Leser-Erfahrungen Toyota Prius Plug-in Hybrid: Nichts ist unmöglich

Toyota Prius Plug-in Hybrid

Ein sparsamer Toyota Prius, sehr kritische Tester, acht Wochen und 14.900 Kilometer gefahrene Strecke: Der Toyota Prius Plug-in Hybrid elektrisierte die Leser. Abschlussbericht.

Um die außerordentlichen Vorteile wirklich nutzen zu können, die der Toyota Prius Plug-in Hybrid bietet, muss man sich erst mal von vielen, vielen Jahren anderer Fahrpraxis verabschieden. "Der Toyota Prius ist in der Lage, innerhalb von kürzester Zeit das persönliche Fahrverhalten grundlegend zu verändern", fasst Leser-Testerin Sonja Broichgans-Vercouillie ihre Erfahrung mit dem Hybrid zusammen.

So wie ihr ging es fast allen sechs Testern, die den ab 2012 lieferbaren Toyota Prius Plug-in Hybrid zwei Monate fahren durften. Der Spaß an dem sparsamen Japaner rekrutierte sich – wie die ausführlichen Erlebnisberichte immer wieder zeigten – vor allem aus den Versuchen, immer neue Verbrauchsbestwerte zu schaffen. So listeten die sechs Leser über insgesamt 14.900 Kilometer Gesamtstrecke akribisch ihre Tankungen und Stromladungen auf und jubelten, wenn die Werte sehr niedrig ausfielen oder eine besonders große elektrische Reichweite erzielt wurde.

19,5 Kilometer rein elektrisch mit Toyota Prius Plug-in Hybrid

Deren Bandbreite schwankte von minimal neun Kilometer bergauf mit etwas schwererem "Gaspedal" bis zu 23 Kilometer, die im Verlauf des Tests sogar von mehreren Testern erreicht wurden. Insgesamt schaffte der 5,4 Kilowattstunden große Lithium-Ionen-Akku des Toyota Prius mit einer Vollladung durchschnittlich 19,5 Kilometer und legte damit fast eine Punktlandung auf seiner Werksangabe von 20 Kilometern hin. Die dafür notwendige Energiemenge betrug im Schnitt 3,3 Kilowattstunden, was einem Verbrauch von 17 Kilowattstunden Strom pro 100 Kilometer entspricht und damit niedriger ist als bei einem E-Smart ist.

Bei einem Strompreis von 20 Cent/kWh kosten die ersten 20 Kilometer also gerade mal 66 Cent an Energie. Trotzdem wünschten sich fast alle Lesertester eine größere elektrische Reichweite. So protokollierte Simon Zillich, Urologe aus Heidelberg, dass 20 Kilometer für viele Kurzstreckenfahrten zwar ausreichen würden, "ich hätte aber gern das Doppelte". Ein Wunsch, den Toyota auch schon bei anderen Testfahrten zu hören bekam. Deshalb wurde bereits auf der IAA in Frankfurt verkündet, dass sich der Serien-Prius vom dreiteiligen Akkukonzept mit einem Main- (Hybrid-Betrieb) und zwei Sub-Akkus (reiner Elektrobetrieb) verabschieden wird und mit einem einteiligen Akkukonzept auf ein paar Kilometer mehr Reichweite zielt.

Vandalismus-Gefahr bei öffentlichem Laden

Auf geteilte Meinungen stieß der Umgang mit dem Ladekabel des Toyota Prius Plug-in Hybrid. Während die weiblichen Tester in der Abschlussbewertung durchgehend hohe Punktzahlen dafür gaben und Sonja Broichgans-Vercouillie sogar ausdrücklich die Klappenmechanik lobte – "Die Öffnungsklappe für den Kabelanschluss ist prägnant gewählt, so kann man nicht aus Versehen losfahren und hängt noch am Kabel"–, haderten die männlichen Tester mehr mit der Strippe. Ähnlich wie in den Abschlussberichten vieler Elektroauto-Modellversuche monierten sie die unpraktische Handhabung, die Tendenz zum Verschmutzen und die Vandalismus-Gefahr beim öffentlichen Laden. Wobei Letzteres im Test kaum zum Tragen kam, da über 95 Prozent aller Ladungen zu Hause oder auf der Arbeitsstelle durchgeführt wurden.

