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F�hrerschein-Spezial

Alfa Romeo Mito 1.4: Italienischer Mini im Test

Mit dem kleinen Mito hat Alfa Romeo Großes vor: Er soll mit dem Mini konkurrieren, obwohl ihm dessen ruhmreiche Vergangenheit fehlt. Ob der Mito dennoch Geschichte schreiben kann, klärt der Test des 155 PS starken 1,4-Liter-Benziners.

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Gutes Design, versichern alle Chefstylisten, muss nicht teuer sein. Dann scheint aber die Kleinwagenklasse vielen Firmen für gute Ideen zu billig zu sein. Formvollendete Modelle mit Verführungskraft trifft man dort jedenfalls selten an. Prädikat jugendfrei also. Doch der Film, der jetzt anläuft, ist heiß. Frei ab 18 - frühestens. Dabei reichen 4,06 Meter Länge vollkommen aus, um Unruhe ins Leben zu bringen, auch wenn der Eintrittspreis mindestens 14.700 Euro beträgt. Mito heißt der Hauptdarsteller, der optisch seinen Plattformspender Fiat Grande Punto zum Statisten verkommen lässt.

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Aufregender hat in dieser Klasse schließlich noch keiner Rundungen verpackt. Kein Wunder: Der kleine Alfa mit den Anfangssilben aus Milano und Torino im Namen hat sich für seine Rolle als Shootingstar im Kleinwagensegment ein Kostüm im Stil des 8C Competizione geliehen - eng, sexy, verrucht und im Falle des Testwagens glutrot. Beste Voraussetzungen für eine glänzende Filmkritik also - und soviel vorweg: Wenn der Streifen anläuft, sitzt man gut. Auf großzügig geschnittenen Polstern, die auch dann noch ein wohliges Gefühl vermitteln, wenn sich die Story zieht. Und wie vor dem heimischen Fernseher ist die Position angenehm tief. Die Kulisse passt: Einstiegsleisten mit Edelstahleinsatz, Armaturenbrett in Karbon-Optik sowie Chromringe um Tacho und Drehzahlmesser überblenden kleine Hartplastikschwächen der Diva - in jedem Hollywoodfilm ist das ähnlich. Wer die Nummer zu viert genießen will, kommt allerdings ins Grübeln.

Schönheit fordert manchmal Opfer

In der zweiten Reihe will keiner so recht sitzen: Weil die Vordersitze nicht weit genug vorfahren, fällt auf dem Weg nach hinten echte Kletterarbeit an. Und wer da mal festklemmt, weiß eigentlich nicht so richtig, wie er wieder rauskommen soll. Das Drehbuch hat Schwächen - dies zeigt auch das Gepäckabteil. 270 Liter klein, Typ Höhle, die durch die hohe Ladekante auch noch schwer zu erreichen ist. Durch Umklappen der Rücksitze erhöht sich dieses Maß auf wasserkistentaugliche 950 Liter. Schönheit fordert manchmal Opfer - beim Mito in Form der schlecht abschätzbaren Karosserie.

Die Übersicht nach vorn schmälert der vanartige Vorbau, die nach hinten das kleine Heckfenster und die breite C-Säule. Reinsetzen, losfahren. Der Vierzylinder-Benziner entwickelt dank Turboaufladung aus 1,4 Liter Hubraum immerhin 155 PS - ein modernes Downsizing-Triebwerk also, das auf dem Papier niedrige Verbrauchswerte verspricht. Aber darauf gepfiffen. Schon auf der auto motor und sport-Normrunde zeigt sich der Mito mit 6,2 Litern pro 100 Kilometer trotz zurückhaltender Fahrweise nicht sparsam, im Testmittel sind es sogar 8,9 Liter/100 km.

Der Grund liegt auf der Hand: Der kleine Motor spricht wenig spontan an, wie sein großer Sportwagenbruder 8C braucht der Piccolo Drehzahlen, bevor aus zunächst gefühlten 100 echte 155 PS werden. Das nutzbare Drehzahlband ist schmal, am wohlsten fühlt sich der kurz übersetzte Mito in der 4.000er-Region, wo ihn allerdings ein ausgeprägter Dröhner plagt. Die Rolle des Sportwagens will der Italiener dabei nicht nur vorgeben, sondern wirklich spielen. So verhärtet sich die im unteren Geschwindigkeitsbereich zu leichtgängige elektrische Lenkung bei höherem Tempo; der größere Widerstand gibt dem Fahrer ein gutes Gefühl, wenn er mit dem handlichen, agilen Fronttriebler durch die Kurven räubert.

