Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Vorschau DTM-Saison 2009

Duell Audi vs. Mercedes geht in die zehnte Runde

Audi vs. Mercedes Foto: DTM 23 Bilder

Die DTM geht in ihr zehntes Jahr – und erfreut sich bester Gesundheit. Audi will den dritten Titel in Folge, Mercedes hält mit Macht dagegen. Doch ist die C-Klasse denm A4 in der Saison 2009 wirklich ebenbürtig?

12.05.2009

So lang war die Winterpause selten: Erst am 17. Mai startet die DTM in Hockenheim in die neue Saison – exakt sieben Monate nach dem extrem spannenden Finalrennen von Hockenheim, bei dem Audi-Mann Timo Scheider im Kampf gegen Paul di Resta im Mercedes ein robustes Nervenkostüm bewies und seinen ersten Titel errang.
 
Seit dem Ausstieg von Opel 2006 führen Audi und Mercedes in der DTM eine Zweierbeziehung, geprägt von intensivem Konkurrenzdenken, aber auch von Common Sense im Dienste der gemeinsamen Sache. Denn natürlich wissen alle Beteiligten, dass die DTM manch langjähriger Lebenspartnerschaft nicht unähnlich ist: Auch wenn man den Partner manchmal dorthin wünscht, wo der Pfeffer wächst – ohne ihn geht’s halt auch nicht.

Trotz aller Bemühungen und trotz des von manchen unverbesserlichen Optimisten als sehr vielversprechend eingestuften Flirts mit Citroën gelang es dem Serienpromoter ITR e.V. (Internationale Tourenwagen Rennen) nicht, ein neues Werksteam anzulocken. Doch viele DTM-Insider stellen sich die Frage: Braucht man den vielbeschworenen dritten Hersteller überhaupt?

Vorschau DTM Dijon 2009: Matchball für Timo Scheider 4:07 Min.

Zuschauerinteresse ist weiter hoch

Die Zuschauerzahlen scheinen diesem lang gehegten Wunsch zu widersprechen: 70.000 Fans kamen im letzten Jahr durchschnittlich zu den Rennen, und die ARD zählte bei den Liveübertragungen beachtliche 1,33 Millionen Zuschauer. Werte, die zwar leicht unter denjenigen von 2007 liegen, für die man sich aber beileibe nicht schämen muss.
 
Mit Hochdruck arbeiteten die Techniker an der Weiterentwicklung ihrer Autos. Das eng gesteckte technische Reglement presst die Ingenieure allerdings in ein enges Korsett. Nicht überraschend, dass die neuen Autos ihren Vorgängern sehr ähnlich sehen. „Viel sieht man nicht“, wiegelt HWA-Vorstand Hans-Jürgen Matheis ab. Doch der Fortschritt fand, wie so oft, dort statt, wo man ihn nicht auf den ersten Blick sieht – im Verborgenen.

Mercedes interpretiert Audi-Idee neu

Während Audi bei den Testfahrten auch seine 2009er-Modelle unbeschwert zur Schau stellte, ging bei Mercedes stets das Rolltor der Garagen zu, wenn die Autos an die Box zurückkehrten. Aus gutem Grund: Das Technikgeheimnis der neuen C-Klasse findet man im Innenraum.
 
Technikchef Gerhard Ungar realisierte eine Neu-Interpretation der letztjährigen Audi-Idee, einen Teil des Fahrtwinds durch das Auto hindurchzuführen, am Heck in eine Art Doppel-Diffusor einzuleiten und so abtriebsfördernd zu nutzen. In den Cockpits der neuen C-Klassen findet man riesige quadratische Schächte, die als Luftkanäle dienen. Neu ist auch die Führung der Auspuffrohre – weg vom Heck, hin zu zwei ovalen Sidepipes auf der rechten Wagenseite. Behutsam fielen die Retuschen am neuen Audi aus: Man muss schon sehr genau hinsehen, um die Änderungen zu sehen. Am augenfälligsten sind die Modifikationen am großen, diagonal verlaufenden Spalt vor den Hinterrädern.

Konstanz bewies Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich auch bei der Personalpolitik: Er vertraut der altbewährten Fahrer-Crew. Oft schon hat sich die DTM mit großen Namen geschmückt. Doch ob Mika Häkkinen, Jean Alesi, Heinz-Harald Frentzen oder seit 2008 auch Ralf Schumacher: Bisher hat noch keiner der Promis die in ihn gesetzten Erwartungen voll erfüllt. Nach einem Lernjahr im Jahreswagen fährt Ralf Schumacher jetzt ein konkurrenzfähiges Auto im HWA-Team. Doch er backt rhetorisch kleine Brötchen: „Jetzt habe ich die Chance, um Podiumsplätze, vielleicht sogar um Siege zu fahren – zumindest theoretisch.“

Chancen der Jahreswagen-Piloten

Doch der Weg aufs Podium ist hart in der DTM: Mit Paul di Resta, dessen GP2-Pläne scheiterten, Gary Paffett, dem DTM-Champion von 2005, und dem zweimaligen Vizemeister Bruno Spengler hat Schumacher drei hochkarätige Titelkandidaten im Team. Und auch der viermalige DTM-Sieger Jamie Green, der wegen allzu stark schwankender Leistungen in ein Vorjahresauto verbannt wurde, brennt darauf, sich zu rehabilitieren. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, sofern man den Ergebnissen der Testfahrten traut. Denn die Piloten der Jahreswagen konnten sich fast immer gut in Szene setzen. Oliver Jarvis fuhr im Phoenix-Audi sogar mehrmals die Bestzeit.
 
Doch noch überwiegt bei vielen die Skepsis. Zwei Fragen stehen im Raum. Erstens: Haben die Fahrer der Neuwagen ihr Potenzial wirklich schon aufgedeckt? Zweitens: Werden es die Sportchefs bei den Rennen dulden, dass die Underdogs, deren Autos mit 1.030 Kilo um 20 Kilo leichter sind als die Neuwagen, den Arrivierten die Show stehlen? Ein Blick in die DTM-Historie zeigt: Warum nicht? Im Mai 2007 standen in Oschersleben mit Paffett, di Resta und Mike Rockenfeller nur Altwagen-Fahrer auf dem Podium.

Nur eine Statistenrolle wird wohl Johannes Seidlitz und Christian Bakkerud, den beiden Fahrern der 2007er-Audi des Kolles-Teams, zufallen: Der 18-jährige Deutsche kann für sich aber den Rekord reklamieren, jüngster DTM-Fahrer aller Zeiten zu sein.

Sparpläne in der DTM

„30 Prozent müssen wir einsparen“, sagt Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich. Die Reduzierung von elf auf zehn Rennen schont die Kasse ebenso wie die drastische Verkürzung des Freitags-Trainings und eine clevere Gleichteile-Strategie für 2009er und 2008er Autos. Die Sportchefs und ITR-Boss Hans Werner Aufrecht sind sich einig: „Bei allem Sparen – wir haben sehr darauf geachtet, dass die Show nicht leidet.“
 
Die nächste Sparstufe soll bald gezündet werden: Im Sommer wird wohl ein neues technisches Reglement verabschiedet. Wichtigster Eckpunkt: Die aerodynamischen Exzesse sollen gestoppt werden, und noch mehr Standardteile sollen die DTM günstiger und damit zukunftsfähig machen.

Umfrage
Was für ein Auto fährt der DTM-Champion 2009?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden