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Ralf Schumacher

Einzelkämpfer kommen in der DTM nicht weit

DTM Oschersleben 2009 Foto: DTM 25 Bilder

Ralf Schumacher spricht im Interview mit dem Veranstalter des DTM-Rennens am Nürburgring über seine Saison, die Konkurrenz und die Vorfreude auf das Heimrennen am Nürburgring.

11.08.2009

Es hat fast schon Tradition, dass sich ehemalige Formel-1-Piloten wie Jean Alesi und Mika Häkkinen in der DTM schwerer tun als man es vermuten sollte. Auch die erste DTM-Saison von Ralf Schumacher war kein Triumphzug, sondern eher ein Lehrjahr. Was macht es so schwierig, ein DTM-Fahrzeug zu bewegen?

Ralf Schumacher: "Von Tradition kann man da nicht unbedingt sprechen: Mika Häkkinen und Jean Alesi hatten beispielsweise mit drei respektive vier Siegen durchaus Erfolge während ihrer DTM-Zeit und damit mehr Siege als viele andere DTM-Piloten. 2008, in meinem ersten DTM-Jahr, startete ich im Jahreswagen und die damalige Gewichtseinstufung hatte es uns Fahrern in der 2008er C-Klasse nicht wirklich leicht gemacht, vorne dabei zu sein."

"Prinzipiell ist die DTM aber ein großer Unterschied zur Formel 1: Zum einen ist das DTM-Auto rund 400 kg schwerer und hat etwa 250 PS weniger Leistung als ein Formel-1-Wagen, damit ist das Fahrverhalten deutlich anders. Auch muss man mit einem DTM-Auto deutlich runder fahren und den Speed mit in die Kurve nehmen. Ich bin in meinem zweiten Lehrjahr noch dabei, das volle Potenzial der C-Klasse auszuschöpfen."

In diesem Jahr zeigt die Formkurve nach oben - doch nun sind es die Piloten der Vorjahresautos, die den Top- und Mitfavoriten einen Strich durch die Rechnung machen. Ist die DTM 2009 noch einmal anspruchsvoller geworden?

Schumacher: "In dieser Saison ist die Gewichtseinstufung der Jahreswagen zu den 2009er Modellen von Anfang an anders eingeteilt worden, dadurch haben nun auch die Fahrer in den 2008er Autos gute Chancen vorne dabei zu sein - wie zuletzt mein Mercedes-Teamkollege Jamie Green mit seinem Sieg auf dem Norisring gezeigt hat. Das Fahrer-Niveau ist aber seit Jahren schon wirklich sehr stark in der DTM. Ich finde, die Zuschauer vor Ort an der Rennstrecke und zu Hause an den Fernsehgeräten werden bestens unterhalten und sehen spannendsten Motorsport."

Mit Paul Di Resta haben Sie einen mehr als elf Jahre jüngeren Teamkollegen, für den es in dieser Saison gar nicht schlecht läuft. Was herrscht da vor? Der Konkurrenzkampf à la Formel 1 oder eher das Teamwork, um die eigene Mannschaft nach vorne zu bringen?

Schumacher: "Klar versucht jeder schneller als der Teamkollege zu sein. Wir DTM-Fahrer bei Mercedes helfen uns aber alle gegenseitig, jeder schaut sich die Daten der anderen an, und wir tauschen uns gegenseitig aus - Geheimnisse hat keiner vor dem anderen. Einzelkämpfer würden in der DTM nicht weit kommen, davon bin ich überzeugt."

Die alte Heimat Kerpen ist vom Nürburgring eigentlich nur einen Katzensprung weit entfernt. Mit ihrer Familie leben Sie in der Nähe von Salzburg. Verbinden Sie trotzdem nach wie vor "Heimatgefühle" mit dem Ring oder ist es eher die neue Heimat, zu der sie sich hingezogen fühlen?

Schumacher: "Meine Ehefrau Cora kommt aus der Region von Düsseldorf und viele unserer Freunde und Bekannte wohnen auch rund um Kerpen, daher sind wir schon noch ziemlich häufig in der alten Heimat, auch wenn Salzburg mittlerweile unser Lebensmittelpunkt ist. Wir kommen immer wieder gerne hier in die Gegend. Und ich freue mich schon darauf, vor vielen Zuschauern und unseren Bekannten vor Ort mein Heimrennen auf dem Nürburgring zu fahren."

Ihr Sohn David kommt langsam in das Alter, wo man an die ersten Kart-Erfahrungen denken könnte. Waren Sie mit ihm schon auf der Kartbahn? Als erfolgreicher Rennfahrer ist man doch sicherlich neugierig, ob das eigene Kind das Talent geerbt hat ...

Schumacher: "David und ich fahren hin und wieder gemeinsam Kart. Aber wie viele Kinder in seinem Alter probiert auch er gerne neue Sachen aus und spielt beispielsweise auch gerne Fußball oder macht Judo. Wir werden sehen, wohin sein Weg führt."

Nach Ihrer Formel-1-Karriere sind Sie in den Tourenwagensport gewechselt. Könnten Sie sich noch weitere Stationen vorstellen? Motorradsport scheint ja zum Beispiel in der Familie zu liegen ...

Schumacher: "Darüber mach ich mir eigentlich keine größeren Gedanken. Die Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz macht mir großen Spaß. Die DTM reizt mich besonders, darauf konzentriere ich mich voll und ganz."

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