BMW Alpina B3: BMW Alpina B3: Dampf Rat

Typisch für Alpina, wie die Motoren aus dem Vollen schöpfen. Bereits jetzt fällt auf: Zum Antriebskomfort passt das ordentliche Ansprechverhalten der Federung. Kanaldeckel poltern zwar leicht, sind aber weniger zu spüren. Dies erstaunt umso mehr, als der B3 auf optionalen 19-Zöllern rollt; die Niederquerschnitt-Michelins bringen nur wenig Eigendämpfung ein – doch immerhin mehr als das von BMW bevorzugte Runflat-System mit seinen unnachgiebigen Flanken.

Damit gleicht Alpina den Komfort-Verlust durch das Sportfahrwerk mit 15 Millimeter Tieferlegung teilweise aus. Man will einen M3 in der Härte eher unterals überbieten. Und bei der Fahrdynamik? Breite Mischbereifung für bessere Traktion, weniger Sturz für geringeres Untersteuern – schon schiebt der B3 ausschließlich in Kehren über die Vorderräder.

Schnelle Kombinationen über Land durchströmt er dagegen unbeirrt. Auf die Nähe zum Grenzbereich weisen erst Karosseriebewegungen hin. Fortgeschrittene können ihn nach einmaligem Druck auf die DSC-Taste aufsuchen. Dann befindet sich der Alpina im DTC-Modus, und die Fahrhilfe ESP bremst den Tatendrang erst, wenn aus Gierwinkeln leichte Drifts werden.

Im hemmungslosen Hakenschlagen wollte man den M3 dagegen nicht übertreffen. Stattdessen bietet der B3 einen hohen Freiheitsgrad in Richtung Gleitreibung – so war es das Ziel von Ex- Rennprofi Andreas Bovensiepen, dem Geschäftsführer. Den Weg zurück in die vorgegebene Fahrrinne weist die präzise Lenkung auch ohne regelnden Rettungsanker.

Der Zielkonflikt aus Komfort und Traktion auf der einen sowie Agilität und Stabilität auf der anderen Seite ist fein austariert. Immerhin lässt Alpina dem B3 freien Lauf, ohne ihn elektronisch abzuregeln: Dank Heckspoiler geht es nahezu auftriebsfrei bis Tempo 285.

Bei Vollgas drängt es die Tachonadel vehement auf die Ziffer 300 zu. Nur zwei Dinge können den Alpina dann aus der Ruhe bringen: Querfugen und Längsrillen. Obwohl eine geringere Vorspur den Geradeauslauf beruhigen soll, lassen sich die optionalen 19-Zöller ablenken.

Zudem können ihre niedrigen Flanken kurze, schnelle Anregungen nicht genügend aufnehmen – grobe Unebenheiten setzen sich daraufhin bis ins Lenkrad fort. Die serienmäßigen 18-Zöller bringen vermutlich mehr Ruhe. Mehr noch als der reine Wert beeindruckt der Weg zur Höchstgeschwindigkeit.

Nur beim verzögerten Ansprechen gibt sich der Dreiliter als Turbo zu erkennen. Verglichen mit dem 335i benötigt der B3 einfach länger, bis der volle Ladedruck aufgebaut ist – statt 0,6 muss er 1,1 bar erreichen.

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Marcus Peters

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