Rolls-Royce 102EX Genfer Autosalon: Emily unter Strom

Rolls-Royce 102EX,

Der Rolls Royce 102EX ist das erste Elektro-Auto der Luxusklasse. Unter dem Motto "Phantom Experimental Electric" hat die englische Nobelmarke das Einzelstück nun auf dem Genfer Autosalon präsentiert.

Wer Rolls Royce fährt sollte sich um steigende Benzinpreise eigentlich keine Gedanken machen müssen. Trotzdem verschließt sich die britische Traditionsmarke nicht dem allgemeinen Trend zu alternativen Antrieben. Mit dem Rolls Royce 102EX wurde erstmals ein Elektrofahrzeug auf die Räder gestellt. Auf dem Autosalon in Genf ließ man den Versuchsballon steigen.

Unter dem Motor "Phantom Experimental Electric" (EE) soll der Rolls Royce 102EX zeigen, inwieweit alternative Antriebe für die Marke Rolls Royce geeignet sind. Dabei wolle man sich Meinungen von Kunden hören und Erfahrungen von Testfahrern sammeln. "Das Fahrzeug soll bewusst Fragen und Antworten anstoßen", begründeten die Engländer den Bau der Luxus Elektro-Studie.

Zwei Elektromotoren sorgen für Vortrieb

Künftig könnte die High Society also geräusch- und emissionsarm durch die Luxus-Reviere an der Cote d'Azur, den Hamptons oder Südenglands gleiten. Auf der Basis des Rolls Royce Phantom hat der Hersteller ein reinrassiges Elektrofahrzeug entwickelt, das sich bequem an einer fünfpoligen Steckdose "betanken" lässt. Die Steuerungseinheit befindet sich in der Mittelkonsole. Per Schalter lässt sich der Ladevorgang starten und unterbrechen.

Statt des mächtigen 6,75 Liter V12 Benzinmotor finden beim Rolls Royce 102EX nun zwei Elektromotoren Platz. Dort wo früher der Tank saß, wurden 96 Nickel-Kobalt-Mangan-Zellen in fünf Batterie-Modulen untergebracht. Und hinter dem Tankdeckel des 102EX versteckt sich nun der Stecker für die Aufladung. Eine Anzeige zeigt hier per Farbwechsel den aktuellen Ladezustand an.

Kabellose Aufladung per Induktion

Neben der konventionellen Ladung per Stecker soll sich der Rolls Royce 102EX auch über ein Induktionsladegerät kabellos mit Energie versorgen können. Dabei werden elektromagnetische Wellen über ein Induktionsfeld am Boden auf ein entsprechendes Induktionsfeld am Auto übertragen. Je nach Genauigkeit des Parkens sollen 90 Prozent des Stroms in den Batterien des 102EX ankommen.

Der Antrieb soll auch ohne fossile Brennstoffe standesgemäß sein. Die beiden Elektro-Aggregate bringen jeweils eine Leistung von 145 kW und zerren gemeinsam mit 800 Newtonmeter Drehmoment an der Hinterachse. Zum Vergleich: Der Serien-Rolls Royce Phantom muss mit "nur" 720 Nm auskommen.

640 Kilo Batterien halten 200 Kilometer durch

Der Sprint von Null auf Hundert gelingt dem Rolls Royce 102EX mit gleichmäßiger Beschleunigung in unter acht Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit der 2,7 Tonnen-Limousine wurde auf 160 km/h abgeregelt. Ein höheres Reisetempo ist in den meisten Ländern sowieso nicht erlaubt. Dank der hohen Energiedichte des 640 Kilogramm schweren Batteriepakets sollen Reichweiten von 200 Kilometern kein Problem sein.

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