dr. Martin Mühlmeier, Leiter Technik bei Audi Sport. "Ganz ähnlich verhält es sich mit dem wenig porösen, glatten Asphalt des Eurospeedway Lausitz." Die Reifenproblematik von Hockenheim müsste damit bei Audi also vom Tisch sein. Bei der Abstimmung kommt es für beide Hersteller darauf an, einen Kompromiss aus den langen Geraden und dem engen Infield zu finden. Schwierig ist auch die Boxeneinfahrt wenn die Piloten mit 220 km/h aus der letzten Kurve in knapp über zwei Sekunden auf 80 km/h abbremsen.

Die Favoriten:

Geht es nach der Statistik, kann Audi eigentlich einpacken. Acht von zehn Rennen entschied Mercedes für sich. Der letzte Audi-Sieg datiert aus dem Jahr 2005 mit Mattias Ekström. "Man hat in den vergangenen Jahren gesehen, dass Mercedes einen leichten Vorteil hatte", startet Tomczyk einen Erklärungsversuch. "Das liegt einfach am Gesamtkonzept des Fahrzeugs. Die einen legen eben den Schwerpunkt auf den aerodynamischen und die anderen auf den mechanischen Grip."

Weil der Bodenbelag dem von Valencia ähnlich ist, hofft Audi jedoch in der Lausitz nicht ganz alt auszusehen. "Wenn es eine Gemeinsamkeit zwischen Valencia und dem Eurospeedway Lausitz gibt, dann ist es der Grip des Asphalts", weiß Audi Sportchef Wolfgang Ullrich. "Auf beiden Kursen bietet er nur wenig Haftung. Dafür hatten wir am zweiten Rennwochenende eine sehr gute Lösung. Vielleicht hilft uns das auch auf dem Eurospeedway Lausitz."

Experten-Einschätzung: Bruno Spengler (Mercedes):

"Diese Rennstrecke ist durch die High-Speed-Passagen auf dem Trioval und das eher langsame und winklige Infield technisch sehr anspruchsvoll. Im kurzen Rhythmus zwischen Beschleunigen, Bremsen und Einlenken werden Fahrer und Autos extrem gefordert. Dies erfordert beim Set-Up einen Kompromiss aus Top-Speed und Abtrieb."

So lief das Rennen im Vorjahr:

Mercedes sicherte sich 2009 mit Gary Paffett und Bruno Spengler einen Doppelsieg in der Lausitz. Paffet kämpfte sich dabei mit einer couragierten Fahrweise von Platz sieben bis auf das Podium nach vorne. Bester Audi-Pilot wurde Mattias Ekström auf Platz drei.

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