Wegen seiner Einzigartigkeit und seines Flairs wird der Norisring oft als das Monaco Deutschlands bezeichnet. Das traditionsreiche Rennen mitten in Nürnberg ist bei den Fans vor allem wegen des außergewöhnlichen Streckenlayouts und den oftmals spektakulären Rennen sehr beliebt.
Auf der nur 2,3 Kilometer kurzen Runde werden Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 260 km/h erreicht. Neben einer guten Traktion zum Beschleunigen sind auch standfeste Bremsen beim häufigen Verzögern aus den hohen Top-Speeds wichtig. In der Grundig-Kehre müssen innerhalb weniger Meter 200 km/h vernichtet werden. Bei der Flügeleinstellung ist ein guter Kompromiss zwischen möglichst viel Traktion und möglichst wenig Abtrieb gefragt.
Besonders knifflig ist es auch, das richtige Fahrwerks-Setup für die unterschiedlichen Asphalt-Arten zu finden. Die vielen Bodenwellen auf den öffentlichen Straßen sorgen für ständige Unruhe im Auto, was vor allem in den Bremszonen nicht sonderlich hilfreich ist. Zum Glück gibt es hinter den beiden Haarnadelkurven ausreichend dimensionierte Auslaufzonen, die häufige Verbremser glimpflich enden lassen.
Die ständige Konzentration und die vielen harten Bremsmanöver machen ein Rennen am Norisring zu einer anstrengenden Dauerbelastung. Dazu kommen die oftmals heißen Temperaturen beim traditionellen Termin in den Sommermonaten.
Ungewöhnlich sind auch die Zuschauertribünen. Neben den provisorisch aufgestellten Rängen entlang der Strecke findet der Großteil der Fans auf der langen Steintribüne des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes Platz. Mit Campingstühlen und Picknick-Körben bewaffnet kamen an den Rennwochenenden der vergangenen Jahre rund 140.000 Rennfans an die Strecke.



