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Alfa Romeo Mito 1.4

Italienischer Mini im Test

Foto: Hans-Dieter Seufert 23 Bilder

Mit dem kleinen Mito hat Alfa Romeo Großes vor: Er soll mit dem Mini konkurrieren, obwohl ihm dessen ruhmreiche Vergangenheit fehlt. Ob der Mito dennoch Geschichte schreiben kann, klärt der Test des 155 PS starken 1,4-Liter-Benziners.

02.04.2010 Birgit Priemer

Gutes Design, versichern alle Chefstylisten, muss nicht teuer sein. Dann scheint aber die Kleinwagenklasse vielen Firmen für gute Ideen zu billig zu sein. Formvollendete Modelle mit Verführungskraft trifft man dort jedenfalls selten an. Prädikat jugendfrei also. Doch der Film, der jetzt anläuft, ist heiß. Frei ab 18 – frühestens. Dabei reichen 4,06 Meter Länge vollkommen aus, um Unruhe ins Leben zu bringen, auch wenn der Eintrittspreis mindestens 14.700 Euro beträgt. Mito heißt der Hauptdarsteller, der optisch seinen Plattformspender Fiat Grande Punto zum Statisten verkommen lässt.

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Einzeltest Alfa Romeo Mito 1.4 TB 16V
auto motor und sport 22/2008
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Alfa Romeo Mito GTA
Alfa Romeo Mito GTA Concept: Mini-Racer mit 240 PS 7:11 Min.

Aufregender hat in dieser Klasse schließlich noch keiner Rundungen verpackt. Kein Wunder: Der kleine Alfa mit den Anfangssilben aus Milano und Torino im Namen hat sich für seine Rolle als Shootingstar im Kleinwagensegment ein Kostüm im Stil des 8C Competizione geliehen – eng, sexy, verrucht und im Falle des Testwagens glutrot. Beste Voraussetzungen für eine glänzende Filmkritik also – und soviel vorweg: Wenn der Streifen anläuft, sitzt man gut. Auf großzügig geschnittenen Polstern, die auch dann noch ein wohliges Gefühl vermitteln, wenn sich die Story zieht. Und wie vor dem heimischen Fernseher ist die Position angenehm tief. Die Kulisse passt: Einstiegsleisten mit Edelstahleinsatz, Armaturenbrett in Karbon-Optik sowie Chromringe um Tacho und Drehzahlmesser überblenden kleine Hartplastikschwächen der Diva – in jedem Hollywoodfilm ist das ähnlich. Wer die Nummer zu viert genießen will, kommt allerdings ins Grübeln.

Schönheit fordert manchmal Opfer

In der zweiten Reihe will keiner so recht sitzen: Weil die Vordersitze nicht weit genug vorfahren, fällt auf dem Weg nach hinten echte Kletterarbeit an. Und wer da mal festklemmt, weiß eigentlich nicht so richtig, wie er wieder rauskommen soll. Das Drehbuch hat Schwächen – dies zeigt auch das Gepäckabteil. 270 Liter klein, Typ Höhle, die durch die hohe Ladekante auch noch schwer zu erreichen ist. Durch Umklappen der Rücksitze erhöht sich dieses Maß auf wasserkistentaugliche 950 Liter. Schönheit fordert manchmal Opfer – beim Mito in Form der schlecht abschätzbaren Karosserie.

Die Übersicht nach vorn schmälert der vanartige Vorbau, die nach hinten das kleine Heckfenster und die breite C-Säule. Reinsetzen, losfahren. Der Vierzylinder-Benziner entwickelt dank Turboaufladung aus 1,4 Liter Hubraum immerhin 155 PS – ein modernes Downsizing-Triebwerk also, das auf dem Papier niedrige Verbrauchswerte verspricht. Aber darauf gepfiffen. Schon auf der auto motor und sport-Normrunde zeigt sich der Mito mit 6,2 Litern pro 100 Kilometer trotz zurückhaltender Fahrweise nicht sparsam, im Testmittel sind es sogar 8,9 Liter/100 km.

Der Grund liegt auf der Hand: Der kleine Motor spricht wenig spontan an, wie sein großer Sportwagenbruder 8C braucht der Piccolo Drehzahlen, bevor aus zunächst gefühlten 100 echte 155 PS werden. Das nutzbare Drehzahlband ist schmal, am wohlsten fühlt sich der kurz übersetzte Mito in der 4.000er-Region, wo ihn allerdings ein ausgeprägter Dröhner plagt. Die Rolle des Sportwagens will der Italiener dabei nicht nur vorgeben, sondern wirklich spielen. So verhärtet sich die im unteren Geschwindigkeitsbereich zu leichtgängige elektrische Lenkung bei höherem Tempo; der größere Widerstand gibt dem Fahrer ein gutes Gefühl, wenn er mit dem handlichen, agilen Fronttriebler durch die Kurven räubert.

