Doch der Dreh am elektronischen Dampfrad war für Entwicklungschef Frank Schwabe erst die Folge eines Radikaleingriffs: Neue Mahle-Kolben mit größerer Mulde positionieren den Kraftstoff besser um die Zündkerze und senken die Verdichtung ab.
Über penible Kalibrierung etwa von Zündwinkeln erzielte Schwabe geringere Druckspitzen mit niedrigeren Abgastemperaturen – so ließ sich der Ladedruck fast verdoppeln. Dennoch darf man keinen Turbo- Hieb erwarten, auch nicht das ausdruckslose Drehmoment-Plateau eines Diesels.
Eher die lebendige Entfaltung eines Sportmotors: 2000/min reichen meist zum Überholen, bei 4000/min schauen selbst starke TDI hinterher, über 5000/min gehören ernste Gegner der Sportwagen-Gattung an. Druck schon bei niedriger Drehzahl sorgt für fabelhafte Beschleunigungswerte. Dank seinem höheren Drehmoment ist der B3 beim Null-auf-100-Sprint sogar ein Zehntel schneller als der BMW M3. Noch bemerkenswerter ist die lässige Art, wie der Biturbo beschleunigt. Vor allem wenn man im manuellen Modus der Switch-Tronic den sechsten Gang einlegt und die übereifrige ZF-Automatik damit am Zurückschalten hindert.
Mit der Gelassenheit der langen Übersetzung schrumpfen Meilen zu Kilometern – und die Ruhe des B3 geht selbst auf diejenigen über, denen das traditionelledle Alpina-Interieur noch nicht Entspannung genug bietet. Überlegene Schnelligkeit in individueller Form verpackt – das macht das eingangs gesuchte Alpina-Gefühl aus. Und ist damit die Existenzberechtigung für einen Lückenschluss zwischen dem 335i und dem M3.
BMW Alpina B3: BMW Alpina B3: Dampf Rat
Autor: Marcus Peters