Am Schluss summierte sich der Anteil rein elektrischer Fahrten auf 18 Prozent der Gesamtstrecke und damit auf 2.682 Kilometer. Die Ruhe bei diesen Fahrten im Toyota Prius wurde sichtlich genossen. So differenzierte Simon Zillich zwischen dem zum Teil lauten Fahrgeräusch bei zügigerer Autobahnfahrt und dem "geräuschlosen Dahingleiten" in der Stadt. Für Sonja Broichgans-Vercouillie steckt genau darin aber auch ein Problem: "Gedanklich muss man anders mit Fußgängern umgehen, der fehlende Geräuschpegel kann sich auch negativ auswirken."

Einhelliges Lob für Verbrauch des Toyota Prius

Großes Lob bekam vor allem der Verbrauch des Toyota Prius Plug-in Hybrid, der über alle Fahrer bei vier Liter pro 100 Kilometer liegt. Bei Langstreckenfahrten schwankte er zwischen sehr sparsamen 3,5 Litern und mit recht zügiger Fortbewegungsweise gefahrenen acht Litern. Damit verfehlt er zwar seinen offiziellen Wert von 2,6 L/100 km deutlich, doch das hatte auch keiner der Tester erwartet. Vielmehr zog Simon Zillich stellvertretend das Fazit des Tests: "Für mich hat die Elektromobilität in Form dieses ausgeklügelten Antriebskonzeptes bereits begonnen. Der Toyota Prius Plug-in Hybrid hat seine Alltagstauglichkeit eindeutig bewiesen."

Kommentare
Bild vergrößern
Alexander Bloch

Autor:

auto motor und sport, Heft 01 / 2012

Anzeige
Thema
Hybridantrieb: Weitere Artikel zu diesem Thema
Sitzprobe im Toyota Prius+: Van mit Hybridantrieb ab 29.900 Euro

Der Toyota Prius bekommt Zuwachs: Jetzt wird aus dem Hybridmodell auch noch ein Van für sieben. Er wird ab 29.900 Euro kosten.

Sitzprobe auf der IAA 2011 in Frankfurt - Henning Busse im Toyota Prius Plus
Erlkönig Ferrari Enzo-Nachfolger: Super Sportler, super leichter

2013 wird Ferrari einen Supersportwagen als Nachfolger für den legendären Ferrari Enzo Ferrari auf den Markt bringen.

Erlkönig Ferrari Enzo-Nachfolger
Top Artikel
Leser-Test Prius Plug-in Hybrid: Wie meistert der Prius den Alltag?

Sechs Leser, drei Toyota Prius Plug-in Hybrid und zwei Monate Zeit - der erste auto motor und sport-Leser-Alltagstest hat begonnen.

Alltragstest, Toyota Prius Plugn-in Hybrid, Teilnehmer
Toyota Prius C: Kompakt-Hybrid ergänzt Prius-Familie

Toyota wird auf der Detroit Motor Show den Prius C präsentieren. Damit ergänzt Toyota die Prius-Familie in den USA um ein Kompakt-Modell.

Toyota Prius C
Neuwagen suchen

Neuwagen zu Internet-Preisen

Konfigurieren Sie jetzt Ihr Wunschfahrzeug zu besonders günstigen Konditionen!

Reifen suchen

Hier finden Sie Sommer- und Winterreifen

Nicht gleich durchdrehen - die passenden Reifen aller Hersteller finden Sie hier.

So erkennen Sie Ihren Reifen
WGV Beitragsrechner Kfz-Versicherung
ANZEIGE

Überzeugend gut, gnadenlos günstig!

Jetzt Auto bei der wgv versichern und mehrere hundert Euro im Jahr sparen!

Aktuelle Ausgabe
auto motor und sport - Heft 12/2012
Ab jetzt im Handel auto motor und sport - Heft 12/2012
Sportauto
35 Jahre VW Golf GTI im Test: Ultimativer GTI-Generationen-Check

Wir testen 35 Jahre VW Golf GTI auf der Rennstrecke - eine Hommage in Daten, Fakten und subjektiven Eindrücken.

Ultimativer GTI-Generationen-Check
Motor Klassik
Raketenautos: Vom Bat-Mobil zum Jaguar C-X75

Batman fuhr mehr als einen, Daniel Düsentrieb sowieso, Opel erlangte durch sie Weltruhm und Chrysler baute eine Kleinserie.

Vom Bat-Mobil zum Jaguar C-X75
4WheelFun
Superkarpata Trophy 2012: Live-Report – Offroad am Limit

Brutaler Wettbewerb: Eine Woche lang schlagen sich die Teams auf eigene Faust durch die rumänischen Karpaten. Ein Live-Tagebuch.

Live-Report – Offroad am Limit
Alle Autos von A-Z
  • Loading...
  • Loading...