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AC Schnitzer Eagle Mini JCW

Leichtbau-Renner für die Straße im Test

11 Bilder

Mit einem Mini beim Test in Hockenheim einen Porsche Cayman R versägen? AC Schnitzer lässt den Traum so mancher Mini-Fans wahr werden und entwickelte zusammen mit Schirra motoring den straßenzugelassenen Leichtbau-Renner Eagle auf Basis des Mini JCW.

23.04.2012 Christian Gebhardt Powered by

In der Nürburgring-Langstreckenmeisterschaft VLN lehrt der Kleine die Großen schon lange das Fürchten. Regelmäßig taucht dort ein Renn-Mini formatfüllend im Rückspiegel von Porsche 911, Audi R8 und Co. auf. Wolf im Schafspelz auch für die Straße? Gibt’s nicht, von wegen! In Zusammenarbeit mit Schirra motoring hat Tuner AC Schnitzer einen Sportwagen- Schreck im Mini-Gewand auf die Beine gestellt.

Mini JCW speckt fast 100 Kilo ab

„Wir wollen uns nicht mit fremden Federn schmücken, vor allem in Sachen Leichtbau konnten wir von der Rennentwicklung von Schirra profitieren“, erklärt Roman Fenners, Leiter der Entwicklung bei AC Schnitzer. Vollgetankt wiegt der AC Schnitzer Eagle, der im früheren Leben ein normaler Mini John Cooper Works war, nur 1.085 Kilo. Mit seinem austrainierten Body-Mass-Index ist er 95 kg leichter als das Mini John Cooper Works Serienfahrzeug im Supertest.

Hauptanteil an der Leichtbau-Diät haben zahlreiche Karosserie-Teile aus Karbon, die Schirra einst nur für den Renneinsatz entwickelt hat, aber nun auch ab sofort auch für Mini-Fahrer vertreibt. Alles was geht: Der AC Schnitzer Eagle Mini JCW trägt neben einer 2,6 Kilo leichten Motorhaube, einer Karbon- Heckklappe (3 kg) auch Kohlefaser-Türen (je 3,5 kg). Außerdem bestehen Diffusor, Front- und Heckschürze, Kotflügel sowie der Heckflügel aus dem Verbundwerkstoff. Recaro-Pole-Position-Karbonschalensitze, Makrolon-Scheiben und eine Leichtbau-Batterie von Porsche Motorsport mit Lithium-Ionen-Technik (6 kg, 2.499 Euro) runden die Gewichtsreduzierung beim Testwagen ab.

Straßen-Mini bietet nüchterne Rennatmosphäre

Klack, schon der Türschwung und das Einrasten der federleichten Tür versprüht Motorsport-Duft. Vorher noch schnell am Überrollkäfig mit Türkreuz vorbeigehangelt, den der TÜV bei Karbon- oder GFK-Türen für eine StVZO-Zulassung als Seitenaufprallschutz verlangt. Im Innenraum trifft ein Mix aus edlem Leder mit roten Ziernähten auf nüchterne Rennatmosphäre. Rücksitzbank im AC Schnitzer Eagle Mini JCW? Pfui, da regt ja schon die Nachfrage auf. Daumen hoch, ein letzter Gruß durch das kleine Plexiglas-Schiebefenster, und die Sintermetall-Rennkupplung von Sachs schnappt giftig zu.

Leistungssteigerung auf 260 PS und Rennfahrwerk

Turbo-zwitschernd faucht der AC Schnitzer Eagle Mini JCW im Test auf den kleinen Kurs von Hockenheim. Dank Leistungssteigerung und Edelstahl-Abgasanlage samt Rennkat leistet der 1,6-Liter-Vierzylinder statt 211 nun 260 PS. Das Fahrwerk mit Uniball-Gelenken rundum, dreifach verstellbarer Feder-Dämpfer-Einheit von KW sowie einstellbarem Stabi hinten stammt aus dem VLN-Mini von Schirra, wurde aber für den Hockenheim-Einsatz von AC Schnitzer-Technikleiter und Fahrwerksexperte Manfred Wollgarten speziell abgestimmt. „Der Wagen müsste nun noch eine Sekunde schneller sein“, sagt Wollgarten, der den Rennzwerg mit Straßenzulassung schon beim sport auto-Tuner GP mit schnellen Rundenzeiten bekannt gemacht hat.

Anders als im Serienauto ohne mechanische Differenzialsperre vermiest im AC Schnitzer Eagle Mini JCW mit Drexler-Sperre kein durchdrehendes Vorderrad das Kurvenfeuerwerk. Mit aufgewärmten Dunlop Direzza-Cupreifen krallt sich der Eagle mit slickähnlicher Traktion fest in den Asphalt und zirkelt ultrapräzise um den Kurs. Jeden Lenkbefehl setzt der getunte Mini sofort neutral und ohne eine spürbare Tendenz zum Untersteuern um. Im Gegenteil, bei platzierten Lastwechseln oder gezielten Bremsimpulsen unterstützen vergnügliche Heckschwenks den Richtungswechsel.

AC Schnitzer Eagle deklassiert Serien-Mini JCW

Die rennwagenähnliche Bühnenshow findet ihren Test-Höhepunkt mit einer Hockenheim-Rundenzeit, die den AC Schnitzer Eagle Mini JCW direkt in die erste Liga zwischen Audi R8 V10 (1.11,9 min) und Porsche Cayman R (1.12,4 min) katapultiert. Auch in München bei Mini dürfte der Haussegen jetzt etwas schief hängen: Mit einer Hockenheim-Rundenzeit von 1.12,3 min kürt sich der AC Schnitzer Eagle nicht nur zum schnellsten je von sport auto gemessenen Mini mit Straßenzulassung, sondern deklassiert auch den Serien-Mini JCW um 6,2 Sekunden.

Technische Daten
AC Schnitzer Eagle Mini JCW
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe3714 x 1683 x 1377 mm
Hubraum / Motor1598 cm³ / 4-Zylinder
Leistung191 kW / 260 PS (340 Nm)
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