Wer jedoch einen extremen Lastwechsel produziert, kommt um eine Überraschung nicht herum: Der Mito reagiert mit einem frechen Heckschwung, den das elektronische Stabilitätsprogramm erst spät einfängt - in engen Spitzkehren bei Gegenverkehr womöglich zu spät, der Platz kann dann knapp werden. Auch der Komfort verdient nicht den Beifall, den ein Filmstar erwartet. Mit seinen optionalen 17-Zöllern reagiert der Mito auf jede Straßenunebenheit viel zu sensibel, vibriert ständig und kommt auf schlechter Fahrbahn schon dann an die Grenzen seiner Federwege, wenn die volle Zuladung noch längst nicht ausgeschöpft ist.

Schönheit hat ihren Preis

Keine Frage: In puncto Federung haben ihm die arrivierten Kleinwagenstars vom Schlage eines VW Polo einiges voraus. Dabei lockt Alfa seine Kundschaft mit der serienmäßigen Fahrdynamikregelung D.N.A., die in den drei Stellungen Dynamic, Normal und All Weather Motor, Getriebe, Lenkung und Fahrwerk beeinflussen soll. Doch in der Praxis merkt man den Unterschied höchstens beim Zusammenspiel zwischen Gaspedal und Drosselklappe. In Stellung Dynamic spricht der Motor etwas lebendiger an, doch der Komfort ist in keiner der drei Positionen zufriedenstellend. Mehr Freude bereitet der Blick in die Ausstattungsliste: Neben ESP (hier VDC für Vehicle Dynamic Control) sind sieben Airbags, aktive Kopfstützen, Audioanlage mit CD-Player, elektrische Fensterheber und Tagfahrlicht Serie.

Wählt man die 1.500 Euro teure Turismo-Ausstattung, gibt es Klimaanlage, Lederlenkrad, 16-Zoll-Aluräder und Multifunktionsdisplay im Wert von 2.300 Euro dazu - macht einen Preisvorteil von 800 Euro. Mit 17.950 Euro für den 1.4 TB 16V verlangt der Alfa eine ordentliche Gage, doch sein selbsterwählter, kleinerer Nebenbuhler Mini ist schon als 120 PS starker Cooper in der Anschaffung 350 Euro teurer. Aber Schönheit hat bekanntlich ihren Preis - und viele große Diven haben ihre kleinen Zicken. Vorhang auf also für den Alfa Romeo Mito.

Basisdaten
Marke Alfa Romeo
Modell Mito 1.4 TB 16V
Baujahr 09/2008
Grundpreis 17.950 Euro
Motorbauart Reihenmotor
Zylinderzahl 4
Hubraum 1368 cm³
Leistung 155 PS (114 kW) bei 5500 U/min
max. Drehmoment 230 Nm bei 3000 U/min
Schadstoffeinstufung Euro 5
CO2-Ausstoß 153 g/km
Schaltung vollsynchronisiert
Gänge 6
 
Testwagenbereifung
Marke Bridgestone Potenza RE050
Reifen (vorn) 205/45 R 17 V
Rädergröße (vorn) 7 J x 16
Reifen (hinten) 205/45 R 17 V
Rädergröße (hinten) 7 J x 16
Vorteile und Nachteile
  Positiv Negativ
Karosserie
  • gute Platzverhältnisse vorne
  • ordentliche Verarbeitung
  • wenig Ablageflächen
  • schwieriger Einstieg in den Fond
  • kleiner Kofferraum mit hoher Ladekante
Antrieb
  • sportlich ausgelegter Benziner
  • gute Fahrleistungen
  • gut gestuftes Sechsganggetriebe
  • verzögertes Ansprechverhalten
  • Motordröhner um 4.000/min
Fahrkomfort
  • bequeme Sitze
  • gute Klimatisierung
  • deutlich eingeschränkter Federungskomfort
  • laute Abrollgeräusche
Fahreigenschaften
  • gute Handlichkeit
  • agiles Kurvenverhalten
  • großer Wendekreis
  • Antriebseinflüsse in der Lenkung
  • spät eingreifendes ESP bei Lastwechseln
Sicherheit
  • wirksame, standfeste Bremsen
  • umfangreiche Sicherheitsausstattung
Kosten
  • vier Jahre Basisgarantie
  • gute Serienausstattung
  • lange Inspektionsintervalle
 
Umwelt  
  • – hoher Benzinverbrauch
Fazit
Testwertung

Der Mito hat Stil, ist liebevoll gestaltet und fährt sich agil. Doch diesen Stärken stehen eine straffe, holprige Federung, hoher Verbrauch und schlechte Übersichtlichkeit gegenüber.

