Elektroroller: E-Alternative für die Autobauer

Elektro-Roller  BMW C1-E

Die Autobauer entdecken den Elektroroller als Transportalternative für den urbanen Raum. Daimler hat bereits eine Elektroroller angekündigt, aber auch andere Hersteller arbeiten am E-Zweirad.

Bislang ist das Angebot an Elektrorollern in Deutschland recht überschaubar. Das Gros der Angebote tummelt sich dabei in der Moped-Klasse und erlaubt so eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 45 km/h. In einem kürzlich vom ADAC veröffentlichen Test konnten die E-Antriebe an sich in Sachen Fahrleistungen meistens überzeugen, die Reichweiten und vor allem die Ladezeiten der Elektroroller ließen aber noch kräftig zu wünschen übrig. Aktionsradien von knapp 20 bis hin zu 75 Kilometern standen Ladezeiten von bis zu zwölf Stunden gegenüber.

Elektro-Roller hat große Zukunft

Bestandszahlen von Elektroroller-Modellen in Deutschland können weder vom Kraftfahrt Bundesamt - Moped laufen mit Versicherungskennzeichen und sind nicht zulassungspflichtig - noch von den Industrieverbänden oder den Versicherern vorgelegt werden. Die Auguren sind sich aber einig: mit einer entsprechenden Ladeinfrastruktur und verbesserter Batterietechnik steht dem Elektroroller als Nahverkehrsmittel eine große Zukunft bevor.

Autobauer arbeiten am Elektro-Roller

Entsprechend attraktiv gestaltet sich das Thema daher auch für die Autobauer. Erst im Juli hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche verkündet bereits auf dem Pariser Autosalon einen Elektroroller vorstellen zu wollen. Auch bei BMW sollen im Rahmen des Project i entsprechende Entwicklungen geprüft werden. Bereits 2009 hatten die Bayern mit dem BMW C1-E ein Einspurfahrzeug für den Stadtverkehr von morgen auf die Räder gestellt. Das Einzelstück griff auf die Architektur des BMW C1-Rollers zurück und kombinierte diese mit einem Elektroantrieb. Eine Serienfertigung des Elektro-Roller wurde ausgeschlossen, die Erkenntnisse könnten aber in die Entwicklung künftiger Einspurfahrzeuge fließen, hieß es im Oktober 2009.

Bereits einen Schritt weiter ist Honda. Auf der Tokyo Motor Show 2010 zeigten die Japaner mit dem EV-Neo einen kleinen Elektroroller, der ab Dezember zunächst an ausgewählte Kunden in Japan verleast werden soll. Die Entwicklung einer Version für den Massenmarkt sei aber bereits angelaufen. Der Neo Elektroroller soll eine Reichweite von 30 Kilometer haben. Die Ladezeit soll je nach Ladestrom zwischen 20 Minuten und vier Stunden betragen.

Ebenfalls in Tokio vorgestellt wurde der Prototyp eines Suzuki Burgman-Rollers mit luftgekühlter Brennstoffzelle. Ein großer Wasserstofftank soll für eine alltagstaugliche Reichweite garantieren.

Auf einen Hybridantrieb mit Elektrokomponente setzt die Peugeot-Studie Scooter Hybrid3 Compressor, die auf dem Autosalon Paris 2008 gezeigt wurde. Angetrieben wird der dreirädrige Hybrid3 von einem 20 PS starken Benziner am Hinterrad und zwei jeweils 3 kW starken E-Motoren an den Vorderrädern. Der Hybrid3 bleibt allerdings eine Studie.

Peugeot zeigt in Paris Elektroroller

Bei den kleinen Elektro-Rollern bis 45 km/h geht Peugeot ab Anfang 2011 mit dem  reinen Elektro-Scooter E-Vivacity an den Start. Vorgestellt wird der E-Vivacity  bereits auf dem Autosalon in Paris. Seine Lithium-Ionen-Batterie für 80 bis 100 Kilometer Reichweite soll in vier Stunden komplett oder in zwei Stunden zu 80 Prozent aufgeladen werden können. Die Nutzungskosten des E-Vivacity veranschlagt Peugeot mit 40 Cent pro 100 Kilometer.

Auch bereits käuflich zu erwerben ist der ebenfalls dreirädrige Piaggio MP3 Hybrid LT 300.i.e.. Der rund 9.200 Euro teure Plug-In-Hybrid-Roller wird von einem 25 PS starken Benziner in Kombination mit einem 2,6 kW starken Elektromotor angetrieben. Rein elektrisch lässt sich der MP3 zwar nicht bewegen, der E-Motor soll aber die CO2-Werte um bis zu 50 Prozent senken.

Unter dem Strich gilt in der Zweiradbranche der Elektroantrieb samt Batterietechnik noch als zu teuer, um ihn wirtschaftlich vermarkten zu können. Vielleicht kann aber der Technologietransfer aus dem Automobilsektor künftig auch den Eletro-Rollern ordentlich emissionsfreien Schwung mit auf den Weg geben.

Wie sich BMW und Smart die Elektroroller-Zukunft vorstellen, und welche Modelle auf dem Pariser Autosalon präsentiert werden, lesen Sie in der kommenden Ausgabe von auto motor und sport, Heft 20, am 9.9. am Kiosk. Die weiteren Themen:

- Fahrbericht Audi A7 Sportback
- Test VW Sharan
- Toyota Auris Kaufberatung
- Vergleichstest BMW 3er, Mercedes C-Klasse gegen Volvo S60
- Extra 30 Jahre Audi Quattro

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uba

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