Wer jedoch einen extremen Lastwechsel produziert, kommt um eine Überraschung nicht herum: Der Mito reagiert mit einem frechen Heckschwung, den das elektronische Stabilitätsprogramm erst spät einfängt – in engen Spitzkehren bei Gegenverkehr womöglich zu spät, der Platz kann dann knapp werden. Auch der Komfort verdient nicht den Beifall, den ein Filmstar erwartet. Mit seinen optionalen 17-Zöllern reagiert der Mito auf jede Straßenunebenheit viel zu sensibel, vibriert ständig und kommt auf schlechter Fahrbahn schon dann an die Grenzen seiner Federwege, wenn die volle Zuladung noch längst nicht ausgeschöpft ist.

Schönheit hat ihren Preis

Keine Frage: In puncto Federung haben ihm die arrivierten Kleinwagenstars vom Schlage eines VW Polo einiges voraus. Dabei lockt Alfa seine Kundschaft mit der serienmäßigen Fahrdynamikregelung D.N.A., die in den drei Stellungen Dynamic, Normal und All Weather Motor, Getriebe, Lenkung und Fahrwerk beeinflussen soll. Doch in der Praxis merkt man den Unterschied höchstens beim Zusammenspiel zwischen Gaspedal und Drosselklappe. In Stellung Dynamic spricht der Motor etwas lebendiger an, doch der Komfort ist in keiner der drei Positionen zufriedenstellend. Mehr Freude bereitet der Blick in die Ausstattungsliste: Neben ESP (hier VDC für Vehicle Dynamic Control) sind sieben Airbags, aktive Kopfstützen, Audioanlage mit CD-Player, elektrische Fensterheber und Tagfahrlicht Serie.

Wählt man die 1.500 Euro teure Turismo-Ausstattung, gibt es Klimaanlage, Lederlenkrad, 16-Zoll-Aluräder und Multifunktionsdisplay im Wert von 2.300 Euro dazu – macht einen Preisvorteil von 800 Euro. Mit 17.950 Euro für den 1.4 TB 16V verlangt der Alfa eine ordentliche Gage, doch sein selbsterwählter, kleinerer Nebenbuhler Mini ist schon als 120 PS starker Cooper in der Anschaffung 350 Euro teurer. Aber Schönheit hat bekanntlich ihren Preis – und viele große Diven haben ihre kleinen Zicken. Vorhang auf also für den Alfa Romeo Mito.

Vor- und Nachteile

Karosserie
  • gute Platzverhältnisse vorne
  • ordentliche Verarbeitung
  • wenig Ablageflächen
  • schwieriger Einstieg in den Fond
  • kleiner Kofferraum mit hoher Ladekante
Antrieb
  • sportlich ausgelegter Benziner
  • gute Fahrleistungen
  • gut gestuftes Sechsganggetriebe
  • verzögertes Ansprechverhalten
  • Motordröhner um 4.000/min
Fahrkomfort
  • bequeme Sitze
  • gute Klimatisierung
  • deutlich eingeschränkter Federungskomfort
  • laute Abrollgeräusche
Fahreigenschaften
  • gute Handlichkeit
  • agiles Kurvenverhalten
  • großer Wendekreis
  • Antriebseinflüsse in der Lenkung
  • spät eingreifendes ESP bei Lastwechseln
Sicherheit
  • wirksame, standfeste Bremsen
  • umfangreiche Sicherheitsausstattung
Kosten
  • vier Jahre Basisgarantie
  • gute Serienausstattung
  • lange Inspektionsintervalle
Umwelt
  • – hoher Benzinverbrauch

Fazit

Der Mito hat Stil, ist liebevoll gestaltet und fährt sich agil. Doch diesen Stärken stehen eine straffe, holprige Federung, hoher Verbrauch und schlechte Übersichtlichkeit gegenüber.

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Technische Daten
Alfa Romeo Mito 1.4 TB 16V
Grundpreis17.950 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4063 x 1720 x 1446 mm
KofferraumvolumenVDA270 bis 950 L
Hubraum / Motor1368 cm³ / 4-Zylinder
Leistung114 kW / 155 PS (230 Nm)
Höchstgeschwindigkeit215 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,0 s
Verbrauch6,5 L/100 km
Testverbrauch8,9 L/100 km
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