Auch professionelle Schnellermacher geraten ins Grübeln, wenn sie die Leistungsexplosion in der Upper Class beobachten. Soll man da noch mitmachen? Für Alpina-Chef Burkard Bovensiepen, seit jeher Freund guter Beschleunigung und ausreichender Höchstgeschwindigkeiten, gibt es ein Maß, das man nicht überschreiten sollte. Ein Zwölfzylinder im BMW Z3, der versuchsweise schwarze Striche auf den Asphalt radiert, überschreitet dieses Maß. Doch ein bisschen mehr Leistung im Nachfolger Z4, der im BMW-Sortiment ohne MPower mit 231 PS aus drei Liter Hubraum endet, das soll wohl sein. Nun sind es, als eine Art M-Ersatz, 300 PS aus 3,4 Liter Hubraum geworden.
Doch die Philosophie hinter dem neuen Auto ist eine andere als beim M-Power- Vorgänger. Exzellente Fahrleistungen sollten sich verbinden mit herausragender Elastizität, die schaltarmes Fahren mit großer Kraftreserve im dichten Verkehr ermöglicht. Auch eine Verbrauchsoptimierung steht im Lastenheft, ebenso eine Verbesserung des Gesamtkomforts. Die Feinarbeit soll sich also keineswegs nur im dynamischen Bereich abspielen. Es ist auch ganz einfach Normalität erwünscht. Nichts demonstriert dies beim Roadster S besser als die Bandbreite des sechsten Ganges. Früher lobten die Käufer ihren Opel Kapitän, der im großen Gang seines Dreigang-Getriebes zwischen 30 und 140 km/h zu bewegen war. Der Alpina-Z beherrscht diese Disziplin zwischen Stadttempo und der imposanten Höchstgeschwindigkeit von 265 km/h.
Der Sechszylinder, der dies möglich macht und ausgerechnet den rasantesten Z zu einem Auto für Schaltfaule werden lässt, ist ein alter Grauguss-Klotz, der mit erweiterter Bohrung und einem ultralangen Kolbenhub von 94 Millimetern mittels Spezial- Kurbelwelle noch einmal zu Höchstform aufläuft. Ein- und Auslasskanäle sind bearbeitet, was aber nichts daran ändert, dass das Drehvermögen nicht dem des MTriebwerks entspricht. Bei 6500 Umdrehungen beginnt der rote Bereich des Langhubers, 7000 dürfen es kurzzeitig sein.