Autor: Birgit Priemer
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Marcu Ballmer | 02.04.2010, 20:45 Uhr

@ "kaum zu glauben": den ersten Satz von deinem Gelaber schreib dir aber mal ganz dicke selbst hinter die Ohren, besonders den Schluss, denn der passt ohne jede Einschränkung perfekt zu dir.

kaum zu glauben | 28.03.2010, 11:18 Uhr

Sorry, seid ihr echt so.... , naja ich schreibs lieber net. Auf euch trifft aber voll das Motto "wenn man keine Ahnung hat einfach mal die Klappe halten zu".

Die fahrzeuge werden nicht von den Redaktionen mit den Ausstattungen geordert, sondern die Hersteller konfigurieren Fahrzeuge, welche dann zum Testen rausgegeben werden. Wenn Fiat, entschuldigung, Alfa hier das Fahrzeug mit 17" und dem Motor zur Verfügung stellt, was soll AMS dann bitte ändern? Sie können dann nur das Fahrzeug testen was sie kriegen.

Und uhh, ohh... dass bei den italienischen Autos immer das Design ins Feld geführt wird, es ist ok, aber für bisschen mehr Geld krieg ich deutlich mehr geboten. Allein das Hartplastik Interieur? Da ist jeder Corsa hochwertiger verarbeitet. Leute kommt mal aufn Teppich.
und nur weil jemand was zuerst bringt heisst das nicht "Vorsprung durch Technik". Siehe MB mit elektronischen Bremsen oder der 4-Zylinder Diesel wo die injektoren verrecken. Denkt mal nach bevor ihr schreibt..

f1 Sport Fan | 25.03.2010, 05:53 Uhr

Schade das der Test so einseitig ist, da soll wohl das Feld bereitet werden um den Polo Verschnitt Audi A1 zum Superstar zu machen...zumindest in Deutschland.

peter78 | 25.03.2010, 01:17 Uhr

italienische Fahrzeugindustrie immer wieder geschafft hat, die Position des Vorreiters zu übernehmen(erster direkt-einspritzender Dieselmotor; Commonrail; Fahrzeugdesign; Multimedia im Fahrzeug; …). Ein vergleich eines „Italieners“ mit 1,6l 105PS Diesel mit einem „Deutschen(Golf)“ auch 1,6l 105PS Diesel wäre ja mal zu schön um wahr zu sein. Man sollte eben immer versuchen Gleiches mit Gleichem gegenüber zu stellen!
Grüße
Peter

peter78 | 25.03.2010, 01:17 Uhr

Sehr geehrtes Team von AMS(Audi Motor Sport)
Ich finde es immer wieder amüsant, wie bei Ihnen recherchiert wird! Da Sie ja hauptsächlich positiv über „Deutsche“ Marken berichten, ist es für mich nicht sehr verwunderlich, daß andere Hersteller anderer Nationen, in diesem Fall Italien, meist nur mit einem Genügend, Ihrer Meinung nach, zu beurteilen wären. Eine objektivere Beurteilung wäre in Zeiten wie diesen sicherlich adäquater. So finde ich es als Beispiel sonderbar, daß über Jahre hinweg das System Commonrail aus dem Hause Alfa Romeo/ Fiat mit schlechter Laufkultur und der gleichen bewertet wurde und noch wird. Wogegen die Systeme deutscher Hersteller in vollen Tönen gelobt werden?! Fest steht daß deutsche Hersteller fast über 10 Jahre gebraucht haben um dieses System in Serie zu bringen(4 Zylinder Motor). Dies nenne ich „Vorsprung durch Technik“. Es hängt aber ganz von der Sichtweise ab! Des Weiteren bin ich sehr froh darüber, daß es die italienische Fahrzeugindustrie immer wieder

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