Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Rennanalyse DTM Brands Hatch

Droht der DTM die Langeweile?

Brands Hatch 2009 Foto: Wolfgang Wilhelm 30 Bilder

In Brands Hatch gewann Paul di Resta von der Pole-Position aus - auf dem Nürburgring gelang Martin Tomczyk das gleiche Kunststück. Zumindest an der Spitze kam nun zum zweiten Mal in Folge wenig Spannung auf. Droht der DTM die Langeweile?

07.09.2009

Zumindest was das Geschehen an der Spitze anbelangt, präsentiert sich die DTM zur Zeit eher übersichtlich. Dennoch unterschied sich die Dramaturgie der beiden letzten Rennen sehr stark: Während in der Eifel das Trainingsergebnis in einer eintönigen Wettfahrt in ein Ergebnis überführt wurde, ging es in der britischen Grafschaft Kent deutlich munterer zu. Zumindest beim Kampf um die Plätze ab Rang zwei.

Ohne Fehler kam in Brands Hatch kaum einer der Top-Männer über die 90-Runden-Distanz. Timo Scheider litt unter der Ungeschicklichkeit von Kolles-Pilot Christian Bakkerud. Der Däne war bei der Anfahrt zum Reifenwechsel so langsam, dass Scheider vermutete: "Der wusste gar nicht, wo seine Mechaniker sind." Beim Rausfahren das gleiche Bild: Wieder stolperte Scheider beinahe über den vom jungen Dänen kutschierten Alt-Audi. Auch der zweite Reifenwechsel klappte keineswegs perfekt bei Scheiders Abt-Team. Diesmal klemmte die Radmutter hinten rechts. Zeitverlust: rund drei Sekunden.

Doch die Konkurrenz versäumte es, aus Scheiders kleinen Missgeschicken Kapital zu schlagen. Gary Paffett und Mattias Ekström, weil sie nach eher durchwachsenem Training zu weit hinten starteten - von den Positionen sechs, respektive sieben. Bruno Spengler, der als Vierter des Trainings ins Rennen ging, weil er durch einen Platten sowie diverse Feindberührungen gebremst wurde.

Mercedes-Sportchef Norbert Haug trauerte den verpassten Chancen nach. "Ich freue mich zwar sehr über Pauls Sieg. Aber wir haben die Gelegenheit verpasst, einen Dreifachsieg zu landen." Stattdessen wurde der Schotte bei der Siegerehrung von Scheider und Tomczyk flankiert.

Was die Abwechslung auf dem Podest angeht, so gibt es in der DTM 2009 zumindest bezüglich der obersten Stufe kaum einen Grund zur Klage: Bei den ersten sieben Saisonrennen durften sich sechs verschiedene Fahrer als Sieger feiern lassen. Nur Gary Paffett gewann zweimal.

Warum hat Scheider am Schluss nicht attackiert?

Nachdem das Safety-Car das Feld kurz vor Schluss nach den Unfällen von Lauda und Kristensen zusammengeführt hatte, hofften die Sensationslüsternen unter den 20.400 Zuschauer auf eine furiose Schlussattacke Scheider vs. di Resta. Doch der Deutsche machte keine Anstalten, dem Schotten im Schlussspurt ordentlich einzuheizen.

Bei entsprechenden Fragen lächelt Scheider nur milde. "Wer Meister werden will, muss clever fahren", doziert er. Und das heißt: Der Punktestand ist immer im Hinterkopf. Auch Teamkollege Mattias Ekström hatte vor dem Rennen erklärt, dass auch er nicht im Traum daran denke, große Risiken einzugehen: "Sollte ich etwa hinter Paul di Resta auf Platz zwei liegen, langt es mir, Zweiter zu werden. Di Resta ist ja kein Kandidat für die Meisterschaft."

Daran hat sich für den Schotten im Übrigen auch nach seinem ersten Saisonsieg wohl nichts geändert. Mit nunmehr 29 Punkten verbesserte er sich zwar auf Tabellenplatz vier - gleichauf mit Bruno Spengler. Doch zu Tabellenführer Timo Scheider klafft eine Lücke von stattlichen 14 Zählern. "Der Meisterschaftszug ist abgefahren", resümiert der Mercedes-Pilot.

Warum landeten Kristensen und Lauda in den Leitplanken?

Für Aufregung sorgten zwei spektakuläre Unfälle kurz vor Rennende. In der 73. Runde landete der rote Mercedes von Mathias Lauda in der schnellen Startkurve in den Leitplanken, acht Runden später krachte Tom Kristensen in die Streckenbegrenzung. Beide Fahrer blieben unverletzt. Der Sachschaden indes war beträchtlich, speziell am Audi: "Alles kaputt", jammerte Teamchef Hans-Jürgen Abt.

Die Vermutung, Lauda sei einem Bremsdefekt zum Opfer gefallen, bewahrheitete sich nicht. Vielmehr war wohl ein schleichender Plattfuß Schuld. "Die Bremse hat sich ganz normal angefühlt", berichtete der Österreicher. "Aber beim Bremsen hat nur das rechte Vorderrad blockiert. Das deutet darauf hin, dass ich einen Platten hatte."

Im Falle Kristensen war die Unfallursache eindeutig: Ein Rempler von Mercedes-Fahrer Bruno Spengler führte dazu, dass der Däne ausgangs der Kurve fünf den Pfad der Tugend verlassen musste. "Wir haben uns berührt", räumte der Kanadier ein. "Tom war danach sehr sauer auf mich."

Die Sportkommissare indes gaben Spengler einen Persil-Schein: "Ein normaler Rennunfall." Doch der wütende Kristensen unterstellte seinem Kontrahenten Absicht. Diese Anschuldigung sei völlig absurd, verteidigte sich Spengler: "Ich würde niemals einen Gegner absichtlich in die Mauer schicken. Tom war wohl etwa optimistisch, in dieser Kurve außen bleiben zu können. Wir sind die ganze Kurve nebeneinander gefahren. Bis er ins Rutschen kam."

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden