Alfa Romeo GTV 2.0 16V TS

Mit progressivem Design und neuer Technik kehrt Alfa Romeo in das lange Jahre vernachlässigte Marktsegment der Sportcoupés zurück. Der neue GTV will an traditionelle Alfa Romeo-Tugenden anknüpfen - mit einem 150 PS starken Zweiliter-Motor und aufwendigem Fahrwerkskonzept.

Nach gut siebenjähriger Pause meldet sich Alfa Romeo als Sportwagenhersteller zurück. In dieser Zeitrechnung bleibt der alte, 1993 eingestellte Spider außen vor. Er war in den letzten Jahren seiner langen Karriere ein nettes Spielzeug, aber als ein Relikt aus den sechziger Jahren kein ernst zu nehmender moderner Sportwagen. Und bei den Coupés herrschte seit der Einstellung des GTV 6 im Jahr 1988 ohnehin Flaute. Jetzt geht es mit einem Donnerschlag zurück zu den Wurzeln: Coupé und Spider stürmen zeitgleich den imageträchtigen Sportwagenmarkt und erregen mit ihrer unverwechselbaren, ausgeprägten Keilform einen so hohen Aufmerksamkeitswert bei jung und alt, daß selbst ein brandneuer Ferrari vor Neid erblassen würde.


Mit Ausnahme der Dachpartie ähneln sich die beiden Autos wie ein Ei dem anderen, schließlich wurden sie gleichzeitig gemeinsam von Pininfarina und den Alfa-Designern entworfen. Die hohe formale Eigenständigkeit mit typischen Alfa- Stilelementen, die den Gran Turismo Veloce von allen Sportwagen wohltuend unterscheidet, hat auch ihren Preis: Man sitzt sehr tief, fühlt sich möglicherweise wegen der hohen, ansteigenden Gürtellinie ein wenig eingemauert und muß bei Rangiermanövern mit viel Gefühl zu Werke gehen, denn die abfallenden Wagenenden und -ecken entziehen sich dem Blick. Sitzriesen stören sich eventuell an der weit heruntergezogenen vorderen Dachkante, welche die Sicht auf Ampeln und das Raumgefühl einschränkt.

Die Sitze selbst sind trotz der etwas harten Lehnen bequem, bieten guten Seitenhalt und lassen sich auch für langbeinige Fahrer weit genug nach hinten rücken. Ihre Kopfstützen können allerdings nicht verstellt werden. Mit dem originellen Styling der Karosserie kann das Design des Cockpits nicht mithalten, wenngleich die Plazierung der klar gezeichneten und gut ablesbaren Instrumente den Herzschlag der Alfa-Freunde ein wenig beschleunigt. Wie bei einigen sportlichen Vorfahren stecken die großen Anzeigen für Geschwindigkeit und Drehzahl in Höhlen direkt hinter dem Lenkrad; Wasserthermometer, Benzin- und Zeituhr zieren die breite Mittelkonsole. Darunter befinden sich die praktischen Drehschalter für Heizung und Lüftung sowie das Radio. Die wichtigsten Bedienungselemente liegen griffgünstig, lediglich zur Betätigung der Schalter für Nebenfunktionen muß man hinter das Vierspeichen- Lenkrad greifen. Dennoch kommt hier keine uneingeschränkte Freude auf: Die reichliche Verwendung von dunklem Kunststoff und der Farbton Schwarz lassen das Cockpit ein wenig trist und fad wirken.

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Werner Schruf

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