Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

DTM-Saison 2016 (Vorschau)

Audi, BMW, Mercedes: Wer ist der Favorit?

Miguel Molinda & Adrien Tambay - DTM Hockenheim 2015 Foto: Wilhelm 64 Bilder

Am Samstag beginnt die 29. DTM-Saison. Die Verantwortlichen hoffen, mit den wenigen Regeländerungen ins Schwarze getroffen zu haben. Einen Favoriten für die Nachfolge des in die Formel 1 aufgestiegenen Meisters Pascal Wehrlein zu benennen, ist praktisch unmöglich.

06.05.2016 Arno Wester

Wie schon in der vergangenen Saison werden den acht Audi-Piloten von Experten die besten Chancen eingeräumt. Die Tatsache, dass die Ingolstädter 2015 trotz zehn Siegen bei 18 Rennen keinen der drei Titel (Fahrer, Hersteller, Team) gewonnen haben, zeigt, wie schwierig eine Vorhersage ist.

Audi und BMW mit unverändertem Fahrerkader

"Der Audi RS5 war ohne Zweifel das schnellste Auto. Auf einigen Strecken haben wir einfach nicht das Maximum herausgeholt und zu oft Punkte liegen lassen", meint Audi-DTM-Leiter Dieter Gass, der in Absprache mit Audi-Motorsportchef Dr. Wolfgang Ullrich keine Veränderungen im Fahrerkader vorgenommen hat.

Dasselbe gilt auch für BMW. Im Jahr des 100-jährigen Jubiläums der Marke mit der Niere im Kühlergrill wollen die Münchner mit den ihrer Meinung nach acht bewährten Fahrern, vier erfahrenen Teams sowie dem BMW M4 in seiner dritten Saison den Fans eine gute Show bieten. "Die Veränderungen untermauern den einzigartigen Anspruch der DTM, dass allein der Fahrer im Vordergrund steht. Jeder Pilot soll die Chance haben, um Siege zu kämpfen - und der allerbeste soll am Ende den Titel holen. Genau diese Chancengleichheit und Leistungsdichte wird die DTM auch 2016 ausmachen", glaubt BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt.

Weil der BMW M4 (>>> hier sehen Sie alle Autos) wegen seiner frontlastigen Aero-Balance ein Problem hat, gab es Zugeständnisse. Der Flügel ist in diesem Jahr bei den BMW-Fahrzeugen 50 mm breiter. Außerdem tragen die BMW 7,5 Kilogramm weniger Gewicht mit sich herum (Saisonauftakt in Hockenheim). Zudem gibt es bei allen Autos vorne und hinten Diffusoren, einen Unterboden mit einer 30 mm hohen Stufe im Mittelbereich (Skidblock) sowie zwei zulässige Bereiche (einer pro Seite) an der Fahrzeugvorderseite für Flicks.

Mercedes muss neuen AMG C63 konkurrenzfähig machen

Dessen Pendant, Mercedes-AMG DTM-Teamchef Ulrich Fritz, hat mit seiner Mannschaft wohl die schwerste Aufgabe zu bewältigen. Dabei gilt es nicht nur, Pascal Wehrlein (durch GP3-Champion Esteban Ocon) zu ersetzen, sondern vor allem den neuen Mercedes-AMG C63 konkurrenzfähig zu machen. "Die wirkliche Neuerung an unserem Auto betrifft in erster Linie das Fahrzeugdesign. Daher hat sich zwar die Optik stark verändert, aber es war uns nicht erlaubt, an den Performance-relevanten Aerodynamik-Teilen unter der sogenannten Design-Linie etwas zu verbessern. Die Herausforderung für uns ist, die Aerodynamik des alten mit der Form des neuen Autos in Einklang zu bringen", erklärt Fritz, der deshalb auch nicht von einem Vorteil, sondern von Aufgaben spricht, die es zu lösen gibt. "Entscheidend wird sein, wie schnell wir das richtige Setup für unser Auto finden."

DRS wird überholfreundlicher

Das Drag Reduction System (DRS), das durch ein Herunterklappen des Heckflügels um 18 Grad den Luftwiderstand reduziert und somit für mehr Topspeed sorgt, darf eingesetzt werden, wenn bei Start/Ziel der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug nicht mehr als eine Sekunde beträgt. Damit das Fahrzeug auch in schnellen Kurven und beim Anbremsen stabil bleibt, klappt der Heckflügel automatisch nach oben, wenn der Fahrer vom Gas geht, bremst oder die seitlichen G-Kräfte einen bestimmten Wert überschreiten.

2016 wird das DRS bereits in der zweiten Runde freigegeben (2015: ab der vierten). Kommt es zum Safety-Car-Einsatz, dürfen die Fahrer bereits in der ersten Runde nach dem Restart des DRS aktivieren - 2015 erst drei Runden danach. Sobald ein Pilot in seiner Runde das DRS aktiviert, werden ihm drei Aktivierungen gestrichen. Dies ist auch der Fall, wenn er seine zwei übrigen Aktivierungen dieser Runde gar nicht mehr nutzt.

Hintergrund ist, dass ein DTM-Pilot erfahrungsgemäß drei DRS-Aktivierungen pro Runde benötigt, um an seinen Vordermann heran- und an ihm vorbeizufahren. Zum Abwehren dieses Versuches reicht in der Regel jedoch eine DRS-Aktivierung aus. Auf diese Weise hätte der Verfolger seine zur Verfügung stehenden DRS-Aktivierungen viel schneller verbraucht als sein Vordermann.

2016 ist der DRS-Einsatz noch deutlicher limitiert. Die Anzahl der Aktivierungen ändert sich je nach Strecken- und Rennlänge. Beim Auftakt in Hockenheim haben die Piloten beim 40-minütigen Samstagsrennen 39 Aktivierungen zur Verfügung, beim 60-minütigen Sonntagsrennen sind es 57. Die Anzahl berechnet sich so: (Prognostizierte Rundenzahl x 3)/2 = Anzahl der DRS-Nutzung.

Das Gesamtmindestgewicht eines DTM-Boliden inklusive Fahrer, Rennbekleidung und Helm sowie 15 Kilogramm Performance-Gewicht beträgt für Audi und Mercedes 1.120 Kilogramm. BMW darf - wie erwähnt - mit 7,5 kg weniger, also 1.112,5 kg in die Saison starten, um den Performance-Nachteil des M4 auszugleichen. Die Verwendung der Performance-Gewichte wird abhängig von der theoretischen Bestzeit im Qualifying festgelegt. Sie bestehen aus einheitlichen Ballastblöcken aus Wolfram mit einem Gewicht von 2,5 Kilogramm, die im Fahrzeug im Unterboden und in der Servicebox montiert werden.

Das Rennformat bleibt gleich. Am Samstag gibt es einen 40-minütigen Lauf ohne Boxenstopp. Das einen Tag später stattfindende Hauptrennen läuft über 60 Minuten inklusive Pflichtboxenstopp.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden