Passen muss die Konkurrenz allerdings beim Blick auf Preis- und Ausstattungsliste. Die serienmäßige Opulenz des STS in der so genannten Launch Edition reicht von Xenonlicht, Lederbezügen, Klimaautomatik vorn mit separater Regelung sowie Sitzheizung vorn und hinten über ein beheizbares Lenkrad, Surround-Anlage, TV-Empfang und Keyless-Go bis hin zur Sprachsteuerung.
Wer nun noch die Optionsliste komplett ankreuzt, erhöht den Preis von 60 750 auf 69 000 Euro. Spezielle Lederbezüge, Metallic-Lack, Schiebedach sowie Abstandsregel- Tempomat dürften dann selbst Verwöhnte zufriedenstellen. Dürften, denn der Tempomat birgt Tücken: Der Blickwinkel seines Radarstrahls ist so schmal, dass er einscherende Fahrzeuge verzögert erkennt und die Geschwindigkeit zu spät reduziert.
Gleiches gilt für vorausfahrende Motorräder, die der automatische Abstandsregler bisweilen komplett ignoriert. Das erzwingt permanent manuelle Korrekturen, was die inklusive Head-up-Display 2850 Euro teure Technik in Frage stellt. Das Display selbst macht Sinn, der Fahrer muss seinen Blick weniger als sonst von der Straße abwenden. Stattdessen bekommt er die aktuelle Geschwindigkeit übersichtlich präsentiert, ebenso wie Blinkerkontrolle, Informationen über das gewählte Musikprogramm sowie die Motordrehzahl – jedenfalls wenn sich die Automatik in der manuellen Gasse befindet. Das ist sinnvoll bei zügiger Landstraßenfahrt, denn hier erfolgen die automatischen Gangwechsel bisweilen etwas hektisch, wirkt die Schaltstrategie konfus.
Beim Herausbeschleunigen etwa aus Spitzkehren packt das elektronische Stabilitätsprogramm zudem entweder heftig bremsend ein – oder lässt das Heck vor dem Eingriff auch mal spürbar ausschwenken. Vorbildlich präsentiert sich die Bremsanlage: Ob leer oder mit 554 Kilogramm Zuladung belastet, verzögert sie kräftig und bleibt standfest.
Eine rundum überzeugende Vorstellung – im Gegensatz zum eher zwiespältigen Gesamtauftritt des großen Cadillac.


