Die Revolution hat still und leise stattgefunden. Ohne großes Tamtam bietet Mercedes in der C-Klasse einen geradezu winzigen 1,6-Liter-Motor an. Das gab es in einem Mittelklasse-Modell mit Stern noch nie. Dabei gilt Downsizing, also das Verkleinern des Hubraums bei gleichzeitigem Beibehalten der Leistung, mittlerweile als eines der besten Mittel, um Motoren sparsamer zu machen. Mercedes schreibt dennoch C 180 Kompressor auf den Heckdeckel des besonders sparsamen, auch aerodynamisch optimierten Blue Efficiency-Modells und erweckt damit den Eindruck, dieser Vierzylinder hätte denselben Hubraum wie in der zum Vergleich angetretenen Basis-C-Klasse.
Motoren entwickeln 156 PS
Immerhin, beide Motoren entwickeln 156 PS und 230 Newtonmeter Drehmoment. Gleichstand herrscht dennoch nicht, denn der Sparmotor muss für sein Drehmoment-Maximum 300/min höher drehen. Dazu kommen ein länger übersetzter sechster Gang und eine ebenfalls längere Hinterachs-Übersetzung. Schaut man auf die Messwerte, hat der Standard-C 180 einen klaren Vorteil bei der Elastizität. Zu spüren ist davon jedoch fast nichts.
Beide Autos lassen sich erstaunlich flott bewegen und zeigen keine phlegmatischen Charakterzüge, Überholvorgänge gelingen mühelos. Auch akustisch gleichen sich die beiden, obwohl sich die Kurbelwelle der Blue-Version bei identischer Geschwindigkeit langsamer dreht - bei Vollgas im sechsten Gang immerhin nur 4.683 Mal in der Minute statt 4.903 beim normalen C 180 Kompressor. Einbußen beim Federungskomfort sind kaum wahrnehmbar, der 15 Millimeter tiefergelegte Blue Efficiency rollt lediglich etwas holziger ab.
Erst an der Zapfsäule zeigen sich richtige Unterschiede. Im Testmittel konsumiert der 1,8-Liter-Motor beachtliche 0,9 L/100 km mehr, die Minimal-Verbräuche liegen ebenfalls spürbar auseinander - zu Gunsten der Sparversion. Und die ist auch noch die billigste C-Klasse im aktuellen Sortiment.
Fazit: Blau machen lohnt sich
In der Anschaffung und beim Verbrauch ist der C 180 Kompressor Blue Efficiency billiger als die Standard-Version. Dennoch muss man bei den Kosten ganz genau hinschauen, denn manche Extras sind im Sparmodell nicht drin oder in der Anschaffung deutlich teurer, wie das CD-Radio (plus 893 Euro), die Navigation (plus 357 Euro) oder 16-Zoll-Aluminiumfelgen (plus 71 Euro), und führen den günstigeren Einstandspreis ad absurdum. Andere Extras wie beispielsweise eine Anhängerkupplung, integrierte Kindersitze oder Parameterlenkung gibt es gar nicht. Einschränkungen beim Fahren sind dagegen praktisch nicht zu spüren. An der Zapfsäule darf man sich dagegen jedes Maul über den günstigen Verbrauch freuen.


