Audi A5 3.0 TDI: Audi A5 3.0 TDI: Sportschritt

Die zum Fahrer hin geneigte Mittelkonsole ist keine neue Idee, aber eine gute – das wissen wir spätestens, seit BMW dem einst typischen Merkmal Adieu gesagt hat. Die Bedienung präsentiert sich übersichtlich, trotz der Vielfalt der im Testwagen vorhandenen Funktionen. Sitze, Schalthebel, Pedale und Lenkrad fügen sich zu einem stimmigen Bild zusammen. Hier passt alles, auch wenn die Abmessungen des Audi- Fahrers sich weit vom genormten Durchschnitt entfernen.

Selbst im Fond ist das Leben dank bequemer Sitze erträglich, wenn die Vornsitzenden ein wenig Einsicht zeigen. Zur gefühlten Harmonie trägt auch der Motor bei – in diesem Fall der stärkste lieferbare Diesel. Er läuft nicht nur so kultiviert, dass sein Verbrennungsverfahren kaum hörbar wird, er zieht auch wie ein Ochse und dreht beflissen an seine Drehzahlgrenze. Dass dabei leichte Vibrationen spürbar werden, ist nur ein kleiner Schönheitsfehler.

Der Dampf des Diesels bringt Fahrleistungen, die man noch vor wenigen Jahren nicht für möglich gehalten hätte (siehe Messwerte auf Seite 24). Das ist Sportwagenniveau – aber bei einem Verbrauch, der einem ein fröhliches Grinsen ins Gesicht zaubert. Besonders, wenn man die Schaltanzeige im Drehzahlmesser beachtet.

Die mahnt nicht nur zum frühzeitigen Hochschalten, sondern gibt gleichzeitig auch eine Gangempfehlung – hartleibigen Hochdrehern wird nahegelegt, zwei Gänge nach oben zu schalten. Verbrauchswerte unter sieben Liter sind leicht erzielbar. Selbst wer die Diesel- Power exzessiv nutzt, wird allenfalls um die zwölf Liter verbrauchen.

Aber nicht nur deshalb ist das Fahren im neuen A5 ein Vergnügen. Dieses beruht mehr noch auf der Erkenntnis, dass hier Menschen ein Auto gebaut haben, die selbst gern und auch gern schnell fahren. Die Lenkung arbeitet so feinfühlig und exakt, wie man sich das nur wünschen kann, die Kupplung greift weich wie Butter, und der Schalthebel flutscht wie von selbst durch die Gassen. Das macht gute Laune, wie ein erstklassiges Steak, das zwar auch nicht besser sättigt als das Standard-Schnitzel, aber weit mehr Zufriedenheit beschert.

Dass der A5 ein Audi ist, der die von der Münchner BMW-Konkurrenz okkupierte Freude am Fahren besonders gekonnt zelebriert, hat technische Gründe. Im Gegensatz zum bisher üblichen Layout ist beim A5 das Vorderachsdifferenzial vor der Kupplung montiert. Dadurch gelangen die Räder in Relation zum Motor weiter nach vorn, was die Gewichtsverteilung verbessert.

Der Testwagen mit seinem vergleichsweise schweren Sechszylinder bleibt trotzdem vom 50:50-Ideal entfernt, aber die früher auditypische Kopflastigkeit ist verschwunden.

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Götz Leyrer

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