DTM Vorschau Brands Hatch 2010: Audi sucht Trendwende auf der Insel

Brands Hatch 2009

In Brands Hatch muss Audi nach vier Mercedes-Siegen in Folge unbedingt gewinnen, um die Meisterschaft offen zu halten. Auf der anspruchsvollen und nur 1,9 Kilometer langen Achterbahn vor den Toren Londons dürfen sich die Piloten allerdings keine Fehler leisten.

Die DTM ist reif für die Insel. Im englischen Brands Hatch wird am Wochenende der siebte Saisonlauf ausgetragen. Die Mannschaft von Audi reist angeschlagen über den Ärmelkanal. Von den ersten sechs Rennen konnte die Marke mit den vier Ringen nur ein einziges gewinnen. Zuletzt hagelte es vier Niederlagen in Serie gegen den Rivalen aus Stuttgart.

Da kann man es schon als Glück bezeichnen, dass Tabellenführer Bruno Spengler in Zandvoort nur auf Platz sieben über die Ziellinie rollte und die beiden Audi-Speerspitzen Mattias Ekström und Timo Scheider den Rückstand wenigstens etwas verkürzen konnten. Nach ihrem Doppelsieg in Holland besitzen nun allerdings auch Gary Paffett und Paul die Resta wieder bessere Chancen auf den Titel.

Die Strecke:

Brands Hatch ist einer der traditionellen Kurse im DTM-Rennkalender. Beim Bau der Strecke in den 1950er Jahren bestimmte noch das natürliche Terrain der Pistenverlauf. So schlängelt sich das nur 1,9 Kilometer lange Asphaltband in der Indy-Variante in einer wilden Berg-und-Tal-Fahrt durch das hügelige Gelände.

Überholmöglichkeiten gibt es auf der kurvigen Strecke nicht viele. Bei einem Manöver am Ende der langen Zielgeraden müssen die Piloten besonderen Mumm beweisen. Der schnelle Rechtsknick mit den vielen Bodenwellen ist schon einigen Fahrern zum Verhängnis geworden. Die geringe Länge der Strecke erschwert es den Strategen an der Box außerdem, freie Lücken für das Qualifying und das Rennen zu finden, damit die Piloten nicht von anderen Autos aufgehalten werden.

Die Abstimmung:

In Brands Hatch geht es bis auf zwei Linkskurven immer rechts herum. "Die linken Reifen werden somit besonders belastet", erklärt DTM-Spitzenreiter Spengler. Außerdem verändert das Auto während der 98 Rennrunden seine Straßenlage. "Die Autos werden extrem belastet und nutzen sich geradezu ab", erklärt Audi-Pilot Martin Tomczyk. "Gut erkennt man das zum Beispiel am Funkenflug in der schnellen ersten Kurve, wenn das Auto aufsetzt. Das müssen die Ingenieure einberechnen, um das Auto gut für das ganze Rennen vorzubereiten."

Die Favoriten:

Nach den Ergebnissen der letzten Rennen spricht erneut viel für einen Mercedes-Sieg. Vor allem die Qualifying-Schwäche der Audi-Piloten könnte der Mannschaft in England zum Verhängnis werden. Wer hier nicht in den ersten beiden Startreihen steht, hat kaum eine Chance auf den Sieg. Das Audi-Problem sind die Reifen. Die Ingolstädter sind immer noch nicht hinter das Geheimnis der neuen Dunlop-Gummis gekommen.

"In der schnellen Runde funktionieren beim einen die Reifen, beim anderen aber nicht - obwohl beide bei der Vorbereitung kaum etwas anderes gemacht haben", klagt Tomczyk über das Dilemma. Einzige Hoffnung für Audi: Seit die DTM 2006 in Brands Hatch unterwegs ist, haben sich die beiden Herstellern mit Siegen Jahr für Jahr abgewechselt. Nach dem Gesetz der Serie müsste nun also wieder ein A4-Pilot jubeln.

Experten-Meinung zu Brands Hatch: David Coulthard (Mercedes)

"Seit 1991 bin ich in Brands Hatch kein Rennen mehr gefahren, damals habe ich beide Saisonrennen in der Formel 3 gewonnen - "good memories" also für mich. Die Strecke ist eine Art natürliches Amphitheater und besitzt jede Menge Motorsportgeschichte. Hier zu sein, versetzt dich irgendwie zurück in die legendären Tage unserer Renngrößen. In einem Tourenwagen nun mein Comeback in England zu geben ist super. Ich würde mich freuen, vor heimischem Publikum unter die Top Ten zu kommen.

So lief das Rennen im Vorjahr:

2009 dominierte Paul di Resta das Rennen in Brands Hatch. Der Schotte konnte nach der Pole Position und der schnellsten Rennrunde auch den Sieg bei seinem Heimrennen feiern. Der Mercedes-Youngster lieferte sich dabei einen spannenden Fight mit Timo Scheider. Der spätere Meister musste sich mit nur 89 Hundertsteln Rückstand geschlagen geben. Einige Crashs, zwei Safety-Car-Phasen und zahlreiche Durchfahrtsstrafen gaben dem Rennen im Vorjahr zusätzliche Würze.

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